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5 (1898) Memoiren Reisebilder : 1
Entstehung
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Illll Ideen oder das Vach Le Grand.

Kiwitt! VII.

Deu andern Tag war die Welt wieder ganz in Ordnung , undes war wieder Schule nach wie vor, und es wurde wieder auswendiggelernt nach wie vor die römischen Könige, die Jahreszahlen, dienominu auf im, die vsrlzs, irrsAuIuria, Griechisch, Hebräisch, Geo-graphie, deutsche Sprache, Kopfrechnen Gott! der Kopf schwindeltmir noch davon alles mußte auswendig gelernt werden. Undmanches davon kam mir in der Folge zu statten. Denn hätte ichnicht die römischen Könige auswendig gewußt, so wäre es mir jaspäterhin ganz gleichgültig gewesen, ob Niebuhr bewiesen oder nichtbewiesen hat, daß sie niemals wirklich existiert haben. Und wußteich nicht jene Jahreszahlen, wie hätte ich mich späterhin zurecht findenwollen in dem großen Berlin, wo ein Haus dem andern gleicht wieein Tropfen Wasser oder wie ein Grenadier dem andern, und woman seine Bekannten nicht zu finden vermag, wenn man ihre Hans-nummer nicht im Kopfe hat; ich dachte mir damals bei jedem Be-kannten zugleich eine historische Begebenheit, deren Jahreszahl mitseiner Hausnummer übereinstimmte, so daß ich mich dieser leicht er-innern konnte, wenn ich jener gedachte, und daher kam mir auchimmer eine historische Begebenheit in den Sinn, sobald ich einen Be-kannten erblickte. So z, B. wenn mir mein Schneider begegnete,dachte ich gleich an die Schlacht bei Marathon; begegnete mir derwohlgepntztc Bankier Christian Gumpel, so dachte ich gleich an dieZerstörung Jerusalems; erblickte ich einen stark verschuldeten portu-giesischen Freund, so dachte ich gleich an die Flucht Mohammeds; sahich den Univcrsitätsrichtcr, einen Mann, dessen strenge Rechtlichkeitbekannt ist, so dachte ich gleich an den Tod Hainaus; sobald ichWadzeck sah, dachte ich gleich an die Kleopatra Ach, lieber Himmel,das arme Vieh ist jetzt tot, die Thränensäckchcn sind vertrocknet, undman kann mit Hamlet sagent Nehmt alles in allem, es war ein altesWeib, wir werden noch oft seinesgleichen haben! Wie gesagt, dieJahreszahlen sind durchaus nötig, ich kenne Menschen, die gar nichtsals ein paar Jahreszahlen im Kopfe hatten, und damit in Berlindie rechten Hänser zu finden wußten, und jetzt schon ordentliche Pro-fessoren sind. Ich aber hatte in der Schule meine Not mit den vielenZählen! Mit dem eigentlichen Rechnen ging es noch schlechter. Ambesten begriff ich das Subtrahieren, und da giebt es eine sehr prak-tische Hauptregel:Vier von drei geht nicht, da muß ich eins borgen" ich rate aber jedem, in solchen Fällen immer einige Groschen mehrzu borgen; denn man kann nicht wissen

Was aber das Lateinische betrifft, so haben Sie gar keine Ideedavon, Madame, wie das verwickelt ist. Den Römern würde gewißnicht Zeit genug übrig geblieben sein, die Welt zu erobern, wenn sie