Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
7
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da der Tempel -vom Belke angefüllt war, ausgeführt, aber etwavierzig der Thäter sogleich ergriffen. Herodes erstaunte über dieFreudigkeit, mit der sie zu sterben bereit waren, und ließ sie hin-richten. Später unternahm Pilatus, den Trotz der Juden zubrechen, und während frühere Procuratoren ehe sie nach Jerusalemzogen die Bilder von den Feldzeichen abgenommen hatten, ließ ersie des Nachts in die Stadt bringen und aufstellen. Kaum wardies bekannt, als auS dem ganzen Lande eine große Menschenmengenach Casarea zog, um die Zurücknahme des Beschlusses zu bewirken.Fünf Tage und fünf Nachte verharrten sie vergebens flehend, unbe-weglich ans die Erde hingestreckt. Pilatus best sie endlich mit Sol-daten umringen und drohte mit augenblicklicher Nicdermetzelnng,wenn sie nicht zu lärmen aufhörten und zu Hans gingen. Aber sieerklärten fest, lieber sterben, als das Gesetz verletzen zu wollen,und selbst der römische Machthaber mußte nachgeben.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich, als der Kaiser Caligula,um die Aufstellung seines BildcS im Tempel zu erzwingen, denPräses von Syrien Petronins mit bedeutender Hceresmacht nachJerusalem sandte. Da machte sichdas ganze Jüdilche Volk" aufund kam in unzähligen Schaareu mit Weib und Kind aus demganzen Lande nach Ptolemais, wo Petronins Halt gemacht.Wieeine Wolke bedeckten sie Phönicien"; sie lagen fünf,ig Tage langschreiend und flehend vor Ptolemais und versäumten, obschon eineallgemeine HnngcrSnoth zu befürchten war, während der ganzenZeit alle Erndtearbeiten.Es sei ungesetzlich, das Bild einesGottes, ja bloß eines Menschen nicht blos im Tempel sondern auchnur an irgend einem profanen Ort des Landes zu errichten; sieseien bereit, für daS Gesetz alles zu dulden; zuvor müsse er dasganze Jüdische Volk hinschlachten; lieber boten sie sich mit Weibund Kind zur Erwürgung dar." Petronins gab, auS Mitleid undschon der in Aussicht stehenden Hungersnoth wegen, vorläufig nachund der Tod Caligulas machte diesmal der Coliision ein Ende. ')

Achnlich hatte sich etwas früher Vitellins, der ein Heer durchJudäa führen wollte, durch die Bitten der Juden zu einem Umwegebereden lassen. Eine Gesandtschaft stellte ihm vor, daß ihnen schon

1) km. XVII, 6, 2. II. .1. I, 33, 2.

2) km. XVIII, 3, I. II. .1 II, 9, 2.

3) km. XVIII, 8, 2. II. 3. II, 19, I. llbilo Ilm. II, 37t> sgg.