längst überwunden. Unzählbare Einzeluntersuchungen,Beobachtungen,Vergleiche, Schlußfolgerungen liegen hinter uns, aus welchen dieBeurteilung der Bodenaltertümer langsam, mit unsäglicher Mühe undhingebender Kleinarbeit, trotz mannigfacher Fehlgriffe sich allmählichaurbaute. Wohnstätten, Gräber, Verwahr» und Einzelfunde lieferndas Material der Bodenurkunden,• geologische, zoologisdie minera»logische, klimatologische, ethnologische und kunsthistorische Erwägun»gen die Unterlagen und das Rüdegrat zum Verständnis derselben.
Die Vorgeschichte hat nur Quellen der erwähnten Art. DieFrüh*geschichte, eine Libergangszeit von derVorzeit zur eigentlichen gesdiicht»liehen Zeit, bedarf der Bodenaltertümer audi noch, wenngleich vereinzelteSchrifturkunden, allerdings nicht in genügendem Umfang, für diesePeriode zu Gebote stehen. Damit ist den Museen für Vor» und Früh»geschichte ihre Aufgabe angewiesen. Sie umfaßt den Entwicklungsgangdes Menschen in Europa von seinem ersten Auftreten an, geht von hierauf die besonderen vaterländischen und heimatlichen Verhältnisse ein undverfolgt diese bis zum Ausgang der fränkischen Zeit. Nach verschie*denen Richtungen hin erstredeen sich die Aufgaben des Museums : essucht die Zufallsfunde zu retten, Funde aus Einzelbesitz dem Ganzenzuzufügen, neue Funde durch planmäßige Arbeit dem Boden zu ent»nehmen und endlich alle diese Funde möglichst dauernd zu erhalten undin passender, jedem Besucher verständlichen Weise aufzustellen.
Eine weitere Aufgabe entsteht den Museen durchVeröffentlichungund wissenschaftliche Bearbeitung der Funde, damit Fachgenossendie betreffenden Einzelerscheinungen kennen lernen und als Bausteinezur Gesamterkenntnis verwerten. Das Kölner Museum für Vor* undFrühgeschichte hat auch dieser wissenschaftlidien Aufgabe sich nachKräften hingegeben. In der Vorkriegszeit konnte es viermal seinen In»halt größeren Kreisen von Fachleuten bei Gelegenheit von Kongressenzur Prüfung und zum Studium darbieten. 1907 der internationalenPrähistoriker»Versammlung, zu der hervorragende Vertreter des In»und Auslandes erschienen, 1910 und 1927 der Versammlung derDeutschen Anthropologischen Gesellschaft, 1913 der Gesellschaft fürDeutsche Vorgeschichte. Leider sind durch den Krieg und die Nach*kriegszeit solche Versammlungen bis jetzt seltener geworden. An ihreStelle ist der Einzelbesuch von Fachgelehrten des In» und Auslandesgetreten, der in den letzten Jahren sich wieder gehoben hat.
Auch Bearbeitungen wichtiger Untersuchungen und eigene For»schungs=Ergebnisse konnte das Kölner Museum herausgeben. Dieseumfassen Kultur, Tierwelt der diluvialen Zeit <Kartstein> und Fund»plätze der Mittelsteinzeit in der Rheinprovinz, bringen Beiträge zurjüngeren Stein* und Bronzezeit, legen endlich die Bedeutung undchronologische Festsetzung der heimischen Grabhügel klar, bringenAufschluß über das erste Auftreten der Germanen der Rheinlandeund zeigen endlich die Entwicklung der frühgermanischen (fränkischen)Kultur am Rhein.
6