Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
33
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Erzbischof Bruno, der sich ohne Widerspruch Thiofricds Buchwidmen ließ. Würde etwa Hr. Bischof Arnoldi die Dedica-tion des Hcchtschcn Büchleins ohne Bemerkung annehmen, indem die Aechtheit des Argcnteuiler Rockes bewiesen wird?

Man kann also nur sagen, daß im 11. Jahrhundert eineLegende in Trier eristirt hat, von einer Kiste, worin tinter An-dern einige Menschen den ungenähten Rock vcrmuthcten, welcheMnthmaaßnng jedoch gleich beseitigt wird. Wir werden der Legendeselbst im Folgenden weiter begegnen, und bemerken noch, daß dieBürgschaft für ihre thatsachliche Wahrheit, für die Wirklichkeitjener Kiste, so schwach wie möglich ist. Denn die Vita Agriciiist überhaupt ein ganz grundschlechtes Produkt, was Alle beher-zigen mögen, die in ihr das Palladium des ungenähten Rockeszu besitzen glauben. Natürlich ist auch der Hr. Doctor für das-selbe sehr günstig gestimmt. Die ganze Darstellung, sagt er/)trägt das Gepräge eines frommen, gläubigen, durchaus redlichenund kindlich unbefangenen Gemüthes. Nun ja, Gläubigkeit undKindlichkeit ist ihr nicht abzusprechen. Ganz kindlich versichert derVerfasser, Papst Sylvester habe im Jahr 326 die Gefta Trcvirvrnmstudirt, ganz gläubig nennt er den großen Bruno einen Erzbi-schof von Cölu und Trier, höchst unbefangen erklärt er denNamen Agricins gleich Agriscins, jemand der sich auf den Acker-bau, den geistlichen nämlich, versteht. Wie im Allgemeinen seinTalent beschaffen ist, möge folgende Homilie erweisen, in derer das damals heidnische Trier und die Verdienste des bekeh-renden Agricins feiert. Wie Gottes Erbarmen wegen AbrahamsGlauben der alten Sara Fruchtbarkeit gab, so befruchtete eswegen des Glaubens des Agricins Triers alte Dürre: und wieein Holz, wenn der kluge Ackerbauer (aZrieola) es neben Wasser-flüsse gesetzt hat, stets die Wucht grüner Blätter trägt, so dehntejener Heilige, aus dessen Bauche lebendige Wasser flössen (ex cniusvenire aguae lluxeriint vivae) die geistliche Fruchtbarkeit seinesAckers auf alle Nachwelt aus.

Wir denken, ein solcher Schriftsteller hätte wohl, ganz un-befangener Weise, eine ihm als alt überlieferte Sage, als

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