6
cs ganz verstand, sich zu seinem Zögling herabzustimmcn,dessen volles Vertrauen zu gewinnen, und sich seinerLiebe und Anhänglichkeit zu versichern, mit welcher erihm auch bis zu dessen Tode zugethan blieb.
Friedrich Wilhelm blieb als Kronprinz undKönig stets voller dankbarer Anerkennung gegen alle jeneMänner, die in seiner Nähe gestanden und nach ihrenbesten Mitteln und mit ihrem besten Willen auf seineAusbildung mit eingewirkt hatten. Er zeichnete sie beijeder Gelegenheit aus, und gab ihnen mannigfaltige Be-weise seiner Zuneigung. Ja seine Erkenntlichkeit warselbst so nachwirkend, daß er einen ehemaligen Offizierdes Regiments von Vackhof, der ihn zur Zeit mit eini-gen Dienstleistungen bei der Kavallerie bekannt gemachthatte, und der zufolge vorgerückten Alters und eingetre-tener Invalidität eine Compagnie im Berliner Kadetten-corps angenommen hatte, sofort nach seiner Thronbestei-gung zum Major beförderte und ihn zur' Anmeldungseines Thronsantritts an acht verschiedene deutsche Höfesendete, von wo er reich rcmunerirt zurückkehrte. Hier-mit nicht zufrieden, stellte ihn der König auf seine Bittewiederum in die aktive Armee und zwar als Comman-denr des neu organisirten Garde du Corps-Regiments an,auf welcher ehrenvollen Stelle er als Oberst starb. Sowußte der hochherzige dankbare Monarch die Dienstlei-stungen seiner treuen Diener zu belohnen.
Zu jenen ungünstigen Umständen, die jedenfalls aufden Charakter des Thronfolgers einen nachthciligcn Ein-fluß ausüben mußten, muß ich ebenfalls die so schlechteund kärglich organisirte Oekonomie in seinem Haushaltzählen, denn die pekuniären Mittel zu dessen Bestreitung