Briefe ans Berlin.
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Wenn Sie vom Höllischen bis zum Oranienburger Thvrc, undvom Brandenburger nach dem Königsthore, ja selbst wenn Sic VennUntcrbaum nach dem Köpnicker Thvre gehen, hören Sie jetzt immerund ewig dieselbe Melodie, das Lied aller Lieder: den „Jungfernkranz".
Wie man in den Goetheschcn Elegien den armen Briten vondem ^ölarldorouAb s'sn vn-t-sn Snsrrs" durch alle Länder verfolgtsieht, so werde ich auch von morgens früh bis spät in die Nacht ver-folgt durch das Lied:
Wir winden dir den JnngfcrnkranzMit veilchenblauer Seide;
Wir führen dich zu Spiel und Tanz,
Zu Lust und Hochzeitfrcnde.
Chor:
Schöner, schöner, schöner grüner Jnngfcrnkranz,
ZNit veilchenblauer Seide, mit veilchenblauer Seide!
Lavendel, Myrt' und Thymian,
Das wächst in meinem Garten.
Wie lange bleibt der Freiersmann?
Ich kann ihn kaum erwarten!
Chor:
Schöner, schöner, schöner u. s. w.
Bin ich mit noch so guter Laune des Morgens aufgestanden,so wird doch gleich alle meine Heiterkeit fortgeärgert, wenn schon frühdie Schuljugend, den „Jnngfcrnkranz" zwitschernd, bei meinem Fenstervorbeizieht. Es dauert keine Stunde, und die Tochter meiner Wirtinsteht auf mit ihrem „Jnngfcrnkranz". Ich höre meinen Barbier den„Jnngfcrnkranz" die Treppe herauf singen. Die kleine Wäscherin kommt„mit Lavendel, Myrt' und Thymian". So geht's fort. Mein Kopsdröhnt. Ich kann's nicht aushalten, eile aus dem Hanse, und werfemich mit meinem Ärger in eine Droschke. Gut, daß ich durch dasMdcrgerassel nicht singen höre. Bei »»»li swig' ich ab. Ist's Fräu-lein zu sprechen? Der Diener läuft. „Ja." Die Thüre fliegt auf.Die Holde sitzt am Pianvfvrte, und empfängt mich mit einem süßen:„Wo bleibt der schmücke Freiersmann?
Ich kann ihn kaum erwarten." —
Sie singen wie ein Engel! ruf ich mit krampfhafter Freundlichkeit.„Ich will noch mal von vorne anfangen," lispelt die Gütige, und siewindet wieder ihren „Jnngfcrnkranz", und windet, und windet, bisich selbst vor unsäglichen Qualen wie ein Wurm mich winde, bis ichvor Scclenangst ausrufe: „Hilf, Samiel!"
Sie müssen wissen, so heißt der böse Feind im „Freischützen":der Jäger Kaspar, der sich ihm ergeben hat, ruft in jeder Not: „Hilf,
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