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die Wahrheit Platonischer Lehre zu eigen zu machen?Warum thut er so geheim mit seiner eignen ethische»Lehre/ die immer nur iu einzelnen Gegenbemerkungengegen angeblich falsche aber sehr unbestimmt ausgespro-chene Meinungen / angedeutet wird? Warum endlichgehl das eigne seiner Lehre nie hinaus über den Unsinnwidersprechender Formeln / in deren Mitte die ewigeWahrheit liegen soll?
Ich antworte auf alle diese Fragen: Deshalb/ weilSeh, nicht versteht / welches unserer Zeit die Bildungs-fähigkeit philosophischer Einsicht sey. Er muht sich miteiner Aufgabe ab / bey der unö gar nichts mehr z» thunist; mit der Entwicklung eines GedankenS/ der gar nichtentwicklungsfähig ist. Dies gibt seiner Lehre die Ver-zweiflung ; sie ist sich nirgends selbst genug / beständigmuß sie nach fremden um sich lange»/ woran sie sichhalten könne. Ihre Verzweiflung führt sie denn auflose Buchstabenkrämercy und die thörichte Liebe zur Ge-hcimnißkrämercy. Diese Lehre vom Urgrund/ welcherder Ungruud ist/ braucht fremdes Wort und fremdes Bildnicht nur/ um sich andern lebendiger auSsprechen zukönnen, sondern um nur irgend zur eignen Gestaltungzu gelangen. Sie hascht nach alten Philosophemeu / al-ten Mythen so wie nach ncncn Schwärmcreven derMystiker und Alchymisten/ wird aber nie die Verdam-mst überwinden/ die ihr die sclbstständige Originalitätversagt. Die alte Mythe ist ihr nicht voller Ernst, die