Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
48
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auS Leinen gemacht sei. ') Eine andere Nachricht, die den Nockaus Wolle sein läßt, theilten wir im Nachtrage der zweiten Auf-lage, und zu einer Zeit, wo an dem ersten Bogen zu ändern nichtmehr in unserer Macht stand, mit. Wir gaben sie als eine glaub-würdige, wie sich denn in einem andern Punct ihre Richtigkeit völ-lig bestätigt hat, nicht als eine gewisse; wir gebrauchten den Aus-druck: "der Stoff, wird versichert, sci von Wolle" und, da wirnicht entscheiden konnten, welche Angabe die richtige sei, so mußtenwir beide referircnd neben cinanderstcllen, die Gewähr ihren Urhe-bern überlassen und um nähere Aufklärung bitten. Hr. Clemensbleibt nicht ganz bei der Wahrheit, wenn er S- 10 sagt, wir hät-ten den Stoff- unbedenklich älö Wolle angenommen und S. 36,wir hätten ihn nicht mehr bezweifelt, und uns zum Vorwurf machenwill, daß wir die widersprechenden Berichte abgedruckt hätten. Isthier eine Schuld, so liegt sie in den halben und ungenauen Angabender alten und neucrn Trierer Geistlichen, die entweder den Stofffür Leinen erklären oder gar nichts darüber sagen.

Wir waren der Meinung gewesen, daß als Stoff der TunicaChristi mit größerer Wahrscheinlichkeit Wolle anzunehmen sei, ohneindeß hieraus eine bestimmte Folgerung gegen die Aechthcit desRockes zu ziehn. Aus den Schilderungen der außerordentlichen Fein-

Dorschcus mittheilt, wird die Tunica genannt «livini corporis tnctiiconscorsüi, llominici omoris purpurn tincta et üccolornm ä5r. La-ven übersetzt das letzte Wort durch cutfärbt, vcrschossen, undbelegt diese Bedeutung für die wohl, welche sie etwa nicht wisse» soll-ten, vnrch eine Stelle Scnccaö, mit welcher Forccllini seine» Artikel überdas Wort eröffnet. Der Zusammenhang obiger Worte zeigt aber, daßes hier bloß gefärbt heißen soll. Hr. Laven hätte die Bedeutungnehmen müssen, welche Forccllini eine Zeile weiter anführt: (lonsucwäoctocotorare usurpat pro tocclo coloro imbuere, sivc proprius roi CO-lor mutctur sivc uon, z. B. sanguis llecoioravit innre. In schlech-ter Latiuität heißt es geradezu bemalen vgl. Ducange s. v.

1) Hr. Ney S. 15 gicbt nnS zwardie beruhigende Versicherung," daßderselbe aus feiner Wolle bestehe, und wir sind gern bereit, ihn in dieZahl der Zeugen aufzunehmen- Wir können uns indeß nicht enthal-ten, die gleich darauf folgenden Worte dieses fcincg Kopfes, auf densich Hr. Clemens verschiedentlich mit Wohlgefallen beruft, unser» Lesernmitzuthcilen:Ob etwa ans Tibetanischer Ziegcnwolle, konnten wirjedoch nicht bestimmen, was ich aber um so mehr glaube, als zu ChristiZeiten in Jerusalem die bessern und feiner» Kleidungsstücke, so wieauch die Priesterklcider daraus gefertigt wurden, und diese Ziegen ver-schiedenfarbige, je nachdem sie erzogen, sind; was wir auch bei denThiercn im Allgemeinen und besonders dieser Gattung finden." Undso geht der Unsinn weiter.