Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
52
Einzelbild herunterladen
 

ausführlich crplicircn, und setzen sie zuerst ihrem Wortlaute sbci Eu-sebius KGsch. Ii 23) nach her, indem wir auch den Satz, in wel-chem sie Hr. Clemens S. 12 aus gutem Grunde abgebrochen, voll-ständig geben:

Jakobns, der Bruder des Herrn, war von Muttcrlcibc angeweiht. Wein und starkes Getränk genoß er nicht und nichts,was Leben gehabt hatte. ') Kein Schecrmesscr kam auf sein Haupt,er salbte sich nicht mit Oel, noch gebrauchte er ein Bad. Ihmallein war es erlaubt, das Hciligthum zu betreten, denn er trugnicht Wolle, sondern Leinen, und er allein ging in denTempel und man fand ihn dort auf den Knicen liegen und Ver-leihung für das Volk erstehen, so daß er Schwielen an den Knicenwie ein Kamcel bekam, weil er immer betend auf den Knicen lagund dem Volk Verzeihung nachsuchte."

Wir hatten gesagt: Hcgcsippns hebe es als etwas besonderesbervor, daß Jakobus keine wollene, sondern leinene Kleider getragen,und daraus geschlossen, daß wollene Kleidung auch in Palästina dieder Männer gewesen sei.

Hr. Hr. Binteriin meint dazu S. 48:Die Prof. beziehensich auf eine Stelle deS Hcgcsippus, die sie in ihrer hohenWeisheit nicht verstanden haben. Sie sagen, Hegcsippus hebeals etwas besonderes hervor, daß Jakobus keine wollene, sondernleinene Kleider getragen. Allein Hegcsippus sagt dies von Jako-bus, weil er ihn als einen levi tischen Priester dar-stellt, der nur in leinenen Kleidern die amtlichen Verrichtungenausüben konnte."

Hcgcsippus beschreibt den Jakobus vielmehr als Nasiräcr undzwar so, daß die Ausdrücke für das eigentliche Nasiräatsgelübdewörtlich mit den griechischen Törten von 4 Mos. 6, Richter 13, 4 ff.Luc. l, 15 stimmen. Was hier mehr erwähnt ist, die Enthaltungvon Fleisch, Bädern, Salben kann Schärfung des Gelübdes oderNnkcnntniß des Schriftstellers, oder, wie Giescler meint, vonspätcrn Ebioniten nach ihrem Ideal eines christlichen Asketen gefa-belt sein. So viel ist sicher, daß davon nichts auf einenlcviti-

1) Hr. Clemens:noch cr von Lebendigem." Das wäreauch ein eigner Appetit gewesen.

2) Kirchengcsch. I, 91 der 2. Ausg.