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5 (1898) Memoiren Reisebilder : 1
Entstehung
Seite
117
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Ideen oder das Buch Le Grand. 117

Von den Ideen im allgemeinen,n. Von den vernünftigen Ideen.l>. Von den unvernünftigen Ideen.

«. Von den gewöhnlichen Ideen.

/?. Von den Ideen, die mit grünem Leder überzogen sind.

Diese werden wieder eingeteilt in — doch das wirdsich alles schon finden.

Kapitel xiv.

Madame, haben Sic überhaupt eine Idee von einer Idee? Wasist eine Idee? „Es liegen einige gute Ideen in diesem Rock", sagtemein Schneider, indem er mit ernster Anerkennung den Obcrrvck be-trachtete, der sich noch ans meinen berlinisch eleganten Tagen her-schreibt, und woraus jetzt ein ehrsamer Schlafrock gemacht werdensollte. Meine Wäscherin klagt, „der Pastor S. habe ihrer TochterIdeen in den Kopf gesetzt, und sie sei dadurch unklug geworden undwolle keine Vernunft mehr annehmen." Der Kutscher Pattensenbrummt bei jeder Gelegenheit: „Das ist eine Idee! Das ist eineIdee!" Gestern aber wurde er ordentlich verdrießlich, als ich ihnfrng, was er sich unter einer Idee vorstelle, lind verdrießlich brummteer: „Nu, nu, eine Idee ist eine Idee! eine Idee ist alles dummeZeug, was man sich einbildet." In gleicher Bedeutung wird diesesWort als Buchtitel von dem Hofrat Heeren in Göttingen gebraucht.

Der Kutscher Pattensen ist ein Mann, der auf der weiten Lünc-burger Heide in Nacht und Nebel den Weg zu finden weiß; der Hof-rat Heeren ist ein Manu, der ebenfalls mit klugem Instinkt die altenKarawnneuwege des Morgenlandes auffindet, und dort schon seit Jahrund Tag so sicher und geduldig einherwandelt, wie jemals ein Kameldes AlterlnmS; auf solche Leute kann man sich verlassen! solchenLeuten darf man getrost nachfolgen, und darum habe ich dieses Buch„Ideen" betitelt.

Der Titel des Buches bedeutet daher ebensowenig als der Titeldes Verfassers, er ward von demselben nicht aus gelehrtem Hochmutgewählt, und darf ihm für nichts weniger als Eitelkeit ausgedeutetwerden. Nehmen Sie die wehmütigste Versicherung, Madame, ichbin nicht eitel. Es bedarf dieser Bemerkung, wie Sie mitunter merkenwerden. Ich bin nicht eitel — lind wüchse ein Wald von Lorbeerenauf meinem Haupte, und ergösse sich ein Meer von Weihrauch inmein junges Herz — ich würde doch nicht eitel werden. MeineFreunde und übrigen Raum- und Zeitgenossen haben treulich dafürgesorgt — Sie wissen, Madame, daß alte Weiber ihre Pflegekinderein bißchen anspucken, wenn mau die Schönheit derselben lobt, damitdaS Lob den lieben Kleinen nicht schade — Sie wissen, Madame,wenn zu Rom der Triumphatvr, rnhmbekränzt und purpurgcschmückt,