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Hirtenbrief des hochwürdigsten Herrn Fürstbischofes von Breslau, Melchior Freiherr von Diepenbrock, an den gesammten ehrwürdigen Clerus und alle Gläubigen des Bisthums bei seinem Amts-Antritte erlassen
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Mitte des Erdkreises gestiftet sind. Sondern wie die von Gott geschaffneSonne in aller Welt eine und dieselbe ist, so leuchtet auch die Predigt derWahrheit überall, und erleuchtet alle Menschen, die zur Erkenntniß derWahrheit gelangen wollen. Noch auch wird derjenige, der unter denBorstehern der Kirche durch Beredsamkeit glänzt, etwas hiervon Verschie-denes vorbringen, denn keiner ist über seinen Lehrer; noch wird der min-der Beredte die Ueberlieferung verkürzen. Denn da nur ein und derselbeGlaube ist, so thut, wer im Worte viel vermag, nichts hinzu, wer wenig,nichts davon." (iulvers. Iiaeres. I. 1V. 3.)

Auf die Bischöfe der Kirche muß man demnach merken, auf die, welchedie Nachfolge haben von den Aposteln her, wie wir nachgewiesen, und diemit der Nachfolge im bischöflichen Amte das sichere Geschenk der Wahr-heit nach dem Wohlgefallen des Baters empfangen haben; die übrigenaber, welche von der ursprünglichen Nachfolge abgewichen sind, oder sichsonst irgendwo zusammenthun, für verdächtig halten, sey es als Häretikerund Jrrlchrer, oder als Schismatiker, hochmüthige, dünkelhafte Leute,oder endlich als Heuchler, welche um Gewinnst, oder um eirler Ehrsuchtwillen Solches treiben. Alle diese sind von der Wahrheit abgefallen ....Bor allen diesen muß man sich hüten, an diejenigen aber sich halten, welchedie von den Aposteln überlieferte Lehre bewahren und mit dem Priester-amte das gesunde Wort und tadellosen Wandel bewähren, zur Stärkungund Besserung der Uebrigen." (iulvei-8. Iiaeres. IV. 36.)

Denn es war ihr, (der Apostel) Wille, daß diejenigen, welche sie alsNachfolger und Stellvertreter im Lehramte hinterließen, ganz vollkom-men und untadelig seyen, indem ihr vorwurfsfreies Walten zum großenSegen, ihr Fall aber zum großen Verderben werden müßte. Weil esaber zu lang würde, in diesem Buche die (apostolische) Nachfolge allerKirchen aufzuzählen, so wollen wir blos angeben, was sür eine Traditionvon den Aposteln, und was für ein Glaube den Menschen in der größten,ältesten und allbekannten, von den zwei Aposteln Petrus und Paulusgegründeten und constituirten Kirche zu Rom durch die Aufeinanderfolgeder Bischöfe bis zu uns herab kund geworden sey. Dadurch machenwir alle die zu Schanden, welche aus Selbstgefälligkeit oder Eitelkeit,oder aus Verblendung und Irrwahn anders sammeln (Gemeinden stif-ten), als sichs gehört. Denn mit dieser (römischen) Kirche muß, umihres besondern Vorranges willen, jedwede Kirche übereinkommen, dasist, alle Gläubigen überall, als in welcher immerfort von allen überall dievon den Aposteln herstammende Ueberlieferung bewahrt worden ist."(aäv. Iiaer. III. 3.).

Der gelehrte Afrikaner Tertullian in der ersten Hälfte des drittenJahrhunderts, anfangs eifriger Vertheidiger, dann in zelotischer Ueber-