Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
67
Einzelbild herunterladen
 

«7

unterschrieben, und mit dem Stabe des h. Petrus, den er durch den h.Clemens Bischof von Metz, nach Gallien gesandt, und durch welchen derh. Maternus, später Bischof von Trier, von den Todten erweckt wordenso wie mit dem Schlüssel des h. Clodulf bekräftigt.

Brower hatte guten Grund, diese Synode in die Zeit des Adventiuszu setzen. Denn von Clodulf an, (Mitte des 7. Jahrhunderts) bis zumCnde des 49. Jahrhunderts haben wirActen von Metzer Concilien ans denJahren 753, 859, 869, 883 und 979, und die Formel steht nicht darunter,ltebrig ist nur die bekannte Synode von 863, deren Verhandlungen dasJahr darauf in Rom verdammt, und so nicht besonders aufbewahrt wur-den. Wäre Brower t» dieser.Hinsicht richtig berathen, so läge der Fallvor, daß 863 der Erzbischof von Trier, eine Hauptperson auf der Synode,den Clemens und nicht de» Enchar, mithin Metz und nicht Trier als legi-timen Inhaber des Stockes anerkannt hätte.

Brower erwähnt diesen Concilienschluß auch im Anfange des zweitenBuchs: er sagt hier allgemeiner, derselbe komme bei vielen Provinzial-synoden vor, was ihm Calmet (i-orrainv l, 969) nachschreibt. Da abernach den genauer» Angaben ans S. 483 diese Aussage sich als ein I»psu,eaiami ausweist, so ist zu sagen, daß eine solche Bekräftigungsformel sonstim 8., 9. und lll. Jahrhundert auf deutschen und französischen Synodenganz unerhört ist.

Das Wahre ist also ohne Zweifel, daß die Formel sich erst »ach 939gebildet hat. Sie gibt ein Mittelglied zu der später» Trierschen Legende.

3) Uebcr die Vita St. Eucharii, Valerii, Matcrni.

Bei Hontheim (Ii. ct. lll, p. 965) kann man nachlesen, was bisherüber das Alter dieser Lebensbeschreibung beigebracht worden ist. Bolland(29. Januar, hatte sie dem l938 gestorbenen Golschcr zugeschrieben, aufTrithems Nachricht, Golscher habe verfaßt u« lanUidus 8. kl»ei>, l. I, 8.Valerii I. I., 8. »lart, I. I. Hontheim bemerkte sehr richtig, daß dies aufdie vorliegende eine Lebensbeschreibung der drei Bischöfe nicht passe, undbezeichnete also einen 999 verstorbenen Eberhard als Verfasser, dem Tri-them ebenfalls eine Vita der drei Heiligen beilege. Jndeß was Trithemüber diese beibringt, stimmt ebenso wenig zu dem vorliegenden Werke.Dies ist ganz in Prosa geschrieben, Trithem sagt, jenes sei (am prnsaquam >!l/tl»»is abgefaßt. Man bleibt hier also völlig im Ungewisse».

Für Eberhard hat Hontheim fernere Gründe. Die Vita sagt amSchlüsse : s« liaec lte Aeslis snnclornill p-llrnill post (VoI'III ann iclllll) >)exciUinnl 4'revericae nrdis relicws einer«« ltiliAentins perseentanteni spar-silll in cllartulis scripta invenisse. Hontheim bemerkt, so könne nur einZeitgenosse reden, Eberhard aber, 999 gestorben, die normannische Zer-störung von 882 wohl erlebt haben. Dagegen ist zu bemerken, daß diegesammte Vita sich eines äußerst blühenden Styles befleißigt, und der Sinnjenes Satzes sehr einfach der sein kann: die Zerstörung habe Triers Denk-male in Asche verwandelt, der Autor habe zusammengesucht, was er hierund da noch ^abe auffinden können. So daß über die Zeit des Verfassersgar nichts daraus zu ermitteln wäre.

Dann beruft sich Hontheim auf eine Handschrift von St. Ghislain,welche die Vita enthalte und einen Catalog der Trierschen Bischöfe bisauf Ludolf (994l998) hinzufüge. Er schließt, sie sei also vor LudolfsTode, die Vita mithin nicht von Golscher, geschrieben. Wie man steht,

') Fehlt im Terte.