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Heinrich Heine und Der Rabbi von Bacharach
Entstehung
Seite
60
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— der Schalet, „unseres Herrgotts koscheres Ambrosia",^) diesAlles ist historisch treu und sachlich wahr von Heine dargestellt.

Mit aller Mühe und trotz eifrigen Suchens habe ich nur wenigegrößere Fehler in der Darstellung finden können. Unrichtig scheintmir der Angstrnf der schönen Sara zu sein: „Schadai, vollerGnade!" 76) Auch ist es nicht aus jüdischem, sondern aus altheid-nischem Geiste heraus, wenn der Rabbi das silberne Waschbecken inden Rhein hinabwirft mit der Motivirung: „Damit uns das Un-glück nicht verfolge, habe ich ihnen das letzte meiner Habe, das silberneBecken, zur Versöhnung hingeworfen." Unrichtig ist es auch, daßHeine den biblischen Bericht über die Opferung Isaaks am Passah-fest in der Synagoge vorlesen läßt, während diese Vorlesung that-sächlich nur für den zweiten Tag des Neujahrsfestes vorgeschriebenist,und endlich, daß er beim Heransheben der Thora-Rolleuaus der Lade den Vorbcter einen „schönen Psalm" singen läßt. Denschönen Psalm hört man vielmehr beim Zurückstellen der Thora-Rollen nach der Vorlesung aus derselben. Ebenso ist es falsch, daß„aus der geöffneten Pergamentrolle in jenem singenden Tone, deram Passahfeste noch ganz besonders modnlirt wird", 75) vorgelesenwurde. Die besondere Modulation findet sich nur an den beidenNeujahrslagen und bei dem Morgengottcsdicnste des Versöhnungs-tages, während sie an den anderen Feiertagen dieselbe ist wie anden Sabbathcn. Fast scheint es, als hätte der Schalk, der ja die

'2) II. Z85.'2) IV. 232 ff.") Id. 246.Ib. 251.