Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
33
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Me'il sei immer ohne Acrmel gewesen nnd der Unterschied der, daßKetonet passim ein solches mit Acrmeln bezeichne. Ersteres schließter auS JosephuS ^nt. Ill, 7, 4, wo aber dieser es bloß von demMcil des Hohenpriesters aussagt. Es läßt sich in den Nachrichtenvon dem antiken Costüm durchgehcndS beobachten, daß, wenn zweiTuniken getragen wurden, nur die eine, und zwar bald die oberebald die untere, Aermel hatte. Diesem angemessen ist es, daß dashohcnpriesterliche Meil bei Josephus keine Aermel hat, da seine un-tere Tunica bereits mit solchen versehen war. Im alten Testamentkommt von Aermcln nichts vor; wollen wir daher nicht jenes ausder Natur der Sache hervorgehende Verhältnis; auch hier annehmen,so können wir eben gar nichts darüber sagen.

Daß auch in späterer Zeit die Tunica im allgemeinen kurzgetragen wurde, dafür hatten wir unter anderm angeführt, daß Jo-sephus ausdrücklich die Länge der Pricstertunica hervorhebe. Hr.Clemens findet diesenSchluß völlig übereilt, denn Josephus, dergriechisch schrieb, würde die lange Tunica durch das einfacheWort Chiton gar nicht haben bezeichnen können." Da Chitondas generische Wort ist, so stand dem nöthigcnsalls nichts im Wege,wie sich unser Gegner, der seine eignen Schlüsse vcrmuthlich immerfür bedächtige hält, z. B. auS dem Philo überzeugen kann, welchergriechisch schrieb, und doch II, 156, 25 die lange Tunicadurch das einfache Wort Chiton bezeichnet.

Eine fernere und für das ucntestamcntliche Verhältniß wichtigeDifferenz betrifft die Erklärung des Worts in verschiedenen

von uns angeführten Beweisstellen. Hr. Clemens S. 19 Note:muß hier bemerken, daß, wenn H. G. das griechische Wort aro^'für gleichbedeutend mit slvln, als Bezeichnung der weiblichen Tunicanimmt, dies eine völlige Unb e ka n ntsch ast mit dem grie-chischen Sprachgebrauch ') verräth." Wenn er aber gleich

1) Wir sind es gern zufrieden, diesen Vorwurf mit solchen Ercgeten zutheilen, die gerade durch völlige Bekanntschaft mit dem griechischenSprachgebrauch berühmt sind, wie Winer, der Bibl. Rcalwb. II. 66sich so ausdrückt:Im N. T> ist irroliz, wie sie die Schristgclchrtentrugen, Marc. 12, 33 ein langes, bis an die Knöchel reichendes Kleid."Von andern Eregcten führen wir, als uns augenblicklich zur Hand befind-lich, an (die meisten Übergehn es, als sich von selbst verstehend! Fritzschc,Raphelius, Munthe zu Marc, 12, 38, Lightfoot zu Luc. 2V, 46.Man sieht, wir haben bei dieser Auslegung nicht die Ebre der Erfin-dung. Uebrigcns nehmen wir aus dieser freundlichen Bemerkung des