MoM ael smllle Mgger vom Zskre ISYY. Herausgegeben und erläutert von Dt. Christian Meyer Staatsarchivar a. D. Mi 4 Autotypieen, 1 Zinkographie und 2 Stammtafeln, Müuche«. S e l b st v e r l a g. 1902. eimnili Äer Dsmiüe Augger vom IMe 1500. Hernusgcgebcu nitd erläutert ron ?r. Cbristiair Meyer Swatsarchivar a. D. Mit 4 Autotypiccn, 1 Zinkogrnphic i»,d 2 Stnmmwfclii. München. S c l b st v e r l a g. Vorwort. Die im Nachstehenden zum ersten Male veröffentlichte Chronik behandelt die Geschichte des Fuggerischen Geschlechts von seinem ersten Auftreten in der Geschichte an bis herab zum Ende des 16. Jahrhunderts. Ihr Verfasser hat sich in seinem Werke nicht genannt: daß er aber dem Fnggerischen Hause sehr nahe stand und über die Geschichte desselben vorzüglich unterrichtet war, ersehen wir ans jeder Seite seiner Arbeit. Höchst wahrscheinlich stand er in den Diensten der berühmten Familie, daraus würde sich am ungezwungensten das warme Interesse und die gründliche Kenntniß des Chronisten erklären. Als Abfassnngszeit gibt derselbe selbst zu wiederholten Malen das Jahr 1399 an. Unsere Chronik ist nicht die älteste Aufzeichnung zur Geschichte des Fnggerischen Hauses. Vorausgegangen ist ihr das „Gehaim Ernbnch des Fnggerischen Geschlechtes", das Hans Jakob Fngger im Jahre 1546 abgefaßt hat und dessen Originalhandschrift, mit kostbaren kolorirten Zeichnungen geschmückt, im Germanischen Museum zu Nürnberg aufbewahrt wird. Naturgemäß beruht unsere Aufzeichnung zum großen Theil auf diesem „Ehrenbuch"; da sie aber bis zum Ende des 16. Jahrhunderts hinabreicht, so verdient sie, was die Frage der Veröffentlichung anlangt, jedenfalls den Vorzug vor jenem. Es haben sich zahlreiche Handschriften derselben erhalten: für unsere Ausgabe haben wir den Loci. germ. nr. 2277 der Münchener kön. Hof- und Staatsbibliothek (94 Bl. ans Papier) zu Grunde gelegt. Derselbe zeichnet sich durch Alter — er fällt der Schrift uach in die Zeit der Abfassung der Chronik — Sorgfalt und Vollständigkeit aus. — in - l Einleitung. Wem: man in der altehrwürdigen Stadt Augsburg die lange, vvn der hochliegenden Sü Ulrichskirche nordwärts zun? Dome führende Maximilians-Straße' herunter geht, so erblickt man gleich hinter dem schönen Herkulesbrunnen zur linken Hand neben dem jetzigen Gasthof zu den „Drei Mohren" die lang hingestreckte Fa^ade eines Gebäudes von kolossaler Ausdehnung, Die Außenwände desselben sind mit neueren, der Geschichte der Stadt Augsburg entnommenen Fresken bedeckt, die, wenn sie auch, was Stilisierung und künstlerische Anordnung anbelangt, mit den in Augsburg noch heute vielfach erhalten gebliebenen Hausfresken aus der Renaissancezeit keinen Vergleich aushalten können, doch von einem edlen Streben und einein tüchtigen Studium Zeugnis geben. Es ist der Palast der Fugger. Noch sieht man deutlich, daß das Gebäude aus zwei früher selbständigen Häusern zusammengesetzt ist; ehedem bildete der ganze Häusertrakt bis hinauf zum Katharinen- gäßchen ein zusammenhängendes, unter dem Gesamtnamen „die Fuggerhäuser aus dem Weinmarkte" benanntes und im Besitze der berühmten Familie befindliches Ganzes, von dem sich dann später, etwa von der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts an, als die Geldmacht und damit der Glanz der Fugger in Niedergang gerieth, ein Theil nach dem andern ablöste und in fremde Hände überging, bis schließlich nur noch der Theil im Besitze der Familie blieb, den man heutzutage mit dem Namen „Fuggerhaus" zu bezeichnen gewohnt ist. — v — Die Geschichte der Fugger von ihren ersten Anfängen an bis zu ihrer höchsten Blüte hinauf zu verfolgen, gewährt einen eigentümlichen Reiz. Als sie von einem kleinen Dorfe ans dem Lcchfeld nach Augsburg übersiedelten, arbeiteten sie in der bescheidensten Weise, völlig verborgen und unbekannt, zwei Menschenalter hindurch. Der ältere Jakob Fugger hatte noch ein ganz mäßiges Vermögen, als er starb; seine Wittwe konnte ihren Söhnen nur erhalten, was sie besaß. In den einfachsten Verhältnissen zog sie die Kinder groß, diese lernten aber in solcher Bescheidenheit auch das rechte Maß kennen, welches den bürgerlichen Wohlstand mit Sicherheit begründen lehrt. Sie hatte noch allen ihren Kindern von der treuen Hausmagd die Firmbinde umbinden laßen, und doch war schon ihr Sohn Jakob in der Lage, mit seinen: Reichthume die Kniserwahl zu entscheiden. Mit seinen Brüdern Ulrich und Georg begründete er den Ruhm des Fugger'schen Namens. Es war aber nicht allein das Geld, was der Familie den großen Namen machte. Nicht weil die ungeheueren Erträgnisse der Bergwerke Ungarns, Jstriens und Tirols in dem Hause Jakob Fuggers zusammenflössen, ertönte die ganze damalige civilisierte Welt von ihrem Ruhme, sondern weil jenes Geld benutzt wurde, der Wissenschaft und Kunst, der Wohlthätigkeit und dem Vaterlande die edelsten Dienste zu erweisen. Jakob Fugger wußte, was er that; sein Geist und Herz drängte ihn dazu, als er, selbst kinderlos, den früh verwaisten Kindern seiner Brüder eine wissenschaftliche Ausbildung zu Thcil werden ließ, die Bestrebungen der Gelehrten unterstützte, bei der Erbauung des Chores von St. Anna wie bei der seiner Grabkapelle alle Künste beschäftigte, für die Armen eine Stadt in der Stadt baute, bei jeder Theueruug seine Kornspeicher öffnete und, als Deutschland in Gefahr war, seine Kaiserkrone zu verlieren, die ungeheuren Summen darlieh, mit welchen Karl V. die Stimmen der Kurfürsten kaufen mußte. Man liest gewöhnlich, daß der Erste dieses weltberühmten Geschlechts im Jahre 1370 von dem Dorfe Graben, östlich von Schwabmünchen am Westrande des Lechfeldes gelegen, in Augsburg eingewandert sei. Es ist dies aber schon zwei - vi - Jahre früher geschehen. Es waren zwei Brüder, Johann nnd Ulrich Fngger, welche nach Augsburg zogen. Johannes kam damals zuerst allein dahin; erst 1376 kam Ulrich nach. Die Familie hatte sich schon in Graben mit Weben und Färben beschäftigt, denn diese Gewerbe waren in älterer Zeit immer vereinigt; der Name „Fugger" heißt seiner altdeutschen Bedeutung nach nichts anders als „Färber", nnd eine ununterbrochene Ueberlieferung bezeichnet den älteren Fngger als Weber. Neben dem Gewerbe hatten sie in Graben einigen Feldbau betrieben; denn es ist bekannt, daß spätere Fngger die Wiesen und Felder, welche das ursprüngliche Eigenthnm der Familie gebildet hatten nnd veräußert worden waren, als die Fngger nach Augsburg übersiedelten, wieder an sich brachten. Der außerordentliche