Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
28
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wir ein ausdrückliches Zeugnis?, daß die punische Tunika kurz warund erst in später» Zeiten verlängert wurde; wenn dennoch beiPlautus ein panischer Kaufmann wegen seiner langen und mit Aer-mel versehenen Kleider verspottet wird, so ist das nicht etwa ein Wider-spruch, sondern die Neichen, Luxuriösen, Vornehmen haben langeGewänder, während die Mäste des Volks sie kurz trägt, und darinbesteht eben der Unterschied von den beiden elastischen Völkern, daßbei diesen und namentlich bei den Römern alle ohne Ausnahme diekurze Tunica haben. Von den Punicrn schließen wir mit Recht aufdie Phönicier, als dasselbe Volk; von diesen auf die Hebräer, alsein sehr verwandtes, aber nicht in der Weise, wie Hr. Clemens,daß die lange Tunica überhaupt Sitte der Hebräer gewesen sei,sondern, wie wir es gethan, daß ihre Vornehmen sie getragen..

Der Hr. Doctor ficht also in die Lust, wenn er uns beweisenwill, daß die „lange Tunica bei morgenländischen Völkern keines-wegs als ungeziemend für die Männer erachtet wurde". Den»dies haben wir so wenig geleugnet, daß wir es ausdrücklich alsTracht der Vornehmen anführen. Nur dürfen wir nicht verschwei-gen, daß die neuen Argumente, mit denen er es erhärten will, nichtwenig hinken. Es sind deren zwei (S. 193. Josephus erzähle,daß Caligula weibliche Stolen getragen, folglich unterscheideer männliche Stolen von diesen. Ganz recht, und daß hebräischeMänner Stolen getragen, ohne daß Schriftgelchrte, wie auch Jose-phus einer war, daran Anstoß genommen, konnte Hr. ClemensMarc. 12 , 38 lesen. Ucbrigens spricht JosephuS von römischenVerhältnisten; was das für errol«/ waren, die Caligula trug, wäreallenfalls z. B. aus SuetonS Calig. 52. und 5-1 (mim xai/a tu-nicuguö luluri) zu ersehen gewesen, ans welchen Stellen sich auchergiebt, daß hier bloß allgemein Kleider heißen kann.

Item werden zu solchem Beweis ein paar Stellen des Kleinens an-geführt , der in Alexandrien als Grieche griechisch für Griechen

8. 337. 21 den Chiton der Hebräer. Phoenicicr und Punier lang nenne.Für die Hebräer hat Müller keinen Beweis citirt, und in hebräischerAiterthnmskunde, einem von griechischer ganz verschiedenen Felde. Auc-torität zn sein, hat dieser große Gelehrte, den auch der Vf. dieses alsseinen Lehrer in der Archäologie verehrt, nie den geringste» Anspruchgemacht. Derselbe fügte gerade den von ihm angeführten Belegen dieStelle des Tcrtnllian mit einem vorgesetzten vcrg l. bei, woraus sedcrandere, als Hr. Clemens, entnommen hätte, daß er dadurch eben eineabweichende Stelle bemerken will.