Zwischen beyden ist kein Streit des Vornehmer» undGeringern/ denn ohne dos Leben der Vernunft wäre derVerstand im Finstern/ sein Auge fände nicht/ was erbetrachtete. Der Verstand aber ist in dem Menschen dieKraft/ welche ihn über das Thier erhebt/ des eignenLebens Meister werden läßt.
Ueber dieses nun bin ich ausgleiche Weise im Streitemit Iakobi und seinen Gegnern. Und aus welchemGrunde? Durch die sonderbare Idiosynkrasie/ welchedie deutsche Philosophie in ihrer letzten Periode gegenalle Psychologie gezeigt hat. Ich glaube an den Spruchdes delphischen Apoll; Selbsterkenntniß ist die Wurzelaller menschlichen Weisheit! Philosophische Anthropo-logie die einzige wissenschaftliche Quelle philosophischerEinsicht. Bey uns nun aber haben vor einiger Zeit/ alsunbedeutende Versuche zur Philosophie über die äussereNatur öffentlich bemerkt wurden/ unsere neuen Untersu-chungen über die Natur des menschlichen Geistes langenur eine geringe Aufmerksamkeit erregen können unddaher ist dann auch der Sprachgebrauch über diese Ge-genstände immer noch loses Spielzeug der Dilettantengeblieben.
Indessen scheint sich jetzt unter uns für diese wich-tigsten wissenschaftlichen Untersuchungen wieder ein besse-rer Geist zu bilden. Für diesen sey denn auch das Fol-gende gesagt!