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des, des Salböls Dust kräftigt seine Lebensgeister: lauter Sinnbilder derim Sakramente wirksamen innern Gnade des siebenkrästigen heiligenGeistes. Bon der Hand des Bischofs empfangt er dann noch den Ritter»schlag des christlichen Streiters, und tritt nun geistig gewappnet auf denKampfplatz des Lebens hinaus.
Aber der Kämpfer ist doch nicht immer siegreich; die vernarbte schwacheStelle wird häusig getroffen; betäubt und verwundet sinkt er nur zu oftunter den feindlichen Streichen bewußtlos zu Boden. An Christi Stattund aus Seinem Auftrage eilt nun die treue Mutter herbei, bringt durcheindringlichen Zuruf den Gefallenen zum hellen Bewußtseyn zurück, läßtdie empfangenen Wunden sich aufvecken, reinigt und pflegt sie nach Befundund Bedarf mit scharfen, ätzenden oder gelinden Mitteln, legt heilsamenVerband an, und entläßt dann, den Verband rechtzeitig lösend, den Geheil-ten zum neuen Kampfe. Auch hier wieder das tiefste Erkennen der mensch-lichen Natur und ihrer Bedürfnisse! Die nach innen eiternde fressendeWunde muß geöffnet werden im Bekenntniß, damit das Gift sich nachaußen entleere. Das sieberisch aufgeregte Blut, das schmerzlich gegen dieentzündete Wunde drängt, muß beruhigt, d. h. die Gewissensqual gehobenwerden durch objective Versicherung, durch )zriesterlichen Ausspruch derSündenvergebung, welche die innere Einigung des kranken Gliedes mitdem Leibe Christi und so den ruhigen Pulsschlag des geistigen Lebenswieder herstellt. So bindet und löst die katholisch« Kirche aus ChristiVollmacht im Sakramente der Buße.
Allein der Mensch bedarf auch der Nahrung; er hat kein Genügen insich selbst; er muß fremde Stoffe aus der Natur, seiner leiblichen Nähr-mutter, in sich aufnehmen. Die Natur lebt dadurch in ihm, wie er in derNatur, und beider Lebcnsprozeß ist in einander verschlungen, ist ein steteswechselseitiges Sich-Hingeben und Durchdringen. Ihren reinsten, edelstenNahrungsstoff bietet sie ihm in Weizen und Wein, in der höchsten Reifeund Steigerung ihrer vegetabilischen Kräfte. — So auch der geistigeMensch; er selbst genügt sich nicht, kann weder sich selbst behalten, nocherhalten, er muß sich einem Andern hingeben, ein Anderes empfangen.Christus, der Erlöser, gibt sich ihm leiblich und geistig, wirklich undwesentlich, und nimmt ihn zugleich in Sich auf in dem heiligen Abend-mahle unter den Gestalten des Brodes und Weines: „Wer Mich ißt,der bleibt in Mir, und Ich in ihm"*). Diese völlige HingabeChristi an die einzelnen Gläubigen setzt aber nothwendig seine erlösendeHingabe an und für die gesammte Menschheit voraus: der Leib, dergegessen, das Blut, das getrunken wird, ist hingegeben,
-) Zoann, ß. S6. S7.
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