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oder erdichteten mit Absicht, so daß man nicht bloß Scham son-dern Ekel empfinden müsse. Deshalb, schließt der Papst, seistrenge Kritik zu üben.
Er unterscheidet dann die Augenzeugen und die von ibueuunmittelbar oder mittelbar Unterrichteten, von solchen Erzählern,die sich auf frühere Bücher stützten, oder von altern Ereignissenhandelten. (Die erste Classc übergehen wir, da sie mit den Gestenoffenbar nichts zu schaffen hat.) Von der letzten redet er Seite54 und beginnt mit dem Satze: daß deren Gewicht genau sogroß sei wie das ihrer altern Quellen. Dies enthalte der be-rühmte Aussprach des EardinalsBaronius: was in einemneueren Schriftsteller über alte Ereignisse ohne dasZengniß eines altern Gewährsmannes vorkommt,wird verachtet. Der Papst bringt ahnliche Urthcilc Scacelsis,Mabillvns, Langlcts bei und bemerkt weiter: »einige wollen denSatz des Baronins nnr gelten lassen, wenn der weiteste Zwi-schenraum den Erzähler und die Sache trennt, wenn etwa einNeuerer« lz. B. die Gesta Trevir.j »ohne älteres Zengniß irgendetwas von den Assyriern, Macedonicrn oder Römern« lz. B. derKaiserin HclenaZ »berichte. «Aber der Papst geht weiter: »der Satzdes Baronins tritt überall in Wirksamkeit, wo ein Neuerer ohneälteres Zengniß erzählt, auch wo der Zwischenraum nicht gar großist.« Endlich sagt er: »ich übergehe den von Bestand noch hin-zugefügten Fall, wenn jemand« lohne schriftliche Zeugnisses »eineheilige Geschichte nach der Ucbcrlicfernng der Vorfahren schreibt;snicbt als wollte ich alle menschliche UeberlicfcrniMN verwer-fen, obgleich sie in einem beschränkten Räume leben, dennihr Gebranch kann von Werth sein, wenn eine Prüfungvorhergeht, und dasZengniß eines bewährten Schrift-stellers einstimmt): sondern weil sie überhaupt nnsrc Fragenicht betreffen, und Wahrscheinlichkeit aber keine Be-weiskraft haben können.«
Man sieht: nach den von einem Papste festgestelltenRegeln der kirchlichen Kritik, muß das Zengniß der Gestenvon vorn herein verachtet werden. Sic haben keinen ältcrnGewährsmann für sich, sie schöpfen nicht einmal ans einerUcbcrliefernng, sondern die Ucberlieferung beginnt erst mitihnen. Wäre aber auch die Behauptung des Hu. Clemens, die