Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
68
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ist dieser Schluß nicht zwingend. Man kann nur sagen, der Coder seisicher nicht älter als Ludolf, keineswegs aber, er sei gewiß nicht junger.Ein Besitzer des Coder begnügt sich, ihn in das lt. Jahrhundert zusetzen.

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Endlich bemerkt Hontheim, die Vita sei älter als 1038, weil bereitszwischen 900 und 1007 der Abt Harigcr große Stücke aus ihr in seineGeschichte von Tungern und Lüttich hinübergenommen habe. Wir denken,daß gerade an diesem Argumente seine ganze Erörterung zu Grunde geht.

Es ist nämlich klar, daß Hariger nicht aus der Bita, sondern umge-kehrt diese aus Harigcr geschöpft hat. Ansehnliche Strecken der Erzählungsind wörtlich gleich, aus diesen ist mithin nichts für eine Entscheidung derFrage zu gewinnen. Andre stehen iu der Vita, fehlen aber bei Harigcr.Diese sind sämmtlich der Art, wie sie ein stylisirender Künstler leicht auseigner Kraft hervorbringt. Harigcr erzählt ein Wunder, welches Euchariusvollbracht, die Vita gibt noch eine lange Predigt, die der Heilige gehalten,in den Kauf. (ilur. e. g. ebenso e. 9.) Andere Angaben fehlen der Vita,und finden sich nur bei Hariger. Diese sind nun ganz andrer Art. Petrussendet außer leucn dreien den h. Clemens nach Metz, drn h. Dionys nachParis, e. 4. Die drei sind erst wenige Tage von Rom entfernt, als Ma-ternus stirbt c. 3. sie bekehren außer Trier auch Tungern und Cöln, o. 7.Hier ist schon ungleich wahrscheinlicher eine Auslassung in der Vita, alsein Zusatz durch Hariger. Endlich ganz entscheidend ist folgende Angabe.Hariger sagt, e. 11. Eucharius sei in einer Kirche vor der Stadt begrabenworden. Die Vita weiß genauer, diese Kirche liege an der Südseite Triers,es ist also das nachherige Eucharius- spätere Mathiaskloster gemeint. Da-gegen erweitert eine andre nachweislich alte Ueberlieferung, welche der be-treffenden Stelle der Gesta Trev. zu Grunde liegt, jene Nachricht Hangersdahin, Eucharius sei vor der Stadt, nämlich in St. Marimin begrabenworden. Spätere Handschriften der Gesta setzen erst hinzu, Bischof Cyril-lus habe ihn in der Folge nach St. Mathias transportirt. Wir werdenim dritten Hefte näher darlegen, daß die ältere dieser beiden Notizen,wenn irgend ein Wort der Gesten, zu den spärlichen Theilen des Werkesgehört, welche auf frühere Aufzeichnungen im Mathiaskloster selbst hindeuten.Hier erwäge man nun, daß erst um das Jahr 1048 die angeblich seit 882verborgenen Gebeine des Eucharius im Mathiaskloster gefunden, daß imJahre 1053 die Gebeine des Valerius, die mit jene» des Euchar in einemGrabe geruht hatten, nach Goslar weggeschenkt wurden, daß die gewißnicht vor 882 geschriebene Vita in ihrem Epiloge meldet, rel!<,ui»sipsoi'Nm, bei den Reliquien des Eucharius und seiner Genossen geschehenzahlreiche Wunder, so ergebe» sich als einzig mögliche Abfassungszeit derBiographic die Jahre 1048 bis 1053. Damals, nach der Auffindung desEuchar im Mathiaskloster, konnte der Verfasser Hangers Text in der an-gegebenen Weise umgestalten.

Im dritten Hefte werden wir den Beweis führen, daß die Gesta innoch umfassenderer Weise als die Vita die Erzählung Hangers benutzen,und mit den Auszügen aus derselbe» die eben erwähnte ältere Ueberliefe-rung zu der jetzt vorliegenden Erzählung erweitern. Wir wiederholen hierschon die früher ausgesprochnen Worte: die Spuren jener älter» Ueberlie-ferung sind den modernenReliquiengcschichten nicht im Entfernteste» günstig.

4) Ucber das Alter der Vita Agricii.

Die Vita citirt eine Lebensbeschreibung des h. Hildolf, muß also jüngersein, als diese. Die Vita Hildolfi liegt nun in drei Bearbeitungen vor,die älteste (Soilnnck. acta 8S. 11. 4»ii SSI.) vom Jahre 964, die jüngste