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Heinrich Heine und Der Rabbi von Bacharach
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was Heine versucht hat, das Gediegenste zu werden versprach. Sindauch die einzelnen Züge in dem Erhaltenen meistens aus derGegenwart hergenommen, zeigt sich auch eine entschiedene Nach-ahmung der Hoffmann'schen Bizarrerien, und nimmt auch dieSathre ans das Treiben der Frankfurter Jndengasse einen großenRaum ein, so ist die Erzählung doch ruhig und bedächtig mit demCharakter der mittelalterlichen Zeit in Einklang gebracht, die Grund-legung der Motive geschickt und ungesncht bewerkstelligt, die Dar-stellung einfach, fest und anschaulich gehalten, zugleich der Haßgegen die Verfolger unter den Christen energisch in Thaten der-selben versinnlicht und vom geschichtlichen wie vom persönlichenStandpunkte wohl begründet; auch sind die Charaktere inhaltrcichund entwicklungsfähig angelegt, leider aber wenig über die Anlagehinaus geführt." Und ein anderer Literarhistoriker, Adolf Stern,bemerkt hiezu:^)Goedeke hätte hinzufügen dürfen, daß der.Rabbi von Bacharach' außerdem allen buntfarbigen Glanz desHeine'schen Colorits, allen Zauber seiner lyrischen Stimmung auf-weist." Im gleichen Sinne, wenn auch erheblich kürzer, sprechensich Julian Schmidt, Rudolf Gottschall, Johannes Scherr undandere Literarhistoriker über das Fragment ans. Soweit ich dieHeine-Literatur übersehen kann, ist dem Werke nur ein einzigerGegner erstanden; und dieser eine Gegner ist einer der wärmstenVerehrer des Dichters, Wilhelm Bölsche. Dieser meint,24) daß

62) Geschichte der neuen Literatur, Bd. VI, S. 237.

64) Heinrich Heine, S. 133 fs. Auch Georg Brandes: Die Literatur desXIX. Jahrhunderts in ihren Hansitstromuugcn, Bd. VI, S. 142, findet, daßdas Werkmit Unrecht mit Lob überschüttet" worden sei.