Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
45
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Buche hat seitdem keine Seele wieder etwas vernommen, füruns reicht es jedenfalls hin, daß in Trier vor 1053 der Erz-bischof versichert, er wisse nicht, ob der h. Mathias in der Stadtsei. Denn anderswo als in Trier ist das Sylvesterdiplom nichtgemacht worden.

Ucbcrdies bedarf es keiner Erörterung, wie wunderlich es sichausnimmt, daß der Erzbischofnach Rom gehen muß, um hier zuerfahren, an welchem Platze einer tricrschen Kirche irgend eineReliquie stecke. Es kommen anderweitige, sehr bestimmte Ber-dachtsgründe hinzu. Wenige Jahre vorher fand Abt Bertnlfdie seit 882 versteckten Gebeine des h. Eucharius im Mathias-kloster auf:') dies möchte noch hingehen, obgleich auch hierschon starke Bedenken erhoben werden können:") Bertnlfs weitereProcedur laßt jedoch die Festigkeit des ganzen Bodens zweifel-haft erscheinen, auf dem wir uns hier befinden. Er machteansehnliche Neubauten in dem Encharinskloster, ließ aber einenälter» Thurm unberührt und brachte dort einen Leichnam heim-lich unter, dem er den Tutel Erzbischof Agritius und sein eignesSiegel hinzufügte") was denn 1131 zu einer feierlichen undwunderbaren Entdeckung Anlaß gab. Schade nur, daß Agritiusin Wahrheit in einem andern trierschcn Kloster, St. Marimi»,begraben lag, und hier seit Jahrhunderten verehrt wurde/) wäh-rend bis dahin im Eucharius- oder Mathiasklostcr kein Menschan den Besitz dieser Reliquien gedacht hatte. Wie aber seit1131 die beiden Klöster sich über diesen Schatz in den Haarenlagen, wie sie beide ausdrücklich den ganzen Agritius sich zu-sprachen/) wie nach Jahrhunderten dieser Streit noch einmalin helle Flammen ausschlug, davon zu berichten, wird uns die

>) «in^ar /V. 'r, I, -ul <>, 1048,

2) S. die Anmerkung 3. am Ende des Heftes.

P l.!>ttil>ert p, 450.

') Dafür eine Menge von Zeugnisse». Urkunde von 8S3 bei Mnrinne<7. l. 130, tiAvn>5 (wie es scheint aus dem Il .Jahrh.)

bei ttontiieim n. v. I, 278 not., Urkunde von 350 Null. 285(die Aechtheit nicht ganz sicher) Vit-» «»sin! smi. 4. März 315(verfaßt zwischen 1066 und 1076), VN» ^Ki-icii >>. 77S, endlichdie ältesten Gesten, Coli. Matd. O-Nmeti, Inst. kl«? t .ari -aine 1, PI-,p. 8. nnt. Die folgenden Gesten setzen ihn sämmtlich nach St.Mathias, man sieht, sie sind sicher erst nach 1131 abgefaßt.°) Darüber noch im folgenden Hefte.