nicht zu unser,» Thema gehört, und nur oft gesagte Dinge wie-derhole» würde, eine Reihe höchst compctcnter Urthcile bereitsin unserer früher» Schrift angeführt, und verweisen darauf vonNeuem. Die Gesten, ihrer ganzen Beschaffenheit nach, könnennur beweisen, daß zu ihrer Zeit der Rock in Trier bekannt war,nicht aber, daß die Schenkung desselben durch Helena die ge-ringste historische Beglaubigung habe.
3) Indeß, wir wollen unfern Gegnern fernere Zugestand-nisse machen. Wir wollen von all diesem Tadel absehen, wirwollen das noch so gerechte Vorurtheil gegen die Gesten für einenAugenblick auf sich beruhen lassen. Wir stellen die weitereFrage: ist überhaupt ei» Schriftsteller des 12. Jahrhunderts alsZeuge über ein Ereigniß des 4. zulassig, wenn er sich nichtausdrücklich über seine Quellen ausweisen kann?
Bei dem ungcnahten Rocke sind die Gesta Trevirornm indiesem Falle. Sind sie ein zuverlässiger Zeuge, daß er vongraner Borzeit her sich in der Urkunde befunden?
Die Antwort auf unsrc Frage nehmen wir nicht ans reinwissenschaftlichen Quellen; auch der gesunde Menschenverstandfüe sich allein soll uns nicht genügen. Ein sicheres, kirchlichesAnsehen muß noch hinzutreten. Man schlage das berühmteWerk des Papstes Benedict XIV. über die Canonisation derSeligen auf, Buch 3, Capitel 8, Seite 51 der zweiten Ausgabe.
Der Papst hat vorher die verschiedenen Gegenstände ange-geben, zu deren Beweise Historien und Geschichtsbücher bei derHeiligsprechung gebraucht werde». Um sich dafür auf festenBoden zu stellen, nimmt er eine ganz allgemeine Prüfung vor,in wir weit geschichtliche Nachrichten einen Beweis begründenkönnen.
Man müsse sich hüten vor übertriebenem Glauben »nd Un-glauben. Es gebe freilich viele Hciligengeschichten, die nichtans guten Quellen schöpften. Gewaldus sage, sie schriebennach dem Brauche ibrer Zeit, im Kloster, vom Leben entfernt,nicht was sie gesehen, sondern was sie durch schwankendes Ge-rede erfahren hatte». Deshalb versichere Melchior Canus mitSchmerz, viel genauer hatten die Heiden das Leben ihrer Heldenund Weisen beschrieben, als die Katholiken die Geschichte ihrerMärtyrer und Bekenner. Viele der letzter» dienten ihrem Affecte