Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
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Herr vr. Clemens hat sich nicht begnügt, die archäologischeLegitimität des Trierer Rockes aus den Händen der Kritik znerretten; er hat freilich gefühlt, daß der Beweis für die Aecht-heit desselben, der Beweis, daß Christus gerade das in Trierbefindliche Eremplar getragen, noch in voller Ausdehnung zurückwäre, auch wenu dasselbe in Form und Farbe einer jüdischen Tu-nica des ersten Jahrhunderts vollständig entspräche. Jener Be-weis kann nur auf historischem Wege geführt werden, und Hr.Clemens hat sich aufgemacht, denselben trotz aller Einwendun-gen der Kritik zn erhärten.

Hr. Clemens ist nicht gerade bewandert in der Geschichteder Reliquienvcrehrnng und ihrer Streitigkeiten: es ist das auchseines Amtes nicht, und wir sind fern davon, jemanden unnöthi-ger Weise dergleichen Studien zuzumuthcn. Ihm aber würdensie bei seinem neuesten schriftstellerischen Unternehmen doch znGute gekommen sein; er würde daraus entnommen haben, daßes im Zweifel allen Reliquien überhaupt nicht rathsam ist, sicheinzulassen auf kritische Kampfe. Das ganze Gemäuer ist somorsch, daß es unter den Tritten der Verthcidigcr nicht wenigererzittert, als unter jenen der Angreifer. Ist einmal ein Rißhineingeschlagen, so begnügt sich der vorsichtige Apologet mitSchweige» und Vergessen; ein solcher weiß, daß jede Berührungden Schaden nur erweitern kann, und bedenkt vor allen Dingendie Gefahr, selbst in dem Trümmerhaufen stecken zu bleiben.

Wir hatten uns in der von Hrn. Clemens angegriffenenSchrift begnügt, nur das Nothwendigste und Unumgängliebsteüber die Nichtigkeit der Trierer Legenden beizubringen. Wirgaben die Resultate ziemlich weitläufiger Forschungen mit mög-lichster Beseitigung ihres Materials, und sehen jetzt mit Ver-