liche Vernunft des Menschen als Zeuge verworfen / jades falschen Zeugnisses verdächtig war. Wohin dennnun sonst? Wie denn sonst helfen? Das war die schwie-rige Frage, bey der die Verzweiflung steh immer wiederauf geschichtliche Autoritäten zurück wirft.
Wer aber unserer Lehren therlhaft worden/ wird sonicht mehr fragen. Jene höhere Wahrheit kaun nureine innere Offenbarung des eignen Geistes sey»/ kraftseiner göttlichen Abkunft.
Der neuen Lehre wahre Bedeutung scheint mirnämlich diese. Unsere nicht nur weitere, sondern bis'zu einer gewissen Vollendung gediehenc Selbsterkcnntnißläßt uns mit der ruhigen Besonnenheit wissenschaftlicherForschung in der eignen Brust unerschütterlich gegrün-det den Glauben finde»/ an die ewige Liebe/ welche dieWelt erschaffen hat. Sie zeigt aber ferner dem Wissendes Menschen die Schranken/ in welche eS sich nunselbst gern bcscheidet/ um dem einfachen Wort des hcili-ligen Glaubens und seiner ewigen Wahrheit zn dienen.Denn es ist uns der Ort des Geheimnisses im menschli-chen Geiste so bezeichnet jenseit aller Wissenschaft/ daßder dieser Lehre kundige niemals wieder falsche Ansprüchean sein Wissen machen wird. ES ist nämlich hier dasWesen aller Wissenschaft so klar/ ja so durchsichtig be-funden worden / daß wir ihm durchaus bis auf den Bo-den sehen können — und wohl wissen / daß es keinGeheimniß mehr birgt/ welches hier in Frage käme.