— 149 —
Riga und Leipzig 1801. — Hier heißt es S. 89: „Beider Eroberung Constantinopels durch die Türken im XV.Jahrh. begaben sich einige griechische Bischöfe und andereGeistliche von dort nach Grnsien. Diese brachten vieleReliquien und Heiligthümcr nach Grnsien, die sich bisjetzt noch daselbst befinden. Unter die Heiligtbümer ge-hört besonders das Gewand des Herrn und HeilandesJesu Christi. Schah Abbas überschicklc dasselbe nachherdem russischen Czar Michael Theoderowitsch, und es be-findet sich bis auf den heutigen Tag ein Theil in derKathedralkirche Uspensky auf dem Kreml in Moskwa,*)ein anderer in der kaiserlichen Hofkirche in St. Peters-burg und auch noch etwas davon in dem in dieser Stadtsich befindenden Alerandcr-Ncwskykloster."
Hier sollten wir billig viele Fragen über diese russischeNotiz auswerfen, nämlich: 1) Ob bei der Eroberung Con-stantinopels durch die Türken wirklich griechische Bischöfegegenwärtig waren? Gewiß ist es, daß der päpstliche LegatAlles, besonders nach dem Tode des griechischen Kaisers, ge-leitet und daß Venetiancr, Gcnnescr und Franken die Stadtvertheidiget haben. Würden diese sich das h. Gewanv habennehmen lassen? 2) Wäre ein ungcnähter h. Rock in Constanti-nopcl gewesen, so darf man kühn annehmen, daß diesermit den übrigen Hciligthümern frühzeitig, vor der Be-lagerung, geflüchtet worden; davon findet man aber keinWörtchen in der ganzen Geschichte dieses Krcuzzuges.3) Wie das Gewand beschaffen war, wird gar nicht ge-sagt: warum sollen wir es also für die Dunicn inoonsu-Ulis, für den angenähten Rock halten? Allein wozu allediese Fragen? Die Prof. schreiben selbst S. 89. „Diese
") Bei dem großen Brand von MaSkwa wird es wohl wun-derbar vor dem Feuer bewahrt worden seo»!