Aufschwung, welchen, wie die Stadt im allgemeinen, so auch Handel und Gewerbe, namentlich die Weberei im 14. Jahrhundert genommen hatte, nöthigte gleichsam die Fugger, nach Augsburg zu ziehen, wo sie allein mit ihrem Gewerbe Fortschritte machen konnten. Hier war bereits mit Barchent und Wolle, Flachs nnd Hanf ein so lebhafter Geschäftsverkehr ins Leben getreten, daß das Ungeld von den Weberwaren eines der einträglichsten Gefälle der Stadt bildete. Ein gewinnvoller Handel mit diesen Waaren hatte sich nach allen Ländern Europas ausgedehnt. Die bedeutende politische Macht der Stadt war es allein, welche in jenen unruhigen Zeiten diesem Verkehr die nötige Sicherheit verschaffte. Die Heirat mit Clara Widolf verschaffte dem Hans Fngger das Bürgerrecht in Augsburg. Nach dem Tode derselben schritt Hans im Jahre 1383 zur zweiten Ehe mit Elisabeth Gevattermann, welche mit sechs Kindern gesegnet wurde. Vier von diesen starben in jungen Jahren, nur zwei Söhne Andreas und Jakob pflanzten das Geschlecht weiter fort. Andreas, geb. 1406, wurde der Stammvater der Fugger vom Reh. Er trieb zuerst größeren Handel nnd wurde bereits der „reiche Fngger" genannt. In seiner Ehe mit der Ge- schlechterin Barbara Stammler hatte er mehrere Söhne: einer, Jakob, erhielt 1452 vom Kaiser Friedrich III. das erste Fug- ger'sche Wappen, ein goldenes Reh im blauen Felde, für sich, I - VII — seine Kinder und Brüder. Doch ist diese Linie bereits im Jahre 1583 ausgestorben, nachdem sie gänzlich verarmt war, theilweise sogar bei ihren glücklicheren Vettern von der „Lilie" als Handlnngsdiener ein Unterkommen hatten suchen müssen. Der zweite Sohn Jakob (der Alte), geboren 1410, wurde vorübergehend Zunftmeister der Varchentwebcr und der Stammvater der Fngger von der Lilie. Er hcirathete eine Tochter des Nngsbnrger Münzmeisters Basinger, der spater in Concurs gerieth und als Münzmeister nach Hall in Tirol, dem damaligen Mittelpunkt der tiroler Bergindustrie, verzog. Da die Fugger bereits 1448 als Gewerker im Schwazer Bergbau austraten, so dürfte die Anknüpfung ihrer Beziehungen zum tiroler Bergbau mit jener Verwandtschaft zusammenhängend) Nachdem er 1469 gestorben war, bezog seine Wittwe das Hans am Judcnberg (im Herzen der Stadt), das bereits der alte Johannes Fugger vou einen: Gürtler gekauft hatte. Von seinen Söhnen starben Andreas und Johann jung und unvermählt zu Venedig in dem Fngger'schen Handelslager, ebenso Peter; Markus widmete sich dem geistlichen Stande und wurde Propst des Marienstifts zu Regcnsburg und Canonicus zu St. Johann in Freising. Er starb zu Rom im Jahre 1478, wohin er sich zur Betreibung eines Prozesses bei der päpstlichen Curie wegen der ihm seitens des Augsburger Domkapitels verweigerten Aufnahme in dasselbe begeben hatte. Der älteste Sohn Ulrich, geboren 1443, kaufte mit seinem Bruder Georg zu Aufaug der neunziger Jahre vou Hans Gwerlin das Haus ans dem Heumarkt (jetzige Philippiue Welser-Straße) und ließ es gänzlich umbauen. Eigentlich waren es, wie noch jetzt, zwei Häuser, das eine I) 283 an: Heumarkt, das andere O 254 au der St. Auuastraße. Im erstereu wohnte Ulrich, im letzteren Georg. Mitten zwischen den beiden Gebändetheilen wurde die gemeinsame „Schreibstube" eingerichtet, die wegen ihrer kostbaren Ausstattung — Täfelung von Ahvruholz und vergoldete Leisten — in der ganzen Stadt nur die „goldene" Schreibstube genannt wurde. Heutzutage 0 Ehrenberg, Zeitalter der Fugger I. 87. - vui - hat sich von der alten Herrlichkeit nichts erhalten als die gothischen Portale mit dem von Löwen gestützten Fuggerschen Lilienwappen ün Bogenfelde, ferner in den Erdgcschoßen stattliche Hallen von gerippten Kreuzgewölben, die auf kurzen, stämmigen Säulen ruhen, ein durch den Hof sich ziehender offener Ge- mölbcgang, eine Anzahl gothisch gebildeter, theilweise mit Maßwerk gezierter Thören von gehauenen Steinen und anderes mehr.') Schon im Jahre 1473, als Kaiser Friedrich sich in Augsburg zum Zuge nach Trier rüstete, um den Herzog Karl von Burgund mit Geldern zu belehnen, begann Ulrich Fngger mit den Fürsten des Hauses Oesterreich die in der Folge zu so enormer Höhe gelangten Geldgeschäfte. Er lieferte dem Kaiser das seidene und wollene Gewand zu dem Zuge und erhielt dafür für sich und seine Brüder das Wappen von der Lilie. 1494 verband er sich mit seinen Brüdern zu einer Handelsgesellschaft mit Spezereicn, Seide und Wolle nach und aus Italien, Tirol, den Niederlanden, Deutschland, Ungarn und Polen. Auch die kleinsten Vortheile verschmähte er nicht, wie beispielsweise Albrecht Dürers Schöpfungen durch ihn nach Italien versandt wurden. Von: Papst Alexander VI. erkaufte er um 1000 Dukaten das Patronat einer Canonicat- pfründe bei St. Moritz. „Gar ein feiner, freundlicher und frommer Herr ist dieser Herr Ulrich Fngger gewesen, ein dickes duschet (buschicht) weisses Haar, so ihm ehrlich angestanden, hat er gehabt" — berichtet die Familienchronik von ihm. Im hohen Alter mußte er sich einer Steinoperation unterziehen und starb an den Folgen derselben im Jahre 1310. Der zweite Sohn Jakob Fnggers, Georg, geboren 1453, wurde durch seine Söhne Raimund und Anton der Stammvater aller Fngger, die sich forterhielten. Der bedeutendste unter den Söhnen des älteren Jakob wurde der gleichnamige jüngste Sohn. Er hatte sich ursprünglich dein geistlichen Stande gewidmet und war später Domherr des Eichstättschen Stifts Herrieden geworden. Als jedoch vier U Buff, Augsburg iu dcr Rcuaissnucczcit S. IS. s - vi - seiner Brüder in rascher Folge gestorben waren, ließ er sich dnrch die Bitten seines ältesten Benders Ulrich bewegen, sein rnhiges Gelchrtenleben zu verlassen nnd wieder zum Geschäfte zurückzukehren. Vorerst wandte er sich nach Venedig, um dort in dem großen Kaufhaus der Deutschen (üonclaco clei Ueclesctn) seine Lehrjahre zu bestehen. Venedig war damals und noch lange Zeit danach die hohe Schnle der süddeutschen Kanfleute. Man mußte in Venedig gewesen sein, wenn man daheim etwas gelten wollte. Schon zu Karls des Großen Zeit gelaugten die kostbaren Stoffe des Orients und auch manche des Nordens zu Schiff nach Venedig nnd von dort aus weiter nach dem Westen und dem Nordwesten. Uralt ist namentlich der Handelszug der Augsburgcr Kaufleute nach der Königin der Adria. Das älteste Stadtrecht von Augsburg, das im Jahre 1104 ediert worden ist, dessen Bestimmungen jedoch sicherlich auf älteren Verhältnissen und Gewohnheiten beruhen, nimmt bereits Notiz von den: zwischen