Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
45
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billig, wenn wir daS Gewicht der gereinigten, aber gefärbten Wolledem der ungereinigten, rohen gleichsetzen.

Das römische Pfund wog nach den neuesten Untersuchungen ')6165 Par. Gran, das Berliner wiegt 8895, folglich ist ein rö-misches Pfund ungefähr Berliner gleich, und aus ihm konntevon dem erstem Stoff 1^/i,>», von dem zweiten Quadratcllcngewebt werden. Zu 9 Quadratcllcn waren also im ersten Falleetwa 6'/z, im zweiten 19 T Wolle erforderlich.

Der römische Denar der Republik war, wenn wir abermals dieBerechnungen Bocckhs annehmen, 6s/z Silbcrgroschcn Werth, folg-lich 199 etwas über 22 Thaler Pr. Cour. Ein Gewand von derGroße des Trierer Nockes hätte also von dem sehr dünneu Stoff139 Th., von dem dickern 229 gekostet. Wenn nun zuletzt noch inAnschlag gebracht wird, daß der intensive Werth des Geldes damalsgrößer war, als jetzt, so dürste allerdings eine solche Summe aufein einziges Hemd von diesem wohlfeilen Purpur zu verwenden,als ein ziemlicher Luxus erscheinen und sich weder mit möglichstdürftigen Verhältnissen, noch mit dem oben S. 38. aus den Evan-gelien Zusammengestellten sonderlich reimen, dagegen aber zeigen, wieChristus Luc. 16, 19 einen übermiithigen Luxus mit den Worten,/er kleidete sich in Purpur und Bpssus" zeichnen konnte.

Gegen unser Argument, daß die Bekleidung mit dem Purpur-mantel widersinnig wäre, falls Christus schon vorher in diese oderauch nur eine ähnliche Farbe gekleidet war, borgt Hr. Clemens denarmenkritischen Schneidern" einen Einwand ab. Christus seienvorher die Kleider ausgezogen worden. Wohl, aber es kommt le-diglich auf den Abstich des Purpurs von seiner sonstigen Kleidungan, und dieser bleibt der nämliche, mochte man ihm die Kleider vor-her ausziehn oder nicht. Eine ungereimte Verdächtigung derkri-tischen Schneider" ist, uns sei die vorherige Entkleidung unbekanntgewesen. Wenn aber sie und Hr. Clemens sich die Vorstellungmachen , Christus sei aller Kleider beraubt worden, so ist daS derSache ganz unangemessen. Denn um ihm einen andern Mantelumzuhängen, mußte man ihm allerdings den scinigen abnehmen, kei-neswegs aber die Tnnica ausziehn, um so mehr als die ChlamyS

1) Beeckh inctrol- Untcrs. S. 165.2j Daselbst S. VII. 452.