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5 (1898) Memoiren Reisebilder : 1
Entstehung
Seite
179
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Briese cniS Berlin. 17g

und durch Zufall mit dein Beherrscher der Flöhe zusainmeutrifft, undhöchst ergötzliche Gespräche führt. Dieser, Meister Fluh genannt, istein gar gescheiter Mann, etwas ängstlich, aber doch sehr kriegerisch,und trägt an den dürren Beinen große goldene Stiefel mit diaman-tcncn Sporen, wie auf dem Ilmschlage des Buches zu sehen ist. Ihnverfolgt eine gewisse Dvrtjc Elvcrdink, die, wie man sagt, die Dema-gogie repräsentieren sollte. Eine schöne Figur ist der Student GeorgPcpusch, der eigentlich die Distel Zehcrith ist und einst in Famagnstablühte, und der in die Dörtje Elverdink verliebt ist, die aber eigen!lich die Prinzessin Gamahc, die Tochter des Königs Sekakis ist. DieKontraste, die auf solche Weise der indische Mythos mit der Alltäg-lichkeit bildet, sind in diesem Buche nicht so pikant wie imgoldenenTopf" und in andern Romanen HoffmannS, worin derselbe natur-philosophischc Thenterevnp angewandt ist. Überhaupt ist die GemütS-wclt, die Hvffmann so herrlich zu schildern versteht, in diesem Romanehöchst nüchtern behandelt. Das erste Kapitel desselben ist göttlich,die übrigen sind unerquicklich. Das Buch hat keine Haltung, keinengroßen Mittelpunkt, keinen inneren Kitt. Wenn der Buchbinder dieBlätter desselben willkürlich durcheinander geschossen hätte, würdeman es sicher nicht bemerkt haben. Die große Allegorie, worin amEnde alles zusammenfließt, hat mich nicht befriedigt. Mögen anderesich daran ergötzt haben; ich glaube, daß ein Roman keine Allegoriesein soll. Die Strenge und Bitterkeit, womit ich über diesen Romanspreche, rührt eben daher, weil ich Hoffmanns frühere Werke so sehrschätze und liebe. Sie gehören zu den merkwürdigsten, die unsereZeit hervorgebracht. Alle tragen sie das Gepräge des Außerordent-lichen. Jeden müssen diePhantasiestückc" ergötzen. In denElixierendcS Teufels" liegt das Furchtbarste und Entsetzlichste, das der Geisterdenken kann. Wie schwach ist dagegen Rbs monk von Lewis, derdasselbe Thema behandelt. In Güttingen soll ein Student durchdiesen Roman toll geworden sein. In denNachtstückcn" ist dasGräßlichste und Gransenvollstc überboten. Der Teufel kann so teuf-lisches Zeug nicht schreiben. Die kleinen Novellen, die meistens unterdem TitelSerapivnsbrüder" gesammelt sind, und wozu auchKleinZaches" zu rechnen ist, sind nicht so grell, zuweilen sogar lieblich undheiter. DerThcaterdirektvr" ist ein ziemlich mittelmäßiger Schelm.In demElcmentargeist" ist Wasser das Element, und Geist ist garkeiner drin. AberPrinzessin Brambilla" ist eine gar köstliche Schöne,und wein diese durch ihre Wunderlichkeit nicht den Kopf schwindligmacht, der hat gar keinen Kopf. Hoffmann ist ganz original. Die,welche ihn Nachahmer von Jean Paul nennen, verstehen weder deneuren noch den andern. Beider Dichtungen haben einen entgegen-gesetzten Charakter. Ein Jean Panischer Roman fängt höchst barvkund burlesk an, und geht so fort, und plötzlich, ehe man sich dessen

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