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fangcncr. Das war ein Fehler, den gewiß kein anderer, und amallerwenigsten ein Wellington, begangen hätte. Die Geschichte aberwird sagen, dieser Fehler ist so schön, so erhaben, so herrlich, daßdazu mehr Seelengröße gehörte, als wir andern zu allen unserenGroßthaten erschwingen können.
Die Ursache, weshalb Kapitän Maitland jetzt sein Buch heraus-giebt, scheint keine andere zu sein, als das moralische Reinigungs-bedürfnis, das jeder ehrliche Mann fühlt, den ein böses Geschick ineine zweideutige Handlung verflochten hat. Das Buch selbst ist aberein unschätzbarer Gewinn für die Gefangenschaftsgeschichtc Napoleons,die den letzten Akt seines Lebens bildet, alle Rätsel der früheren Aktewnnderbar löst, und, wie es eine echte Tragödie thun soll, die Ge-müter erschüttert, reinigt nnd versöhnt. Der Charakterunterschied dervier Hauptschriftsteller, die uns von dieser Gefangenschaft berichten,besonders wie er sich in Stil und Anschauungsweise bekundet, zeigtsich erst recht durch ihre Zusammenstellung.
Maitland, der sturmkalte, englische Seemann, verzeichnet die Be-gebenheiten vorurteilslos und bestimmt, als wären es Naturerschei-nungen, die er in sein Logbovk einträgt; Las Cases, ein enthusiastischerKammcrherr, liegt in jeder Zeile, die er schreibt, zu den Füßen desKaisers, nicht wie ein russischer Sklave, sondern wie ein freier Fran-zose, dem die Bewunderung einer unerhörten Heldengröße und Ruhmes-würde unwillkürlich die Kniee beugt; O'Meara, der Arzt, obgleich inIrland geboren, dennoch ganz Engländer, als solcher ein ehemaligerFeind des Kaisers, aber jetzt anerkennend die Majestätsrechte desUnglücks, schreibt freimütig, schmucklos, thatbeständlich, fast im Lapidar-stil; hingegen kein Stil, sondern ein Stilett ist die spitzige, zustoßendeSchreibart des französischen Arztes Autommarchi, eines Italieners,der ganz besonnentrunken ist von dem Ingrimm nnd der Poesieseines Landes.
Beide Völker, Briten und Franzosen, lieferten von jeder Seitezwei Männer, gewöhnlichen Geistes, nnd nnbestvchcn von der herr-schenden Macht, und diese Jury hat den Kaiser gerichtet und verurteilt:ewig zu leben, ewig bewundert, ewig bedauert.
Es sind schon viele große Männer über diese Erde geschritten,hier und da sehen wir die leuchtenden Spuren ihrer Fnßstapfen; undin heiligen Stunden treten sie wie Nebelgebilde vor unsere Seele,aber ein ebenfalls großer Mann sieht seine Vorgänger weit deutlicher;ans einzelnen Funken ihrer irdischen Lichtspur erkennt er ihr ge-heimstes Thun, aus einem einzigen hinterlassencn Worte erkennt eralle Falten ihres Herzens; und solchermaßen, in einer mystischen Ge-meinschaft, leben die großen Männer aller Zeiten, über die Jahr-tausende hinweg nicken sie einander zu, und sehen sich an bedeutungs-voll, und ihre Blicke begegnen sich auf den Gräbern untergegangener