Hirtenbrief des hoch'.viirdigsten Herrn Fürstbischofes von Breslan, / I MsLchEsU Mißerm«« n» den D» ^ gesammten ehrwürdigen Clerus und alle Gläubigen des Bisthnms bei seinem AmtjHsMMjMßC Der Ertrag ist zum Besten des katholischen Waisenhauses ?nr heiligekl^^edivig bestimmt. ——AZ. Wreslau, in Commission bei Georg Philipp Aderholz. durch Gottes Erbarmung und des heil, apostolischen Stuhles Gnade Fürstbischof von Srcslau ?c. n. allen Priestern und Gläubigen seines Vistlmms Heil und Segen von dem Herrn! ^Vas vor fast andcrthalbtausend Jahren ein frommer und weiser Bischof an die Kirche schrieb, die ihn wider seine Neigung nöthigte, das Bischofsamt anzunehmen, das kann auch ich, der Hauptsache nach), obwohl unter sehr verschiedenen Umstanden als mein erstes öffentliches Wort und als den treuen Ausdruck meiner Gesinnung ohne Furcht des Mißverständnisses an Euch, Ihr Hochwürdigen Priester und Wahlherren des berühmten Brcs- lauer Domstiftes, und durch Euch an sämmtliche Diözcsanen richten: „Schon früher einmal, schrieb er, habe nicht ich euch überwunden, da ich „alles anwandte, das Kirchenamt von mir fern zu halten, und jetzt habt „nicht ihr mich überwunden, sondern es ist das Werk Gottes, daß ich „damals den Auftrag nicht annahm, und daß ich ihn jetzt habe annehmen „müssen. Zwar hätte ich gern mehr als einmal sterben wollen, um nur „dieses Amt auf immer los zu werden; denn ich hielt mich nie für tüchtig „genug, eine so bedeutende Last zu tragen. Weil mir aber Gott aufgeladen „hat, nicht was ich verlangte, sondern was Er wollte, so bitte ich Ihn, daß „Er, der bisher mein Leben regiert hat, auch das, was Er in Seiner Regierung mir auferlegt hat, mir tragen helfe .... Ich kann dies alles jetzt „noch nicht fassen; Gott aber sind alle Dinge möglich, auch die sonst noch „so unmöglich scheinen. Darum so hebet ihr selbst eure Hände flehend „für mich zu Gott empor und leget dH' Gemeinve in Stadt und Land die 4 „allgemeine und die besondere Fürbitte für mich auf." (Sailer's Briefe aus allen Jahrbundcrten II. Samml. S. 307.) Ihr wisset selbst, Hochwürdige Brüder, wie sehr diese, schon vor 1435 Jahren geschriebenen Worte eines katholischen Bischofes auf mich passen. Eure ehrenvolle Wahl war auf mich gefallen, des Königs Majestät hielt sie genehm; Ihr sandtet würdige Manner, die Aeltesten aus Eurer Mitte, mit der Ehrenbotschaft an mich ab. Ich, überrascht und bestürzt, (denn den Gerüchten, die auch meinen Namen unter vielen andern nennend der Wahl vorausgingen, konnte ich nach meiner, drei Jahre früher Euch gegebenen Erklärung nicht glauben) — ich mußte nach ernstlicher redlicher Selbstprüfung Eure Ehrenboten mit einem entschieden ablehnenden Nein heimkehren lassen. Da trat, übereinstimmend mit des Königs und Eurem Wunsche, aus freien Stücken daS Oberhaupt der Kirche in die Mitte, und crmahnte, spornte mich väterlich zur Annahme, andeutend seinen Schmerz, falls ich auf der Ablehnung beharrete, und unter der tröstlichen Versicherung, daß Gott das Opfer des Gehorsams wohlgefällig aufnehmen und reichlich segnen werde. Mit des h. Hilarius Worten sprach der h. Vater durch sein Organ zu mir: „Gehe hin, und bestrebe dich, durch Angemessenheit und „Wahrheit der Lehre das Schwache zu stärken, das Zerfallene zu befestigen, „das Verkehrte zurecht zu bringen, und durch Wort und Beispiel die dir „anvertraute Schaar der wahren Frömmigkeit zu gewinnen, in der heiligen Liebe zu entzünden und so zu den ewigen Triften zu geleiten." (Schreiben Sr. Excellenz des päbstlichen Nuntius, Erzbischofs von Carthago io unit. eooles.) Der heilige Ambrosius rühmt von seinem, nach der Mitte des vierten Jahrhunderts verstorbenen Bruder, daß er auf seinen Reisen immer mit Verlangen den Kirchen zugeeilt, um'sich an den heiligen Geheimnissen zu erquicken; doch sey dies Verlangen mit Vorsicht gepaart gewesen, denn immer habe er zuvor den fremden Bischof gefragt: „ob er mit den katholi- „schen Bischöfen, das ist, mit der römischen Kirche übereinstimme?" t