Druckschrift 
Untersuchungen von den Stein- und Staub-Niederschlägen und den damit verwandten Meteoren : eine Inauguralschrift
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

VI

oberfiachc, wo die Luft sehr verdünnt scyn muß, ge-schehen kennen, und warum so viele Erplosionen ge-hört werden, ohne daß dadci Steine auf die Erde fal-len; was notdwendiger Weise geschehen müßte, wenndie Mcteormasse als Auswürflinge der MondeSvulkane,oder als Stücke zerstörter Planeten in unsere Atmo-sphäre in feste Form hereingeriethen. Das oftmaligeGekrache nämlich und der endliche große Knall sindkeine eigentliche Erplosionen, sondern sie rühren daher,daß die lockere Meteormasse, so oft sie eine festere Formannimmt, auch einen luftleeren Naum läßt, in welchendie atmosphärische Luft gewaltig eindringt, und einenKnall verursacht. Daß dei den Staub-Niederfällen keinstarker Knall gehört wird, sondern ein Sausen in derLuft, ist ebenfalls nach obiger Ansicht begreiflich. Nichtminder klar ist daraus, warum die niederfallendenMassen gegen den wahrgenommenen Umfang des Me-teoros nur sehr klein sind.

Der Umstand, daß sich die genannten Meteore inden heißen Klimaten und Jahreszeiten weit häufigerereignen, als in den minder heißen, ist dem Einflußder Clectrizität auf die Bildung jener lockeren Massezuzuschreiben. Da nämlich die chemische Verbindungjener höchst feinen magnetischen Stoffe, welche die ober-sten Regionen der Atmosphäre einnehmen, durch einenrege gewordenen starken electrifchen Gegensatz bewirktwird, und dieser electrische Gegensatz in der Atmo-sphäre bekanntlich um so kräftiger hervortritt, je heißerder Himmelsstrich und die Jahreszeit ist, so folgt da-raus, daß auch die genannten Meteore in den heißerenHimmelsstrichen und Jahreszeiten sich häufiger ereig-nen müssein Auch der Einfluß der genannten Me-