Augsburg und Köln bestehenden Handelsverkehr. Nun läßt sich aber der Beweis leicht führen, daß ein solcher nur auf der Grundlage eines daneben herlaufenden Verkehrs mit Venedig gedacht werden kann. Das große Stadtrecht von 1276 enthält sodann mehrfache direkte Andeutungen eines von alters her zwischen beiden Städten unterhaltenen Verkehrs, lieber Venedig wurden danach nach Deutschland eingeführt: Oel, Feigen, Pfeffer, seidene Tücher und Decken, Zendale, Baldachine (kostbarer, aus Seide und Goldfaden moireartig gewobener Stoff aus Baldac-Bagdad,) Glas, das in Mnrano fabriziert wurde und der Siguoria reiche Einkünfte zubrachte. Au Natur- und Judustrieerzeugnisscn, welche die Augsburger dagegen nach Venedig brachten, nennen wir Roh- und Edelmetalle (Eisen, Kupfer, Blei, Zinn, Gold, Silber), Pelze, Leder, Wollenzenge, Leinwand u. A. Augsburger Familien, welche gleichsam traditionell Handelsgeschäfte mit Venedig trieben, waren die Gossenbrod, Winter, Pfister, Lang, Tendrich, Preyschnh, Stammler, Meuting, Snlzer, Nördlinger, Riedler, Jmhof, Hanvlt im 14. und 15. Jahrhundert, im folgenden namentlich die Fuggcr und Welser. Hier hatten die letzteren sowie die Baumgarten, Herwart, Rem u. A. noch — x - während des ganzen 16. Jahrhunderts ihre Contorc, ja nach zn Anfang des 17. muß ein lebhafter direkter Verkehr zwischen den beiden Städten bestanden haben, wie die Selbstbiographie des Elias Hall, des Erbauers des Angsbnrger Rathhanses, ausweist, der uns erzählt, daß er zwölfmal mit Angsbnrger Kanfleuten nach Venedig gezogen sei.') Dieser Schule in Venedig und einigen größeren Reisen nach den vornehmsten Plätzen des europäischen Handels verdankte auch Jakob Fugger den hohen Grad kaufmännischer Bildung, der ihn befähigte, dem damals schon bedeutenden Handel seines Hauses jene Ausdehnung Zu geben, die es seitdem weltberühmt gemacht hat. Zunächst führte er das Geschäft gemeinsam mit seinen Brüdern Ulrich 1510) und Georg 1506), vereinbarte auch mit ihnen für ihre männlichen Nachkommen die uugetheilte Weiterführung der Handelsgeschäfte — eine Gemeinschaft, welche erst nach dem schmal- kadischcn Krieg sich löste. Nach dem Tode seiner Brüder nahm er deren Söhne Hieronymus, Ulrich, Raimund und Anton in die Handelsgesellschaft auf, die jetzt die Firma „Jakob Fugger und Gebrüders Söhne" annahm.Im Jahre 1498 verheiratete er sich mit der schönen Sybilla Arzt, blieb jedoch während seiner sicbenundzmanzigjährigen Ehe kinderlos. Er brachte den Handel zn einer solchen Höhe, daß er die Geschäfte in Wolle, Seide und Spezereien aufgab und sich ausschließlich auf Bergbau und Bankgeschäfte verlegte. Er erwarb den ganzen Kupferkauf in Ungarns Bergwerken um hohes Geld; die Kupferbergwerke in Nensohl und andern Orten waren in seiner Hand; der jährliche Reinertrag derselben belief sich ans 110000 fl. In Kärnthen baute er ein Bleiwerk. Der veränderten Haudelsrichtung nach Ostindien wußte er sich ebenso rasch als glücklich zn accommodiren. 1505 trat er mit den Handelshäusern Welser und Hochstetter zn einer Handelsgesellschaft zusammen, um drei Schiffsladungen mit levantischen Waaren, welche man in Deutschland bisher 0 Ugl. meine Ausgabe (Augsburg 1873) S. 22. 0 Ehrcuberg I. S. 88. - xi - I ausschließlich auf dem Landwege vou Venedig bezogen hatte, auf dem ueueutdeckteu Seeweg direkt aus Ostindien zu holen. 1487 lieh er geineinsam mit dem Bankhaus Antonio de Cavallis zu Genua dem Erzherzog Sigismund von Tirol 23 627 fl. unter Verpfandung der Schwager Silbergrnben dar, im folgenden Jahre mit seinen Brüdern Ulrich und Georg nochmals 13606 fl. mit der gleichen Bürgschaft. 1509 bezahlte er innerhalb acht Wochen 170600 Dukaten an Kaiser Maximilian als den Betrag der diesem für den italienischen Krieg bewilligten Subsidien, 40000 von wegen des Papstes, 60000 für Spanien, 70000 für Frankreich. 1504 wurde er samt seinen Brüdern vom Kaiser geadelt, später auch zum kaiserlichen Rath ernannt. Ein gleiches Ansehen genoß er bei Papst Leo X., der ihn zum Pfalzgrafen des Lateran und equos auroatu8 bestellte. Bei der Kaiserwahl Karls V. wußte er dadurch einen bedeutenden Einfluß zu gewinnen, daß er für die Kosten derselben über 300000 sl. vorschoß. Außerdem brachte er mehrere Herrschaften käuflich an sein Haus. Zunächst im Jahre 1507 von Kaiser Maximilian !. um 70000 sl. die vormals bayerischen Herrschaften Kirchberg und Weissenhorn. Der Kaiser hatte dieselben nach dem pfälzisch- bayerischen Erbfolgekrieg in Besitz genommen und verkaufte sie, weil er zu seinem Romzug Geld brauchte, an Jakob Fugger, den er zum Abschluß des Geschäftes zu sich nach Constanz berufen hatte. Der neue Käufer baute an beiden Orten neue Schlösser. Zwei Jahre später folgte die Erwerbung des Schlosses Schmiechen bei Landsberg. Auch dieses war von Maximilian im pfalzbayerischen Kriege den bayerischen Herzögen — Georg der Reiche von Bayern-Landshnt hatte es vor Jahren käuflich an sich gebracht — weggenommen worden. Der jetzt von Jakob Fngger gezahlte Kaufpreis (10000 sl.) diente dem Kaiser zur Bestreitung der Kosten seines Kriegszuges wider die Republik Venedig. Auch hier ließ Jakob Fugger, nach Abbruch des alten Schlosses, einen völlig neuen Bau aufführen. Die dritte große Erwerbung von Seiten Jakobs war die der Herrschaft Biberbach (B. A. Wertungen) im Jahre - x» - 1514, Maximilian hatte dieselbe kurz vorher von den Marschällen von Pappenheim gekauft und veräußerte sie jetzt für 32000 fl. an Jakob Fugger; vom Kaufe ausgeschlossen blieben jedoch alle Bergwerke und verborgenen Schätze, welche etwa künftig im Bereich der Herrschaft gefunden werden sollten. Die Kosten des Neubaues des Schlosses zu Biberbach wurden diesmal vom Kaufpreis in Abzug gebracht/) Bekannt ist Jakob Fugger namentlich durch seine Vau- thätigkeit. Von ihm rührt zunächst der Bau der Fugger'schen Grabkapelle bei der St. Annakirche her, der 1512 begann; 1518 erfolgte die Einweihung/) Weiter ist der Ausbau des Fnggerpalastes in der Maximilianstraße sein Werk. Von seiner Schwiegermutter hatte er das südliche der beiden Hänser, aus denen sich später das Fuggerhans zusammensetzte, an sich gebracht, das nördliche, ein Gasthaus, dazu gekauft. In den Jahren 1512—1515 ließ er diese zwei Häuser zu einem zusammenbauen und völlig neu einrichten. Unsere Abbildung, zu welcher ein Kupferstich von Jakob Custodis aus dem Jahre 1634, darstellend die Huldigung der Angsburger vor Gustav Adolf von Schweden, benützt worden ist, giebt rechts gleich vornan