Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
35
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Bei Marc. 12,38 mißbilligt Christus an den Schristgclehrtcn,daß sie gern erro?.«^ in Stolen umhcrwandcltcn. Versuchenwir, welche von unsern beiden Bedeutungen anzuwenden ist.Kann das Wort hier Kleidung überhaupt odersede Art von Klei-dung" bezeichnen? Dann würde also Christus fordern, sie solltennackt gehn. Mit solcher Auslegung werden wir nicht weit kommen.DaS Wort muß also doch wohl, da es ganz absolut steht, Bezeich-nung einer bestimmten Art von Kleid sein, und hier ist an kein an-deres zu denken, als an die lange Tunica, die «tola im römischenSprachgebrauch, wie eS denn die Vulgata einfach durch in slulmübersetzt.

Unsere Gegner, die dies durchaus nicht zugeben wollen, stren-gen allen ihren Witz an, etwas Besonderes aufzufinden, das in demWort crrnX/s enthalten sei.

Der sinnvolle Hr. Ney meint S. Ist:Hätten die HerrenProfessoren auch nur als Schulknaben ans die Erklärung der Bibelbei ihrem Ncligionslehrer aufgepaßt, so hätten sie eingesehen, daßChristus an diesen Stellen vor solchen Schriftgelehrten warnt,welche bloß zum Scheine und Betrug sich mit langenTuniken bekleideten. Tie Herren Professoren wollen demnach,wenn sie wieder Bibelstcllen citiren, sich besser in Obacht nehmen,weil biblische Stellen ihnen spanische Dörfer zu sein scheinen."

Diekritischen Schneider" wissen mit großer Sicherheit zu sa-gen, daß die Rede von einer zweiten Tunica sei, wie sie Christusseinen Jüngern Marc. 6, 9 ') verbot. Hr. Clemens stimmt S. 25bei. Der Beweis, daß nothwendig den Begriff der obcrn

Tunica habe, ist wahrscheinlich vergessen. Den Gegenbeweis liefertdie angeführte Stelle des JosephuS neben vielen andern, wo e?ro).ssvon der den Körper zunächst bedeckenden, und sogar von der unternTunica von zweien steht. Auch weist die Verschiedenheit deS Aus-drucks diese Erklärung ab; dort sagt Christus nicht: ziehet nichteine Stola an, und hier nicht: in zwei Tuniken wandeln. Dascharakteristische der ist also nur, daß sie lang war, und da-

t) Hr. Clemens wendet gegen unser ans dieser Stelle genommenes Ar-gument ein, daß darin von der Form der Tnniea keine Rede sei. Wirmüssen ihn» also den bekannten und von uns S. 3 Note c hervorgeho-benen Umstand melden, daß von zweien die obere Tnniea lang war. Be-weist er das Gcgcnthcil, so wollen wir dies Argument aufgeben.