Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
46
Einzelbild herunterladen
 

H5i

Geschichte des h. Rockes noch an einer andern Stelle Anlaßgeben.

Die Neliquienfunde in St. Eucharius sind also nicht ge-rade ganz zuverlässig. Selbst in dem Volke zu Trier, wel-ches im Allgemeinen damals ebenso gläubig sich verhielt wiejetzt, wurden bei der Auffindung des h. Mathias zahlreicheStimmen in dieser Hinsicht laut. Der Anonymus erzählt dar-über : jüdischer Neid verblendete damals Einige so, daß sie sichnicht scheuten, Gottes Wunderwerke herabzusetzen; zur Warnungsolcher Menschen wollen wir die Strafe eines dieser Verächtererzählen, wie nämlich dessen Gottlosigkeit, zur Besserung vielerGleichgesinnten, geendet hat. Jeuer sei anlangenden Wall-fahrern entgegen gegangen, habe Alles einen Betrug der Geist-lichen genannt, man müsse dem steuern, sonst werde ihr uner-sättlicher Geiz die Seelen vieler einfältiger Frommen berücken.So habe er fortgefahren, bis er auf Antrieb des Teufels, derin ihm gehaust, Hand an sich gelegt, seine Kleider zerrissen,sieh auf das Pferd geschwungen und eiligst davon gemacht habe.Nie sei wieder etwas von ihm vernommen worden, das Pferdhabe man später in einem Sumpfe gefunden.

Wir fügen noch einige Notizen hinzu. Das Kloster führtfrüher durchaus nur den Namen des h. Eucharius. Im Jahre1030 erscheint, unseres Wissens zum ersten Male, der h. Ma-thias als Schutzpatron, was natürlicher Weise möglich war,ohne daß man ans seine Reliquien Anspruch machte, ebensonatürlich aber auch den Wunsch eines solchen Besitzes hervor-rief. Nachdem der Kaiser 1051 erfahren, daß man von diesenReliquien in Trier nicht wisse, wurde er 1053 durch gefälligeBegleiter des Erzbisehofs von dem Inhalte des römischen Bu-ches nnterrichtet, und bat dann um ein Stückchen des Matbiasund den ganzen Leichnam des h. Valerius, den Bertnlf kurzvorher neben dem des Eucharius gefunden hatte mir demVersprechen, das Kloster reichlich zu entschädigen. Daraufbinbewilligt der Erzbischof das Gesuch, wenn auch ungern, Ma-

>) Vrower sagt: vom Teufel ergriffen, sei er lebend in den stygische»

Snmpf versenkt worden.

2) linnvei' -r»>>. !><I .1. o. Die Regiernngszeit Bertnlfs in den v»n. 8.is.iieliÄi'. bei I>ertn moniim. VIII. p. I» (10 V.'I1018.)