ein Bild des oberen dieser beiden Häuser, Z 11, und von dem unteren wenigstens noch ein kleines Stück. „Es waren" — bemerkt Buff in seiner bereits erwähnten trefflichen Schrift „Augsburg in der Renaissancezeit" — „und sind noch stattliche, dreigeschossige Gebäude mit vierzehn, bezw. zwölf Fenstern in der Reihe und hochanf- steigenden mächtigen Dächern. An den Ecken ragten Türmchen empor, die wahrscheinlich 1761 gelegentlich einer gründlichen Neuherrichtung des Ganzen abgebrochen wurden; bei dem unteren Hause war sogar, wie der Stadtplan von 1626 zeigt, in eigenthümlicher Weise die Dachlinie auch in der Mitte durch Ü Die unserer Ausgabe beigcgcbcucu Abbilduugcu der Fugger'schen Schlösser sind nach colorirten Zeichuuugen im Cod. gcriu. nr. 896 der Mnnchcner Hof- und Staatsbibliothek (Johann Jakob Fuggcrs GcschichtSwcrk über die Fürsten des Hauses Oesterreich Band II) angefertigt. Ucber dasselbe vgl, unten bei I. I- Fugger, e) Zcitschr. d, hist. Ncr, f. Schwaben und Ncubnrg, Jahrg. 1880 S. 205. — XIII ein Thürmchen unterbrochen. In den Erdgeschossen waren geräumige gothischc Hallen mit Kreuzgewölben, die noch theilweise vorhanden sind; die Portale waren offenbar gothisch profiliert. Die Fa?aden boten architektonisch kein besonderes Interesse, dafür aber lag ein reicher malerischer Schmuck darüber, der, wie wir durch Sandrart wissen, von Hans Burgkmair herrührt und — merkwürdig genug für diese frühe Zeit — durchaus im Sinne der Renaissance gehalten war." Von allem dem, wie namentlich auch von der von den Zeitgenossen mit den blendendsten Farben geschilderten Pracht des Innern sind heute uur noch vereinzelte Reste erhalten. Eine ungefähre Vorstellung von der versunkenen Herrlichkeit kann sich der Besucher jedoch jetzt noch an zwei Stellen des Fuggerhauses verschaffen: an dem großen Hofe im Innern des Gebäudes und an den jetzt dem Knnstverein als Ans- stcllungslokal dienenden Räumlichkeiten. Beide Oertlichkeiten haben ihre ursprüngliche Gestalt fast unversehrt bis ans unsere Tage herab beibehalten. Der Hof ist mit Arkaden umzogen, welche nach italienischer Weise auf toskanischeu Säulen von rothem Marmor ruhen. In der Tiefe der Hinterhalte erheben sich mächtige Marmorsäulen mit geseiltem Schafte, die Kapitäle üppig mit Laubwerk und Widderköpfen geschmückt. Um den Hof ist die innere Fläche der Vogen mit herrlichen grauen Arabesken auf schwärzlichblauem Grunde bedeckt. Uebcr den Bogen sieht man gemalte Medaillons, die eine Füllung von rothen Marmorplatten haben. Darüber zieht sich ein arg zerstörter Fries hin mit grau in grau gemalten historischeu Sceuen, wahrscheinlich Resten jener Wandgemälde, deren Gegenstände durch den gelehrten Kvnrad Peutinger bestimmt worden waren, und die Jakob Fuggcr 1513 — ans einer Bogenlaibung an der Westseite findet sich diese Jahreszahl — ausführen ließ. Früher schrieb man diese Bilder Altdorfer zu, neuere Untersuchungen machen es jedoch wahrscheinlich, daß der Maler Hans Bnrkmair gewesen ist.Z Fast unbeeinflußt vom Zahne der Zeit haben sich die jetzt als Ausstellungslokal des Kunstvcreins dienenden Räume U Buff S. N. - x>v — I erhalten. Die Tradition berichtet, daß hier dereinst die Hansbäder eingerichtet gewesen seien. Ihre Herrichtnng stillt laut inschriftlichem Zeugnis allerdings erst in die Jahre 1570—1572, wir glaubten aber des Zusammenhangs halber schon an dieser Stelle ans sie aufmerksam machen zu dürfen. Die dekorative Ausstattung dieser Räume mit Fresken, welche die Verherrlichung des Fngger'schen Hauses, symbolisiert durch dessen Wappen, zum Gegenstande haben und offenbar von italienischen Händen ausgeführt sind, gehört zum herrlichsten dieser Art, das wir in Deutschland besitzen. Bis in die neueste Zeit hatte man diese geistvollen und lieblichen Bilder dem großen Meister Tizian zugeschrieben. Es ist immerhin möglich, daß er die Entwürfe angefertigt und die Arbeit geleitet hat — gemalt hat er die Bilder nicht, sondern, wie dies ans einer versteckten Inschrift hervorgeht, ein anderer Meister seiner Schule, Antonio Ponzano. Ein den Ruhm seines Geschlechts lange überdauerndes Andenken sicherte sich Jakob Fngger durch die Gründung der „Fnggerei", jener inmitten der Stadt gelegenen, in sich abgeschlossenen Stadt der Armen, deren Eigenart noch heute die Aufmerksamkeit aller Fremden erregt. Die Gründung dieser eminent wohlthätigen Anstalt wird uns durch eines der großen Frescobilder des Fnggerhauses in zutreffendster Weise vergegenwärtigt. In der Mitte zeigt Jakob Fngger seinem Neffen den Bauplatz; seine Gemahlin theilt Brod unter die Armen aus, die sie umringen. Rührig wird an den Häusern gebaut, die zum Theil schon vollendet sind. Die „Fnggerei" — wie diese Armenstadt im Volksmnnde genannt wird — ist rings von Mauern umgeben, durch welche vier Thore, welche Nachts abgesperrt werden, in das Innere der durchaus sauberen, ja hübschen Kolonie führen. Sechs Straßen durchschneiden dieselbe rechtwinkelig. Im Ganzen sind es dreiundfünfzig Hänser mit einhnndertsechs Wohnungen, welche den ärmeren Einwohnern der Stadt Augsburg gegen die kaum nennens- werthe jährliche Miethe von zwei Gulden eingeräumt sind. Jakobs Zeitgenossen aber waren des Lobes voll über seine Mnnificenz, „durch die er im ganzen Reiche und an allen Höfen in großes Ansehen gekommen, da er nicht, wie etwa Geizwänste pflegen, seinen Reichthnm in Kisten verschlossen, sondern Herr, nicht aber Hüter desselben gewesen ist." Jakob Fugger starb am 30. Januar 1526. „Er war fröhlich von Gemüthsart, gefällig und höflich gegen Jedermann; bescheiden und schlicht in seinem Auftreten, sagte er doch auch den Höchstgestellten furchtlos die ungeschminkte Wahrheit, wenn es noth that. Für sich selbst war er ohne viel Bedürfnisse, dabei aber gastfrei im großen Stile seiner Zeit und seines Standes, ein Geschäftsmann ersten Ranges und noch in seinen letzten Lebenstagen so geschäftseisrig, daß er, als ihm sein Neffe Georg Thurzo rieth, die ungarischen Geschäfte, deren Lage gefahrdrohend war, aufzulösen, solchen Kleinmuth weit von sich wies und erwiderte, er hätte einen ganz anderen Sinn, er wolle gewinnen, so lange er könne. Aber bei allen seinen weitansschauenden, über ganz Europa zerstreuten Geschäften war er doch von Nervosität soweit entfernt, daß er, wie seine Neffen wiederholt ans seinem eigenen Munde hörten, niemals ,Hinderung des Schlafes hatte, sondern mit dem Hemde alle Sorge und Anfechtung des Handels von sich legte."") Die höchste Blüthe