Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

auf die erscheinenden Dinge beziehende Symbole die vom Himmelbis zur Erde reichende Harmonie darstellt." ')

Auf gleiche Weise zeigt daö Wort , buntblumig,

eben dies nämliche Kleid des Hohenpriesters an. Die nähere Er-klärung davon folgt unten. Hier machen wir nur darauf aufmerk-sam, daß die bunten Sinnbilder der erscheinenden Dinge dendort erwähnten, bunten Blumen entsprechen, mir daß die Deutung,wie dies bei jener willknhrlichcn und wechselnden Allcgorifirunghäufig vorkommt, eine andere ist.

Folglich muß das Kleid, das der Hr. Doctor auf Klemens gestütztChristo zuschreibt, der hohenpricstcrliche Talar gewesen sein. Andiesem waren nach der Angabe des Kirchenvaters selbst 369 Glockenbefindlich ; consequenter Weise muß also der Herr Doctor auchnoch die 399 Glocken zu dem Auzuge Hinzuthun. Nun male mansich das schöne Bild aus, das uns eine Exegese, wie die unseresPhilosophen, liefert: Christus, von Holz, in buntblnmigcm, respcc-tivc mit Vögeln bemaltem Kleiec, den Bart von Ocl triefend, ausden Köpfen der hebräischen Könige sitzend oder mit seinen 399Glocken durch das jüdische Land klingelnd!

Der Talar des Hohenpriesters, von welchem bei Klemens dieRede ist, bildete einen wesentlichen Thcil der AmtStracht des Hohen-priesters. Joscphns bezeugt, was sich schon von selbst versteht, daßNiemand außer ihm und auch er nur bei den bestimmten Gelegen-heiten ihn tragen durfte; er ward sorgfältig in einer eigens zu die-sem Zweck erbauten Burg verschlossen gehalten, und die Ehre derBewahrung bilecte einen Strcitpunct zwischen den Priestern undHcrodes und den Römern. Wenn schon der Anspruch der levi-tischen Musiker auf eine Priestertunica als eine die göttliche Strafeherabrnfcnde Gcsetzvcrletzung galt, so konnte Christus wiedernicht ohne Verbrechen sich ein solches Gewand anmaßen.

1) Strom. 964 (249 8. 591 9.^: vuoko/er H

llittNükv-/ (Ittt slü»? Tlovx ?«

/Uk/Ni «,>l<7aou^iz <70^-

2) Strom, p. 698. (241. 8. 494 I'.)

I) Xnt. XVIIl, 4, 2. XX, 1, 1.

4) kos. Xnt. XV, II, 4.

5Z 11>id. XX, 9, 6.