37
Traktat für Frankreich zu verwenden. Preußen mußteaber, in Folge jenes Vertrages, eine Kriegs-Contribntionvon 120 Millionen Franken zahlen, von welchen später-hin, durch die Verwendung des Kaisers Alexander zuErfurt bei Napoleon, 20 Millionen Frauken erlassenwurden. Jene bedeutende Summe mußre in monatlichenRaten zu 3^ Millionen abgezahlt werden. So hart auchdiese einmal eingegangenen Bedingungen waren, so hieltder König doch streng auf deren Erfüllung; denn so wardbereits in der Mitte des Monats Juni 1812 der nichtunbedeutende Rest der gestundeten Contributio» gedeckt,und am Ende des Jahres hatte der preußische Staateinen Vorschuß von 100 Millionen gemacht, abgesehenvon den spater zur Rechnung gekommenen liquiden For-derungen für gelieferte Kriegsbedürfuisse und diejenigenAusgaben, welche noch obenein der Uebermuth der Sol-daten veranlaßt hatte.
Um jene harten Bedingungen erfüllen zu können,wurden daher auf Befehl des Königs große Beschrän-kungen in den Staatsausgaben und selbst bedeutendeEinschränkungen bei seinem Hofe gemacht. Er zog z. V.alle Klöster und Stifter ein, beschloß die Verkauflichkeitder Krongüter, führte eine Cousumtions- und Luxus-sieuer eiu, dckretirte die Anfertigung von 2 MillionenTresorscheincn und bewilligte den Grundcigcnthümern biszum 24. Juni 1810 eine Zahluugsnachsicht (Indult),falls sie nämlich ihren Gläubigern die Zinsen genau zahlten.Er erlaubte ferner, auf Stein's Vorschlag, den Bür-gern und Bauern, solche unbewegliche Güter zu kaufen,die bisher zu besitzen bloß ein ausschließliches Recht desAdels gewesen war; dagegen ertheilte er beut Adel das