erlangte das Hans Fngger unter den beiden Neffen und Erben Jakobs, Raimund und Anton. Die Brüder, in denen nunmehr das gesummte Vermögen des Hauses vereinigt war, bewohnten gemeinsam die Fnggerhänser auf dem Weinmarkt. Raimund wird uns geschildert als „eine schöne, lange und fast lustige Person, stark an Leib und Ge- müth, nicht allein ein besonderer Liebhaber, sondern ein Vater aller wahrhaften Historien, ein fleißiger Nachfrager aller guten Künste, besonders der Antiquitäten. Von ganzein Herzen und Gemüth ist er sanft, mild und gebreich gegen männiglichcn und insonderheit gegen alle Armen gewesen." Raimund ist der Stammvater der einen nach ihm benannteil Fngger'schcn Linie. Ihm wurde in Gemeinschaft mit seinem Bruder jenes berühmte kaiserliche Privilegium ertheilt, von dem Karl V. selbst sagte, daß kein deutscher Kaiser jemals ein ähnliches ertheilt habe noch erthcilen werde. Durch dasselbe wurden die Brüder in 0 Ehrcubcrg I. 118. — xvi — den erblichen Grafenstand des Reiches erhoben nnd ihnen für ihre' Person und ihre Güter die volle Landeshoheit verliehen. Dieses Hauptprivileginm datirt vom 1. März 1530. 1534 folgte das weitere Privilegium, Münzen in Gold und Silber ausprägen zu dürfen. Die Befreiung von fremder Gerichtsbarkeit bestätigte Karl V. 1541 und 1548 verordnete er, daß die Güter allein auf den Mannesstamm sich vererben sollten. Dieser kaiserlichen Privilegien, sofern sie der Stadt Augsburg nachtheilig, mußten sich Antons und Raimunds Söhne begeben, als sie 1538 in das Patriziat aufgenommen wurden. Drei Jahre vorher hatten die Brüder mit dem Rathe der Stadt das Abkommen getroffen, jährlich 500 fl. als Steuer zu bezahlen, dafür aber den Steuereid nicht zu leisten. Wie tief verpflichtet ihnen Karl V. war, können wir daraus abnehmen, daß Raimund nnd Anton Fugger es waren, voil denen er die Mittel zu seinen Expeditionen gegen Tunis nnd Algier und zur Unterdrückung des schmalkaldischcn Bundes erhielt. Dabei waren sie jedoch viel zu schlaue Geldmänner, als daß sie nicht, wie sie den Kaiser gegeil die rebellischen protestantischen Fürsten mit ihrem Gelde stützteil, als sich ihnen eine gewinnreiche Ausficht eröffnete, mich den protestantischen Fürsten, vorweg Philipp von Hessen nnd Friedrich von Sachsen, in ihrer Auflehnung gegen das kaiserliche Oberhaupt mit ihrem Gelde unter die Arme griffen. Wir können uns heutzutage kaum mehr eine richtige Vorstellung voll dem Reichthume nnd dem Handel der Fugger im sechzehnten Jahrhundert machen. Auch der größte Maßstab, den wir nach unfern modernen Begriffen zur Vergleichnng anlegen würdeil, würde uns kein zutreffendes Bild ergeben. Die Fugger waren nicht blos die größten Kapitalisten, sie galten mich als die mächtigsten Grundbesitzer des damaligen Europas. In ihren Händen waren die Bergwerke Tirols, Steiermarks, Kärnthens, Jstriens, Ungarns nnd Spaniens. Welche Schätze mögen sie allein ans dem letztgenannten, damals auf der Höhe seiner Blüthe stehenden Lande gezogeil habeil! Noch heute nennt sich eine Straße Madrids nach ihnen, und ein spanisches Volkssprichwort heißt: „rico Lome - XVII - l UN Uricar" (reich wie ein Fugger).H An allen wichtigen Handelsplätzen hatten sie ihre Factoreien, deren Geschäfte von Vertrauten des Hanfes geleitet wurden; in dem Palast am Weinmarkt liefen die Fäden wie die Radien eines Kreises im Mittelpunkt zusammen. Vor mir liegt ein Nechnnngsbnch des Handlnngshanses vom Jahre 1564, das zwar nur über ausständige und zum künftigen Neujahr fällige Forderungen im Waarenhandel (Tuch, Spezereien u. a.) berichtet, aber auch hier, in diesem geringfügigen Geschäftszweige, der nur so nebenher, mehr aus Pietät als des Gewinnes wegen betrieben wurde, gehen die Forderungen bei den einzelnen Factoreien (Wien, Nürnberg, Leipzig, Danzig, Krakau, Antwerpen, London, Lyon, Venedig, Genua) nach Millionen. Nur so verstehen nur, wie jene bekannte Sage sich bilden konnte, welche Anton Fuggcr den Schuldschein Karls V. in dem mit Zimmetholz genährten Feuer des Kamins verbrennen läßt.^) Geschichtlich beglaubigt ist dagegen die gleichfalls bekannte Erzählung, Karl V. habe, als ihm sein königlicher Wirth von Frankreich die Schätze der Pariser Residenz gezeigt, gegen diesen geäußert: „Alles dies kann ein deutscher Leineweber in Augsburg bezahlen." Im Jahre 1519 hatten die Fngger alles, was zu Schwatz an Bergwerksrechten dem Kaiser als Landesfürsten gebührte, psand- weis in Besitz und zogen davon alle Jahre LOOOOO fl.-h Und der Fnggersche Sekretär Konrad Mayer berichtet zum Jahre 1546; „ihr (der Fngger) Vermögen hat sich damals ans 63 Millionen Gulden erstreckt und hat sich anno 1539—1546 in sieben Jahren um 13 Millionen Gulden gebessert^) Der Geschichtsschreiber Gnicciardini berichtet von Anton Fuggcr: „die allerreichsten und namhaftigsten unter den auswärtigen (nicht niederländischen) Kanslenten allen sein die Fngger, teutscher Nation aus Augsburg, deren löbliches Hans Herr ') lieber andere »olksthinnlich gewordene -Bezeichnungen s. Ehrcnberg I. 117, Note 46. ") lieber die Ilnglanbwnrdigkeit dieser Sage vgl. Ehrcnberg I. 168—176. °) Greifs, Tagebuch des Lucas Rem (26. Jahr.-Bcr. d. histor. Vcr. f. Schwaben und Ncub.) S. 94. Greifs a. a. O. S. 94. — XVIII I Antonius das Haupt und ein Fürst aller Kaufleute ist." Auf feiner Hochzeit mit Anna Nehliuger st 327) waren nach einer Mittheiluug des Augslmrger Chronisten Hector Mair „viel Fürsten, Botschafter, Grafen, Ritter, Edellent und andere geistliche Herren gewest." Merkwürdig war der Wahlspruch dieses Anton Fugger: „Stillschweigen stehet wohl an." Große Dienste erwies Anton Fugger seiner Vaterstadt im fchmalkaldischen Kriege. Er hatte, als Augsburg sich der Einigung der protestantischen Stände gegen Karl V. anschloß, umsonst seine warnende Stimme erhoben. Als jetzt der Kaiser nach der Niederwerfung der oberdeutschen Bundesgenossen zur Züchtigung der Stadt im Anzug war, wurde Anton Fngger vom Rathe gebeten, möglichst schonende Bedingungen von dem Schweranfgebrachten zu erlangen. Er hat sich durch Annahme des peinlichen Auftrages und durch die Hingebung, welche er den Angelegenheiten der Stadt Augsburg widmete, durch seine werkthätige Hilfe bei Austreibung der Strafsumme für immer ein ehrendes Denkmal gesetzt, wenn auch seine Unterhandlungen nicht von Erfolg gekrönt waren. Er war mit dem in Augsburg herrschenden Regiment keineswegs einverstanden; Aristokrat und eifriger Katholik, fühlte er sich durch das Treiben der