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„wird. Es ist nur eine Kirche, die sich in die Vielheit durch fruchtbares„Wachsthum weithin ausbreiter; wie der Sonne Strahlen viele, aber nur„ein Licht; wie des Baumes Aeste viele, aber nur ein Stamm, auf fester„Wurzel gegründet. Und wenn aus einer Quelle der Bachlein viele ent-sinnen, so mag dies eine Vielheit der rcichströmcndcn Fülle scheinen;„in dem Ursprung bleibt doch die Einheit bewahrt. Trenne von der„Sonne den Strahl: die Einheit des Lichtes gestattet keine Theilung.„Vom Stamm brich cinenZwcig ab: der abgebrochene sprosset nicht mehr;„das Bächlcin sondere vom Quell: das gesonderte versiegn So die„Kirche: von des Herrn Licht durchleuchtet sendet sie ihre Strahlen durch„alle Welt; ein Licht nur ist's das überall hin sich ergießt; der Sonne„Einheit aber besteht ungetheilt; über die ganze Erde breitet die Kirche„faftreich ihre Aeste aus; immer weiter entsendet sie ihre schwellenden„Wasserströme: und dennoch ist's nur ein Haupt, und ein Ursprung und„eine Mutter, reich an immer neuem Nachwuchs. Ihr Schooß gebart„uns, ihre Milch nährt uns, ihr Geist beseelt uns. Verführt kann Christi„Braut nicht werden, sie ist makellos und keusch. Nur ein Haus kennt„sie, eines Ehebettes Heiligkeit bewahrt sie in züchtiger Scham." (Wuuit. eool.)
Noch eine andere Stelle, die für unsere Tage durch ihre sinnbildlicheBeziehung besonders merkwürdig ist: „Dieses Geheimniß der kirchlichen„Einheit, dieses Band unzertrennlicher Eintracht wird angedeutet, wo im„Evangelium das Gewand des Herrn Jesu Christi nicht getheilt noch zer-schnitten, sondern von den darum Losenden, wer Christum anziehen„solle, ganz in Empfang genommen und ungetheilt besessen wird . . . » .„Als die zwölfStämme Israels sich schieden, zerriß der Prophet Achias„sein Kleid in zwölf Stücke. Weil aber Christi Volk nicht getheilt wcr-„den kann, so ward auch sein, aus dem Ganzen gewebtes unzertrennbares„Kleid von den Besitzern nicht zerschnitten. Untheilbar zusammengewirkt„und verwebt, zeigt es unsers Volkes, die wir Christum anziehen, unzer-trennliche Eintracht. Durch das Geheimniß des Kleides hat Er der„Kirche Einheit ausgedrückt. Wer ist denn so gottlos und treubrüchig,„wer von der Zwietracht Wuth so sehr besessen, daß er wähne, es könne„getrennt werden, daß er selbst zu trennen sich vermesse, was Gott geeint,„das Kleid des Herrn, Christi Kirche!" (>io unit. eooles.)
Der heilige Ambrosius rühmt von seinem, nach der Mitte des viertenJahrhunderts verstorbenen Bruder, daß er auf seinen Reisen immer mitVerlangen den Kirchen zugeeilt, um'sich an den heiligen Geheimnissen zuerquicken; doch sey dies Verlangen mit Vorsicht gepaart gewesen, dennimmer habe er zuvor den fremden Bischof gefragt: „ob er mit den katholi-