Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
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äußerster Strenge gehalten, kein Bild jener Art im heiligen Landegeduldet, und nicht etwa bloß Göttcrstatuen und zur religiösen Ver-ehrung bestimmte Bilder betraf das Verbot, sondern auch architekto-nische Verzierungen und dergleichen. Von den Römern ward diesesVorurtheil nicht immer geschont; aber jeder Versuch, ein Bild indas Land zn bringen, erregte c'ue Empörung; die Juden gingen mitfreudiger Halsstarrigkeit in den Tod, um nur nicht zu dulden, daßdas Bild eines Thieres in dem heiligen Lande gesehen werde, unddiese Ursache war keine der geringsten, an denen sich der Krieg ent-zündete, welcher dem Jüdischen Staat ein Ende machte.

Einige Züge aus der Geschichte werden dies anschaulich ma-chen. Da bei dem Ausbruch des jüdischen Krieges Joscphus alsBefehlshaber nach Galiläa gesandt war, hatte er namentlich denAuftrag, in Tibcrias den von Hcrodes Antipas erbauten Palast zuzerstören,weil an diesem Thiergcstalten waren, während das Ge-sttz irgend etwas der Art zu verfertigen verbietet". Griechischgebildete hasmonäischc und idumäische Fürsten wagten eS nicht ihrePaläste mit Bildwerken zu verzieren und errichteten dergleichenBauten nur außerhalb Judäa's ') ; aber auch das ward höchst übelaufgenommen, es galt als Auflösung der väterlichen Religion undS'ttc, und Hcrodes z. B. konnte nur durch Steuererlaß und ähn-liche Mittel den Unmuth der stets murrenden Juden von einemAusbruche zurückhalten. Auf dem großen Tempeltbor hatte erals Wcihgcschenk einen goldenen Adler aufstellen lassen. Zwei Schrift-gelebrte entstammten ihre Schüler durch Vorstellungen, daß cSBssicht sei, sich, um das verletzte göttliche Gebot zu rächen, derGe^abr des Todes auszusetzen, da solches Martyrcnde sichere Un-sterblichkeit und ewige Seligkeit verbeiße, zu dem Entschluß denAdler herabzustürzen und zu zerstören. Dies ward am Mittag,

riibim und Joscphus Erklärung derselben au, aber gerade daraus, das!Joscphus dicscn wirklich«, odcr scheinbaren Widerspruch des mosaischenGcschcs so erklärt, daß dieselbe» keine wirkliche Thicrc, sondern Phan-tasiegestaltcn waren, solgt ja, daß wirkliche Thicrgcstaltcn verboten wa-ren. Philo versteht das Vildervcrbot allgemein und steht den Grunddarin, daß die Kunst den Schein der Wirklichkeit erlüge l)o l!ch, 1,279;>to ei»', I, 574; guis rer. eliv. Iinervs. I, 496; ste man. II, 215HInnAex.

1) ln5. Xnt. XII, 4, II. XV, 9, 5 und 6.

2) Xm. XV, 9, 2; 19, 4.