Zunftmeister im Rath, wie der lutherischen Praedikanten ans der Kanzel gleichmäßig abgestoßen. Es war daher ein Opfer, daß er am Hos des Kaisers für die von seinen Gegnern regierte Stadt eintrat. Karl wollte sie ursprünglich vom Erdboden vertilgen, und daß ihr dieses schlimmste Schicksal wenigstens erspart blieb, verdankte sie lediglich der Fürbitte Anton Fnggers, dessen Stolz sich sogar zu einem Fnßfall vor dem Unerbittlichen dcmüthigte. In die Zeit Antons — Raimund war schon 1536 gestorben — fallen jene uns erhaltenen Schilderungen mehrerer Zeitgenossen über die mehr als fürstliche Pracht des Fugger'schen Haushalts. Schon um 1531 berichtet uns der berühmte Schlettstatter Humanist Beatus Rhenanus, als er auf seiner Reise auch Augsburg besuchte: „Welch eine Pracht ist nicht in Anton Fnggers Haus! Es ist an den meisten Orten gewölbt und mit marmornen Säulen unterstützt. Was soll ich von l — XlX — den weitläufigen und zierlichen Zimmern, den Stuben, Sälen und dem Cabinete des Herrn selbst sagen, welches sowohl wegen des vergoldeten Gebälks wie der übrigen Zierrate und der nicht gemeinen Zierlichkeit seines Bettes das allcrschönste ist? Es stößt daran eine dem heiligen Sebastian geweihte Kapelle mit Stühlen, die ans dem kostbarsten Holze sehr künstlich geschnitzt sind. Alles aber zieren vortreffliche Malereien von außen und innen. Raimund Fnggers Hans') ist gleichfalls köstlich und hat auf allen Seiten die angenehmste Aussicht in Gärten. Was erzeuget Italien für Pflanzen, die nicht darin anzutreffen mären: Was findet man darin für Lusthäuser, Blumenbeete, Bäume, Springbrunnen, die mit Erz- bildern der Götter geziert sind! Was für ein prächtiges Bad ist iu diesem Theil des Hauses! Mir gefielen die königlichen französischen Gärten zu Blens uud Tours nicht so gut. Nachdem wir ins Haus hinaufgegangen, beobachteten nur sehr breite Stuben, weitläufige Säle und Zimmer, die mit Kaminen, aber ans sehr zierliche Weise versehen waren. Alle Thüren gehen aufeinander bis in die Mitte des Harstes, so daß man immer von einem Zimmer ins andere kommt. Hier sahen wir die trefflichsten Gemälde. Jedoch noch mehr rührten uns, nachdem wir ins obere Stockwerk gekommen, so viele und große Denkmale des Altertums, daß ich glaube, man wird irr Italien selbst nicht mehrere bei einem Manne finden. In einen: Zimmer die ehernen und gegossenen Bilder und die Münzen, im andern die steinernen, einige von kolossaler Größe. Mar: erzählte uns, diese Denkmale des Alterthums seien fast aus alleu Theilen der Welt, vornehmlich aus Griechenland und Sicilien, mit großen Kosten zusammengebracht". Auch Graf Wolrad von Waldeck, der 1348 auf dem Reichstag zu Augsburg war, weiß gar manches von dem Glänze der Fuggerhäuser zu berichten. Von Airton Fuggers Haus sagt er, es könnte eure königliche Wohnung sein. Er rühmt die Kamine aus Marmor, die Vertäfelung der Wände aus verschiedenen Holzarten, die vergoldeter: oder goldähulich ge- ') Es stand auf dem zwischen der heutigen Kapuziner- und Armenhaus- gasse liegenden Areale. Buff S. 8V. - xx - malteil Decken, die bunten Labyrinthe van eingelegter Arbeit auf den Fußböden. Und als dreißig Jahre später der lüderliche Herzog Heinrich von Liegnitz mit seinem Haushofmeister Hans von Schweinichcn in Augsburg war, erschien den Schlesien: der Glanz des Fugger'schen Hauses märchenhast. Schweinichen erzählt davon in seiner Selbstbiographie: „Es lud Herr Marx Fugger (ältester Sohn Antons) Seine Fürstliche Gnaden einst zu Gaste. Ein dergleichen Banket ist mir sobald nicht vorgekommen, daß auch der römische Kaiser nicht besser tractieren könnte; es war dabei überschwengliche Pracht. Das Mahl war in einem Saale zugerichtet, in den: man mehr Gold als Farbe sah. Der Boden war von Marmelstein und so glatt, als wenn man auf den: Eise ging. Es war ein Credenztisch aufgeschlagen durch den ganzen Saal, der war mit lauter Trinkgeschirr besetzt und mit merkwürdigen schönen venetianischen Gläsern; er sollte, wie man sagt, weit über eine Tonne Gold wert sein. Ich wartete S. F. Gn. beim Trinken auf. Nun gab Herr Fugger S. F. Gn. einen Willkommen, ein künstlich gemachtes Schiff vom schönsten venetianischen Glas. Wie ich es vom Schenktisch nehme und über den Saal gehe, gleite ich in meinen neuen Schuhen, falle mitten im Saale auf den Rücken, gieße mir den Wein auf den Hals; das neue rot damastene Kleid, welches ich anhatte, ging mir ganz zu schänden, aber auch das schöne Schiff zerbrach in viele Stücke. Obgleich nun bei männiglich ein groß Gelächter war, wurde ich doch berichtet, daß der Herr Fugger unter der Hand gesagt, er wolle lieber hundert Gulden als das Schiff verloren haben. Es geschah aber ohne meine Schuld, denn ich hatte weder gegessen noch getrunken. Als ich aber später einen Rausch bekam, stand ich fester und fiel hernach kein einziges Mal, auch im Tanze nicht. Danach waren die Herren und wir alle lustig. Der Herr Fugger führte S. F. Gn. im Hause spazieren, einem gewaltig großen Hause, so daß der römische Kaiser auf dem Reichstage mit seinem ganzen Hofe darin Raum gehabt hat. Herr Fugger hat in einem Thürmlein S. F. Gn. einen Schatz von Ketten, - XXI Kleinodien und Edelsteinen gewiesen, auch von seltsamer Münze und Stücken Goldes, die köpfegroß waren, so daß er selbst sagte, er wäre über eine Million Gold werth. Danach schloß er einen Kasten ans, der lag bis znm Rande voll von lauter Dukaten und Kronen. Die gab er auf 200000 Gulden an, welche er dem König von Spanien durch Wechsel Übermacht hatte. Darauf führte er S. F. G. auf dasselbe Thürmlein, welches von der Spitze an bis an die Hälfte hinunter mit lauter guten Thalern gedeckt war. Er sagte, das wären ungefähr 17000 Thaler. Dadurch erwies er S. F. G. große Ehre und daneben auch feine Macht und sein Vermögen. Man sagt, daß der Herr Fngger so viel hätte, ein Kaiserthnm zu bezahlen. Er verehrte nur wegen des Falles einen schönen Groschen, der ungefähr nenn Gram schwer war. S. F. G. versahen sich auch eines guten Geschenks, aber damals bekamen sie nichts als einen guten Rausch. Gerade damals versagte der Fngger einem Grafen seine Tochter, und man erzählte, daß er ihr außer dem Schmucke 200000 Thaler mitgäbe." Fünf Jahre nach Schweinichen kam der französische Essayist Michel de Montaigne nach Augsburg und besichtigte ebenfalls das Fnggerhans. „Es find", schreibt er, „die reichsten Räume, die ich je gesehen". Und der Dichter Salvmon Frenzel von Breslau singt in seinem Lobgedicht auf