Viel edler Bäum und Stauden schönNunmehr auch hier gepflanzct stehn;
Olivcnbnum hier wüchset stolz,
Auch edeles Franzoscnholz,
Der Lorbeer grünt dnrch's ganze Jahr,
Zu Ehren der Poeten Schaar.
Narcisscnblümlein schön und weiß,
Der Hyacinth mit allem Fleiß n. s. w.
Aber auch die lachendste Blüthe birgt schon den Keimdes Verfalles in sich; denn der ist nahe, trotz alles äußerenGlanzes, sobald der höchste Ehrgeiz der Familie nicht mehrist, freie Bürger einer freien Stadt zu sein. Denken wir daran,wie fortgesetzt und mit welchem Ingrimm Ulrich von Huttenin seinen Gesprächen gegen die Fugger zu Felde zieht! Kirchlichund politisch gehörten sie zur Reaktionspartei. Ein Fngger'scherKommis begleitete den Ablaßkasten Tetzels, um die ein-laufenden Summen zu kontrollieren, ans welche das Bank-hans dem Erzbischof von Mainz Geld geliehen hatte. Danebentrieben sie den so vielfach geschmähten Pfründenhandel. Sokauften sie nach dem Tode eines Chorherrn von S. Moritzzu Augsburg dessen sechs Pfründen mit der Befugniß, sie anjeden Beliebigen wieder zu verkaufen. Ihr Einfluß in Romwar unbegrenzt. In ihren Diensten stand auch Dr. JohannEck, Luthers hervorragendster Bekämpfer in den ersten Jahrenseines Auftretens.
Noch eine Zeit lang werden einzelne Glieder der Familieals hochsinnige Beförderer der Wissenschaft, ja als gründlicheGelehrte gepriesen. Hieronymus Wolf, der berühmte Hellenist,war lange Jahre Bibliothekar des Anton Fugger gewesen, eheer die Leitung des protestantischen Gymnasiums zu S. Annaübernahm.
Antons Sohn Markus ist der Verfasser des erstenin Deutschland erschienenen, deutsch geschriebenen Werkesüber Gestütswesen, Reitschulen u. s. w.: „Wie und wo manein Gestüt von guten edeln Kriegslasten aufrichten soll"; esbildet einen vorteilhaften Gegensatz zu den bis zur Zeit derReformation in lateinischer Sprache erschienenen, von Mönchenund andern Compilatoren verfaßten Sammelwerken, welche
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