Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
51
Einzelbild herunterladen
 

51

messer und Martyrrcliqnien nach Trier geschickt. Im Anfangdes lt. Jahrhunderts erweitert sich diese Meldung zu nebelhaf-ten Formen. Einige Menschen, wird erzählt, verinnthcn ohneirgend einen urkundlichen und thatsachlichcn Anhalt, ohneVorwissen und Bestätigung des Bischofs den Rock in einerKiste, worin Andre den Pnrpnrmantcl, Andre die Schuhe Ehristiaufsuchen. Man begnügt sich damals mit dem Gedanken, irgendwelche Reliquien Christi zu besitzen: und höchst positiv versichertAbt Thiofried um 1106 den Erzbischof Bruno, der Rock Christiliege in Jerusalem.

§. 8.

Der Rock kommt in die Urkunde im >2. Jahrhundert.

Die Köpfe des h. Cornelius.

Die erste Erwähnung des Trierer Rockes, von welcher wirKunde haben, geschieht in der Sylvcrsternrkundc, so wie die-selbe in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts von den GcstisTrcvirornm mitgcthcilt wird.

Wir haben bereits früher erwähnt, daß dieses Werk inverschiedenen Uebcrarbcitnngcn vorliegt. Wir werden im fol-genden Paragraphen, und näher noch im folgenden Hefte, An-laß nehmen, von der Entstehung desselben zu reden, und darzu-thun, daß es sich durchgängig nicht auf eine besondere, Jahr-hunderte hindurch fortgesetzte, trierische Ucberlieferung gründet,sondern aus der Zusammenstellung sonst bekannter Materialienim 12. Jahrhundert neu entstanden ist.

Die Urkunde Sylvesters kommt nun in allen jetzt noch vor-handenen Handschriften der Gesta vor, und zwar in zweifacherFassung. Die eine ist in jenen Handschriften selbst, die anderein der Sammlung Balduins erhalten, welche sie aus jetzt ver-lorenen oder nicht gedruckten Handschriften entnommen hat. Dieerste lehnt sich an die Form der Vita Agnen, die zweite an jenedes Codex von Vcrdnn an.

Die erste lautet (der Anfang, wie wir ihn kennen): Helenan. s. w. welche die Stadt mit dem u. s. w. Mathias, nebstdem Rocke und dem Nagel des Herrn, und dem Zahne des h.Petrus, den Sandalen des Apostel Andreas, und dem Kopfe des

45