Pul 61.
Damit daS Zündloch nicht durch den Gebrauch sich erweiternkann, wird es in Frankreich mit Platina verschraubt, wodurchjedoch wegen der Seltenheit dieses Metalls der Prvbcmdrseraußerordentlich theucr wird, denn ein Zündloch von Platina ko-stet 120 Franken oder gc> Rchlr., anstatt die Verschranbnng einesgewöhnlichen Zündloches nicht mehr als 6 Franken kostet.
Um mir diesem Probembrser das neue Pulver zu untersu-chen, wählet man einen ebenen Ort, wo keine Steine sind, da-mit die mctallncn Kugeln nicht zerspringen. Hier wird der Pro-bembrser auf eine gut befestigte waagerechte Bettung gcsezt,und nachdem man ihn in 45° gerichtet, mit der sorgfältig ab-gewogenen Pulvcrladung versehen, die man vermittelst einesTrichters in die Kammer bringt, und mit der Hand ebnet, ohneein Blatt Papier darauf zu legen, oder die Kugel zu verkeilen;denn beides würde einen bedeutenden Einfluß auf die Wurfwei-ten haben. Auf das Pulver wird sodann die Kugel eingesetzt,indem man darauf stehet, daß es nach dem oben befindlichenKreuz immer auf einerlei Weise geschiehct. DaS Abfeuern gc-schiehet vermittelst einer Scopinc, weil durch das Einludelnleicht Pulver in die Kammer kommen und die Wurfweite ver-größern konnte. Die lezlere wird bei jedem Wurf auf der mitStäben von 20 zu 20 Fuß abgctheilten Linie mit numerierenPfählen bezeichnet, und nach beendigter Probe nochmals nachge-messen , um gegen alle Jrrthümer gesichert zn seyn. Zu richtigerBestimmung der Pulverkraft werden sowohl mit dem neuen, zubrobirenden Pulver, als mit dem Normalpnlver— mit dem jenesschon vorher in Absicht der Große und Festigkeit seines Kornesverglichen worden — sechs Würfe erfordert, wobei nach jedemWurfe der Mdrser sorgfältig ausgewischt werden muß.
Nächst dieser Untersuchung wird das Pulver nochmals pro-biret, wenn es 22 Tage in einem feuchten Keller gelegen, in wel-chem das mit ihm zn vergleichende Nonnalpulver k feiner Wurf-weite verliehret. Wirft nun das probirte Pulver z Toisen kür-zer als lezteres, wird es nicht angenommen. Ehe beide Pulver-arten in den Keller kommen, werden die Ladungen genau abge-wogen, und in papiernen Patroneu neben einander in ein offenesGefäß gelegt.
Obgleich man den Probembrser nicht ohne Grund vorwirft,daß er ein anderes Verhältnis; der Kraft zweier Gattungen Pul-ver angiebt, als sich nachher bei dem Gebrauch verschiedener Ge-schütze zeigt; (man sehe oben Artik. Pulver die Tafeln der dcß-halb angestellten Versuche), so ist doch dieß Verhältniß auch so-gar bei mchrern Geschntzarren selbst verschieden, je nachdem dieLadungen stärker oder schwächer genommen werden, und eskommt ja hier bloö darauf an, zn untersuchen, ob das neuePulver so stark ist, als ein anderes, das man bei dem Gebrauch