Indes; wir wolle» dein Gegner alles lnshcrige zugeben. DasSchauspiel, wie er sich in dem Dickicht seiner archäologischen Unwis-senheit immer tiefer verrennt, ist zu heiter, und nebenbei siir seinenganzen Standpunct zu characteristisch, als daß wir cö nicht unscrnLesern vollständig gönnen sollten. Christus trug das von Klemensbezeichnete hohenpriesterliche Gewand; wohl! so hat er den TriererRock nicht getragen.
Der Talar des Hohenpriesters steht 2 Mos. 23, 31—35; 39,22—26 beschrieben. Er war ganz und gar dunkelblau'); derTrierer Nock ist nach den genauesten Nachrichten bei Hn. ClemensS. 34 dunkclroth mit gelblichen Figuren.
Der Talar hatte nach Angabe der spätcrn sJoscphuS lIl, 7, 4;denn das A. T. erwähnt diesen Umstand nicht) keine Acrmel, son-dern bloße Oeffnungen an den Seiten, um die Arme durchzustecken.Der Trierer Rock hat Acrmel.
Und endlich will nun gar das Unglück, daß gerade das, woraussich der Beweis des Hn. Doctor gründet, die Blumen, dem Talarvon Klemens irrthümlich beigelegt werden; diese Meinung ist ledig-lich ein Mißverständnis einiger Griechischen Schriftsteller und imhebräischen Text nicht begründet.
Der Text nämlich sagt 2 Mos. 28, 33: es sollen aus seinemSaum rings umher Granatäpfel gemacht werden, blau, Purpur,carmcsin und weiß ^); zwischen diesen ringsum goldne Schellen,beide mit einander wechselnd.
Von Blumen ist also nicht die Rede, und ebenso wenig wissenSirach 45, 9 und Joscphus etwas von solchen. Letzterer ch sagt:„An den Füßen aber waren daran gesetzt Behänge (S-iu«,nach„Art von Granatäpfeln gefärbt, herabhängend, und goldne Schellen,.„zierlich gearbeitet, so daß immer zwischen zwei Granatäpfeln eine
1) Vgl. Vahr Symbolik des nies. CultnS l, Ayz ff., dessen Differenz vonHartmann und andern eigentlich keine ist. Daß Klemens von Aler. sei-nem bnntblumigeu Talar dieselbe Farbe zuschreibt, ergicbt sich daraus,daß auch er die Deutung hat, weiche Josepbns und Philo vortragen.Weil jenes Dunkelblau nämlich die Farbe des südlichen Himmels ist,sehen sie in dem Talar ein Symbol der alles umgebenden blauen Luft,de« Himmels, der Welt. Dieselbe Deutung hat Klemens an den bereitsangeführten Stellen S. 664. 66g.
2) Letzteres ist ans Cap. Ig, 24, den >xx „nd dem Samaritanischen Tcrt»vgl. die große Masora zu dieser Stelle, hinzuzufügen.
S) änt. III, 7, 4. vgl. v. K V, S, 7.
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