Und hier verlassen wir die archäologischen AuscinandersctznngcndcS Hn. Ur. Clemens. Es ist uns nicht in den Sinn gekommen,unsere Arbeiten für fehlerfrei in irgend einem Sinuc zu halten.Aber nachdem wir setzt alle seine Einwürfe — und unseres Wissensist uns keiner entgangen — beantwortet und in ihrer Nichtswür-digkeit aufgezeigt haben, dürfen wir wohl aussprechen, daß wir sei-ner zudringlichen und hochmüthigcn Belehrung nicht bedurft haben.Zugleich aber erlauben wir uns, ihn daran zu erinnern, daß er sechsWochen vor dem Erscheinen seines Buches in daS hiesige Wochenblattvom 6. März (vgl. die Rhein- und Mosclzeitung vom 5.) eine Jn-haltSanzeige desselben hat einrücken lassen, in welcher wörtlich stand:„Die archäolog ischen Bcw eise des Herrn Gild eine ist er„sind ohne alle archäologischen Kenntnisse gc-„sührt." Nicht unS hat er damit beschimpft; nunmehr aber kanner daraus Veranlassung zu nachträglichen Sclbstbetrachtungcn ent-nehmen.
Noch ein Punct ist zu erledigen. Wir hatten in der StelleMarc. 6, 9 die zwei Tuniken, welche Christus seinen Jüngern an-zuziehen verbietet, als eine obere und untere erklärt, und darin dasVerbot einer zweiten gefunden. Die anderen Kämpen deö Trierer
Er sagt S- 49: „Hätte» sie Brau» oder die andern Autoren gelesen,„so wüßten sie, daß die jüdische Wcbckunst gänzlich verschwunden ist,„und jetzt keiner eigentlich urthcilcn kann über die Structnr des Rockes.„Die Art, wie jetzt das Leinen und die Wolle gewebt wird, war zu den„Zeiten Jesu ganz unbekannt, und sie ist ganz verschieden von der jü-dischen, daher auch selbst die Maschine oder der Webstuhl anders ein-gerichtet war. Bei Brann findet man eine Zeichnung der alten jü-dischen Maschine. Es würde uns zu lange aufhalten, wollten wir aus„den belobten Autoren die Art z» weben näher beschreiben." Schade,daß Hu. Bintcrims Zeit so kostbar ist, wir würden, nach dieser Probezu urtheilcn, spaßhafte Dinge zu hören bekommen haben. Und wel-chen Verstand hat er schon in diesen wenigen Worten bewiesen. Wenn manbei Braun eine Zeichnung der alten jüdischen Maschine findet, so kenntman ja die jüdische Art zu weben. Natürlich ist alles Weben im we-sentlichen eins, und die Webstühle der alten Aegyptcr, die in ihrenDenkmalen abgebildet sind (Wilkinson a. a. O. Iii, 1Z4. 135.l, sindzwar roh, aber beruhen ganz ans demselben Princip, wie die »nsrigcn.Brann und die andern Autoren behaupten auch eine derartige Verschie-denheit gar nicht, und jenem kam es nur daranf an, nachzuweisen,daß es möglich gewesen sei, eine solche Tunica aus einem Stück zuweben. Zu diesem Zweck erfand er einen Webstuhl, wie er bei den He-bräern zu solcher Arbeit vorauszusetzen sei, und dieser ist es, den erabgebildet hat.