Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
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3. Sic ist völlig unbrauchbar zu dem Beweise,daß die vvllständigenFormen der Urkunde älter seien,als die kürzeren. Urkundlich erscheint der Rock zumerstenmale in den ältesten Gesten, nach 1120.

Nachweislich ist in den später» Gesten (13. Jahr-hundert) die Urkunde zu der Gestalt erweitert wor-den, die sie in Balduins Sammlung zeigt.

Der Hr. Doctor aber möge nnö erlauben, ungcirrt durchdie Baldninsche Sammlung zu der Prüfung der übrigen For-men der Urkunden fortzuschreiten, und an ihnen unfern Satzweiter zu prüfen, daß jede kürzere, eben weil sie kürzer ist, einhöheres Alter als die vollständigen hat. Seinerseits wolle ersich die Lehre abnehmen, daß es jedem Schriftsteller nützlich ist,seinen Gegenstand wenigstens einiger Maaßc» zu kennen, undüber Urkundcnbücher nicht eher mitzureden, als bis er weiß,was darin steht.

8. 2.

Die älteste Form der Sylvesterurknnde steht bei Brower.

Browcr in den Annalen von Trier IV, 2. druckt die Ur-kunde Sylvesters ab, nach einer, wie er sagt, sehr alten Hand-schrift. Hier bestätigt Sylvester den Primat Triers, welchenPetrus einst dem h. Eucharius und dessen Gefährten durch seinenStab übertragen habe. Weiter ist nichts darin gesagt, es fehltdie unsinnige Bezeichnung des Agritius als Patriarchen vonAntiochien, es fehlt jede Erwähnung der h. Helena und allervon ihr nach Trier gesandten Reliquien', mithin auch des h.Rockes.

Brower wiederholt diese kurze Form in der ungedrucktcnlVlotropolis Teevir. Er beruft sich in den Annalen in Bezugauf Helenas tricrsche Geburt, die antiochische Herkunft desAgritius, das Geschenk der Reliquien, nicht ans die Urkunde,sondern auf andere Quellen. Er sagt nach Thiofrid, daß im11. Jahrhundert die Tunica in Trier unbekannt gewesen sei.Er sagt ausdrücklich, sehr alte Nachrichten erwähnten denPrimat, und alle Nachkommen sagten, durch Constantins undHelenas Gunst habe Agritius die Erneuerung desselben erhalten.