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1 (1845)
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legen hier abdrucken zu lassen, halten wir für zwecklos; der Hr.Philosoph, der mit solcher Sicherheit unsere Kenntnisse in einemFach zu bcnrthcilcn weiß, zn welchem Vcrständniß dieser Sprachenein unentbehrliches Ersordcrmß ist, würde sie nicht einmal lesenkönnen. Sonach kann die Bedeutung Leinen erst von der BedeutungGewand ausgehn, und nicht zufällig ist es, daß dieser Ucbergangsich gerade auf aramäischem Sprachgebiet zeigt, denn an denBabylonicrn wird hervorgehoben, daß sie leinene Unter- undwollene Obertunikcn getragen. Hieraus ist nicht zu schlie-ßen, daß diese Art von Kleidern ursprünglich oder immer oderauch nur vorzugsweise von Leinen gewesen sei; wenn man auchuicht zn allen Tuniken Leinen nahm, so diente andererseits dasLeinen nicht leicht zu andern Gewändern z. B. zum Obcr-kleid, welches unbestritten überall von Wolle war. Aus demsel-ben Wort hat sich in späterer Zeit, als die Baumwolle allgemeinerwurde, im Arabischen weiter das mit der Wurzel leutunu nicht zu-sammenhängende linUm sür Baumwolle gebildet; wer darausschlösse,daßin früheren Zeiten die baumwollene Tracht die allgemeine"gewesen sei, würde irren, jedoch nicht mehr, als wer das Gleichevon der Leinwand folgert. Es liegt übrigens auch in der Naturder Sache, daß wollene Kleidung, vor allem bei einem Nomadcn-volkc, wie die Hebräer zuerst waren, die ursprüngliche war. Diesehr zusammengesetzte Bereitungsart des Flachses kann erst eine spä-tere Erfindung sein, und ein historisches Zcugniß dafür habenwir an dem neuerlich bei Hovard Vpsc's Untersuchung der Pyrami-den entdeckten Grabtuch deS alten ägyptischen Königs Myccrinus,das von Wolle ist, während es feststeht, daß die Leichname bei denAegypten: aus religiösen Gründen nur in Leinen gehüllt werdendursten, und das folglich nothwendig vor die Erfindung des Lei-nens fällt.

Die Stelle des Hcgesippus, die wir angeführt, giebt unfernGegnern ebenfalls Stoff zu Einwendungen. Wir wollen dieselbe ihnen

1) Hcrod. I, 195. Strabo XVI, 1, 2l).

2) Uni ein ähnliches Beispiel anzuführen, erinnern wir daran, daß dasWort Pallium, welches im Altcrthum ein Oberkleid heißt, im mittel-alterlichen Latein, wie daö daraus entstandene mittelhochdeutsche P fei-let (vgl. Wackernagcls und Ziemanns Wbb.I, einen bestimmten seide-nen oder baumwollenen Stoff bezeichnet. Viele Belege finden sich beiDncange- Es gab aber natürlich viele Pallien von anderm Stoffe, unddieser war sogar weit entfernt, der ursprüngliche des Palliums zn sein.