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was sich leicht ereignet, da der Vater mit seinen Söhnen gewöhnlichans demselben Schiffe zur See fährt.
Das Seefahrcn hat für diese Menschen einen großen Reiz; unddennoch, glaube ich, daheim ist ihnen allen am wohlstcn zu Mute.Sind sie auch auf ihren Schiffen sogar nach jenen südlichen Länderngekommen, wo die Sonne blühender nnd der Mond romantischerleuchtet, so können doch alle Blumen dort nicht den Leck ihres Herzensstopfen, und mitten in der duftigen Heimat des Frühlings sehnen siesich wieder zurück nach ihrer Sandinsel, nach ihren kleinen Hütten,nach dem flackernden Herde, wo die Ihrigen, wohlverwahrt in wollenenJacken, herumkanern nnd einen Thee trinken, der sich von gekochtemSecwasser nur durch den Namen unterscheidet, und eine Spracheschwatzen, wovon kaum begreiflich scheint, wie es ihnen selber möglichist, sie zu verstehen.
Was diese Menschen so fest nnd genügsam zusammenhält, istnicht so sehr das innig mystische Gefühl der Liebe, als vielmehr dieGewohnheit, das naturgemäße Jncinandcr-Hinübcrleben, die gemein-schaftliche Unmittelbarkeit. Gleiche Geisteshöhe oder, besser gesagt,Geistesniedrigkeit, daher gleiche Bedürfnisse nnd gleiches Streben;.gleiche Erfahrungen nnd Gesinnungen, daher leichtes Verständnisuntereinander; nnd sie sitzen verträglich am Feuer in den kleinenHütten, rücken zusammen, wenn es kalt wird, an den Augen sehensie sich ab, was sie denken, die Worte lesen sie sich von den Lippen,che sie gesprochen worden, alle gemeinsamen Lebcnsbeziehnngen sindihnen im Gedächtnisse, und durch einen einzigen Laut, eine einzigeMiene, eine einzige stumme Bewegung erregen sie untereinander soviel Lachen oder Weinen oder Andacht, wie wir bei unscresgleichenerst durch lange Expositionen, Expektorationen nnd Deklamationenhervorbringen können. Denn wir leben im Grunde geistig einsam;durch eine besondere Erziehungsmethode oder zufällig gewählte be-sondere Lektüre hat jeder von nnS eine verschiedene Charakterrichtnngempfangen; jeder von uns, geistig verlarvt, denkt, fühlt und strebtanders als die andern, und des Mißverständnisses wird so viel nndselbst in weiten Häusern wird das Zusammenleben so schwer, nndwir sind überall beengt, überall fremd, nnd überall in der Fremde.
In jenem Zustande der Gedanken- und Gefühlsgleichheit, wiewir ihn bei unseren Insulanern sehen, lebten oft ganze Völker, nndhaben oft ganze Zeitalter gelebt. Die römisch-christliche Kirche imMittelalter hat vielleicht einen solchen Znstand in den KorporationendeS ganzen Europa begründen wollen, nnd nahm deshalb alle Lebens-beziehungen, alle Kräfte nnd Erscheinungen, den ganzen physischenund moralischen Menschen unter ihre Vormundschaft. Es läßt sichnicht leugnen, daß viel ruhiges Glück gegründet ward, nnd das Lebenwarm inniger blühte, nnd die Künste, wie still hcrvorgewnchscne