Augsburg von dem Fnggerhans: Was Herrlichkeit auf dein Palast Zu sehen sei, mich wundert fast, Von Gold und Silber und auch sonst Von mancher schönen großen Kunst Ist mir zuvor im Untschen Land Dergleichen worden nie bekannt. Auch die Fngger'schen Gärten erregten die Bewunderung der Reisenden. Montaigne erzählt, daß ein Fngger'scher Gärtner Artischoken und andere feine Gemüse bis in den Winter hinein gezüchtet habe. Und Frenzel preist jene Gärten in folgenden Verfem Wclschland laß ab von deiner Pracht, Man jetzt dich nit so groß mehr acht' Von wegen der Gewächs allein tlnd gutem Obst, das fremd soll sein, — XXII — Viel edler Bäum und Stauden schön Nunmehr auch hier gepflanzct stehn; Olivcnbnum hier wüchset stolz, Auch edeles Franzoscnholz, Der Lorbeer grünt dnrch's ganze Jahr, Zu Ehren der Poeten Schaar. Narcisscnblümlein schön und weiß, Der Hyacinth mit allem Fleiß n. s. w. Aber auch die lachendste Blüthe birgt schon den Keim des Verfalles in sich; denn der ist nahe, trotz alles äußeren Glanzes, sobald der höchste Ehrgeiz der Familie nicht mehr ist, freie Bürger einer freien Stadt zu sein. Denken wir daran, wie fortgesetzt und mit welchem Ingrimm Ulrich von Hutten in seinen Gesprächen gegen die Fugger zu Felde zieht! Kirchlich und politisch gehörten sie zur Reaktionspartei. Ein Fngger'scher Kommis begleitete den Ablaßkasten Tetzels, um die einlaufenden Summen zu kontrollieren, ans welche das Bankhans dem Erzbischof von Mainz Geld geliehen hatte. Daneben trieben sie den so vielfach geschmähten Pfründenhandel. So kauften sie nach dem Tode eines Chorherrn von S. Moritz zu Augsburg dessen sechs Pfründen mit der Befugniß, sie an jeden Beliebigen wieder zu verkaufen. Ihr Einfluß in Rom war unbegrenzt. In ihren Diensten stand auch Dr. Johann Eck, Luthers hervorragendster Bekämpfer in den ersten Jahren seines Auftretens. Noch eine Zeit lang werden einzelne Glieder der Familie als hochsinnige Beförderer der Wissenschaft, ja als gründliche Gelehrte gepriesen. Hieronymus Wolf, der berühmte Hellenist, war lange Jahre Bibliothekar des Anton Fugger gewesen, ehe er die Leitung des protestantischen Gymnasiums zu S. Anna übernahm. Antons Sohn Markus ist der Verfasser des ersten in Deutschland erschienenen, deutsch geschriebenen Werkes über Gestütswesen, Reitschulen u. s. w.: „Wie und wo man ein Gestüt von guten edeln Kriegslasten aufrichten soll"; es bildet einen vorteilhaften Gegensatz zu den bis zur Zeit der Reformation in lateinischer Sprache erschienenen, von Mönchen und andern Compilatoren verfaßten Sammelwerken, welche — xxm — I l sich nach Art der Hippiatriker des Alterthums wie nach dem Vorgang byzantinischer Gelehrten mit Thierzncht und Thierheilkunde befaßten. Von den Söhnen Raimunds ward der eine, Johann Jakob,') ein noch heute geschätzter Geschichtsschreiber durch sein großes Geschichtswerk über die Fürsten des Hauses Oesterreichs) das leider der Oeffentlichkeit nur durch einen höchst mangelhaften Auszug in Sigismund von Birkens „Spiegel der Ehren des Hauses Oesterreich" (1668) bekannt geworden ist, während der andere, Georg, als einer der vorzüglichsten Mathematiker und Astronomen seiner Zeit galt. Ein dritter Sohn, Ulrich, war der einzige Fugger, welcher sich offen zum Protestantismus bekannte und deshalb — unter dem Vorwand, daß er sein Vermögen mit Gelehrten und Künstlern vergeude — von seinen Brüdern unter Cnratel gestellt wurde. Später war er sogar genöthigt, vor den Verfolgungen seiner Familie Schutz bei dem Kurfürsten Friedrich II!, von der Pfalz zu suchen. Ans seinein Totenbette bestimmte er sein Vermögen zu Unterrichtsstipendien für arme Jünglinge; die kostbare Bibliothek vermachte er der Universität Heidelberg. Einer seiner Neffen, Philipp Eduard (1546—1618), führte die Jesuiten in seine Vaterstadt ein und wendete ihnen zur Gründung ihres Kollegiums bedeutenden Besitz, darunter sogar alte Familien- stiftnngsgelder im Betrage von 36666 sl. zu. Ein späterer gleichnamiger Fugger verkaufte die alte werthvolle Familienbibliothek für 16666 Reichsthaler an Kaiser Ferdinand III., der sie der Wiener Hofbibliothek einverleiben ließ. Schon in den letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts macht sich ein rasches Sinken des altemFlors der Fugger'schen Handlung bemerkbar. Wir dürfen dies freilich nicht einseitig den Trägern des berühmten Namens in die Schuhe schieben. Die Zeit war eben auch eine andere geworden. Andere Nationen, vorab die Niederländer und Engländer, waren in der Ausbeutung des y Seinem Andenken ist das von König Ludwig I. von Bayern errichtete Standbild in Augsburg gewidmet. y Vergleiche über dass. Aretin, Beiträge zur Literatur I. und Nankc deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation I. S. 316. — xxiv — Welthandels obenauf gekommen und hatten den deutschen und italienischen Freistaaten nur kümmerliche Brosamen des alten Ueberslusses übrig gelassen. Der dreißigjährige Krieg, wie er unserm nationalen Wohlstande die tödtliche Wunde schlug, vernichtete auch vollends den Wohlstand des Fugger'schen Hauses. Die Fugger, in unzählbare Linien getheilt, verlieren sich von jetzt an unter dem Landadel und tauchen nur dann und wann im Dienste des Kaiserhofes oder der Kurfürsten von Bayern wieder ans. Ehromca öes gantzen Kuggerischeu geschtechts, öarinnen nach lengs gesechen wierö, wie öie Herrn Kugger in bie siat Augsxurg eingetreten, was Hantierung unö gewerb jie getriben, wann, wo unö öa sie ire tigente guter in unö außerhalb öer siatt, item ireu aöl uuö auöere Kayserliche sreyheitetl an sich gebracht unö in summa bitz aus öise jetzige junge Herrn öer Kugger hinaus in öer gemelten siat Augspurg öarinnen mit alten ehrn haben ausgenommen, ganZ lusiig Zu lesen uuö Zu veruehmeu. s hat das Fnggerisch geschlecht in der stat Augspurg mit allen ehrn angefangen zn wonen, welichen eines erbarn raths alte stcnr- und leibgedingpiiccher guete zeuckhnns geben. Daiui nach laut derselbigen hat der erste Fngger vor 250 jarn das burgerrecht in der stat Augspurg crheurat. Von wannen aber der erste Fugger, Hans genannt, in die stat Augspnrg khvmen, das mag ans der Ursachen, daß ernennter Hans Fngger das burgerrecht erheurat und nicht erkhauft, in khaiuen des raths Mechern erfunden werden; jedoch wird sonsten aus alten brieflichen uhrkhundeu sovil verstanden, daß er aus dem dorf Graben') genannt, an der obern strassench gelegen, erborn sei und morden, dann er daselbst etlich güeter und bei 28 tagwerch wismats gehabt, die er von seinen freunden ererbt und an sich erkauft hat. Derhalben er daselbsten her von Graben erborn gewesen: wie dann soliches vor 250 jarn vil alter Herrn bezeugt uud gesagt, daß die Herrn Fugger von dem dorf Graben alher in die stat kamen sind. Es seind auch noch heutigs tags gemelte güeter und wismater zn Graben in der Herrn Fugger gemalt, zu welichen gnetern hernach die Herrn Fngger von der gilgench das dorf daselbsten 0 bei Schwabmüuchcu. °) Straße südlich von Augsburg zwischen Lech uud Merlach bis uach Kaufbcureu. 