Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
39
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Man sieht, wie aus ungeschichtlichen aber einfachen An-fangen heraus die legende sich immer mehr steigert, verwickelt,und in das Gebiet des völlig Fabelhaften und Unmöglicheil hin-übertritt. Der Nachweis ist vollendet, daß die vollständi-ger» Formen der Urkunde überall die jüngern sind.Wir glauben nicht, daß noch ein Zweifel möglich ist über dieUrsprünglichkeit des kürzesten Textes bei Brower, des höhernAlters des Coder von Verdnn, der später» Entstehung der Ur-kunde in der Vita Agnen. In Bezug auf den nngenähtcn Rockkönnen wir beide Formen zusammenfassen, da es sich in dieserHinsicht bei beiden nur um die Schlußworte »nebst (andern)Reliquien des Herrn« handelt. Darüber aber läßt das Ergeb-niß des vorigen Paragraphen jetzt kein Bedenken mehr zu. Sicsind nichts weiter, als ein auf Urkundcnform gebrachter Aus-druck der oben besprochenen Legende vom h. Kasten, sie be-weisen also für den Rock genau so viel, wie diese selbst,d. h. gar nichts.')

Wir müssen hier die Darstellung für einen Angcnblick un-terbrochen. Bei den Sammlungen zu nnsrer frühern Schriftbatten wir übcrsehn, daß gegen die Worte der Gesten: cumtuuica et clavo llomini.... eeterisquo roliqniis, die Urkunde derVita Agnen außer der Weglassung der Tunica noch eine zweiteVariante in der Stellung des Wortes stomini bildet. Wirhatten demnach crcerpirt:") cum clavo llomini cetorisque reli-

'1 Hr. Clemens gibt dies S. Zg für die Urkunden zu, er sagt:dieübrigen Reliquien des Herrn außer dein Nagel sind in der in der Vitamitgetheilten Form der Urkunde unbestimmt." Cr tröstet sichdarüber mit der Ucberliefernng von dem Kasten, die er, wie wir wisse»,als sehr bestimmend über den Nock betrachtet.

2) Diese schon" früher von uns veröffentlichte Erzählung verdächtigtHr. Clemens S. ll l. in einer und nicht ganz verständlichen Weise.Er meint, es sei dabei ans eine Täuschung des Äsers und eineVerwirrung der Frage abgesehn, va unser Ercerpt ebenso gut wiedas Original eine Va riante zu den Gesten bilde. Ebenso? Hat das Origi-nal nicht eine Variante mehr? Erklärt sich nicht eben oaraus die Ent-stehung unseres Irrthnnis? Es scheint, als sei Hn. Clemens geradedies Verdrießlich: seinen Äsern soll nicht ein Irrthum, sondern eineVerfälschung wahrscheinlich bleiben. Eine, gegen uns wenigstens,gefahrlose Polemik. Er kann sicher sein, auf diese» Wegen vonunsrcr Seite durch keine Vcrtheidigung belästigt zu werdest