0 Lilie. > 1 i' und andere güeter mehr dort hcrumb gelegen gar erkauft und unter den Fuggerischen namen gebracht. Und dis seind die ersten landgüeter, so die Herrn Fugger anfenklich aigeutumb- licheu und erblichen erkauft haben. Als Herr Bartholomeus Niederer anno 1370 von den Herrn und Herr Siebolt Meininger von den Zünften burger- maister waren, da hat sich ernannter Hans Fugger zu einer crbarn juukfraw, Clara Witdopfin, in den heiligen ehestand eingelassen, mit welicher er zwo töchter, Anna und Kuuiguuda genannt, ehelichen erzeugt. Diseu beedeu töchteru hat ge- melter Haus Fugger zu pflegern gesetzt Hansen Schmuckher und Georg Breyschuech. Die haben die Anna Fuggerin Heinrich Meiting vermehlt; so ist die Kuuiguuda ledigs stauds vcrschiden. Es haben auch laut des rathsleibgediugpuech vor- erueuute Pfleger Hans Schmuckher und Georg Breyschuech auf beede junkfrawen 30 gülden ewigs leibgeding erkauft. Nach absterben seiner ersten ehewirtin hat sich vor- ernanuter Hans Fugger zu dem andernmal zu der erbarm und tugentsamcn junkfrawen Elisabetha Gfattermanin, herrir Hauseir Gfatterinans, des raths in Arigspurg, ehelichen tochter, ehelichen verpflichtet: mit welicher er in wereuder ehe bei 20 jarn fridlich rmd freundlich gelebt und sechs linder in wereuder ehe mit ir erzeugt, unter welicheu die vier in der jugent mit tod vcrschiden, aber die übrigen zweu söhn Andreas und Jacob die Fugger verheurat, von welicheu wir hernach schreiben werden. Andreas Fuggcr ward der erst eheliche sohu vorgemelts Hansen Fuggers, des ersten, so in die statt Augsspurg anfenklich eingetreten, und frawen Elisabeta Gfattcrmann. Der hat in Augspurg zu der ehe genomen juukfraw Barbara Stamb- lerin, mit welicher er in wereuder ehe etliche linder erzeuget. Hie ist zu merken, daß die Fugger von dem rech') hiervon iren Ursprung haben; dan er ain haudlsmann gewesen, auch vast reich worden und der reiche Fugger genannt ward, wie wir dann hernach an seinem ort verner schreiben werden. -) Rch. Jacob Fugger ward der ander eheliche son vorgemelts Hansen Fuggers, des ersten so in die stat Angspnrg eingetreten, und frawen Elisabeth Gsattermanin. Der hat sich in Angspnrg mit ainer erbarn jnnkfrawen, Barbara Bassingerin genannt, Herrn Ulrichen Bassingers, munzmaisters, ehelichen tochter, ehelichen verpflichtet: mit welicher er in wcrender ehe aindlich linder erzenget, von welichcn die Herrn Fugger von der gilgen ir heerkomen haben, wie wir dann soliches heer- nacher in seinein ort beschreiben werden. Vorgemeltcr Hans Fugger, der erste so in die stat Angspnrg eingetreten, der hat mit seiner ersten ehewirtin Clara Witdopfin denn heiligen chreuzer thor in Angspnrg gewonet, aber mit seiner andern ehewirtin Elisabeth« Gsattermanin hat er gehaust bei dem Gögginger thor; dann er zu seiner schwiger in dnsselbig Hans gezogen anno 1378 nnd erblich an sich gebracht. Und dis ward die erste Fuggerische behausung, die sie aigentumblich bewonten, und Habens noch auf disen tag in irem gewalt und von neuem auferpauen lassen, nnd be- wonens der Herrn Fugger von der gilgen diener. Hernach hat diser Hans Fugger ein behausung unterhalb des judenpergs von ainem gürtler Hainrich Grafen anno 1391 erkauft, dise in dem ausschuß mit den kepfen, weliche behausung nachmals Herr Jacob, Ulrich, Georg die alten Fngger von der gilgen bewonet haben. Es hats aber ir diener, Hans Mehrer genannt, schanksweis von den Herrn Fuggern von der gilgen überkamen und von neuen erbawen (lassen); dieselb ainem kaufmann, Bernhard Schöffler genannt, nmb 8990 fl. verkauft. Diser Hans Fugger, der erst, so in die stat Angspnrg eingetreten, der hat erstlich einen handl mit garn und wepfcn') gefüert und er hat auch das parchetweberwerk, etliche wenige jar darzn getriben, aber ycdoch bald davon gelassen. Und bey der erbarn zunft der weber ist er vil jar ainer des grossen raths der stat Angspnrg nnd volgents in seinem alter ist er ein rathsgeb von webern des klainen raths nnd auch ein freyschöpf gewesen, wie dann solliches etliche verzaichnuse clar ') gezetteltes Garn. Rathsherr. — z — ausweisen. Sein vermögen hat sich auf die lest in die 3000 fl. wert erstreckt, weliches dann diser zeit nicht für ein geringe haab ist gerechnet worden. Und als er bei 30 jarn mit bceden seinen ehewirtiu in dem ehelichen stand bürgerlich gelebt, da ist er anno 1409 in Augspnrg mit tod verschiden und zu sauet Moritzen kirchhof/) da yetzuud die kornschranu steet, begraben worden. Dem gott ein freliche auferstehuug verleihen wolle, amen! Ulrich Fugger, vorgcmelts Hausen Fuggers leiblicher brueder, der hat sich durch hilf seines bruedern Hansen anno 1382, als Hans Gossenbrod von den Herrn und Hans Fendt von den zunften burgermeister waren, in der stat Augspnrg zu junkfraw Kuuiguuda Muetsamin ehelichen verheurat und mit derselben das burgerrecht auch erlanget. Diser Ulrich Fugger der ist aufenklich au dem kurzen markt hinter sanct Ulrich mit Hans gesessen und volgents in die cleesattlergasseu-) gezogen, daselbsten er bei 20 jarn gcwont. Und uachdenr er daselbsteu ein schwere prnnst^) erlitten ist er bald hernach gestorben. In aincs erbarm raths alten burgermeisterpüechern findet man dise post geschriben: „tXnno 1402 haben wir 21 Ib., das seind 21 taler, ausgeben umb schaff! und wasser zuefiieren, als des Uelricheu Fuggers drei herlser in der sattlergassen ver- priimreu seind. Dise hofradungch haben die Herrn Fugger von der gilgen noch in irem gewalt und hats nach langem hernach Herr Raimundo Fugger nach allem lust erpauen und noch vil mer herrser, Höf rrnd gärten dorten hernnrb erkauft, wie dann vor äugen gesecheu wird, und bewonens der zeit Herr Philip Eduardus Fugger. Diser Uelrich Fugger, darvon wir geschriben, der hat zu wereuder ehe fünf sohu: Setz, Conrad, Haus, Bartolomeus und Andreas die Fugger ehelichen erzengt, von welicheu die parchatrimber in Augspnrg, auf dem weberhaus ligent, davon gesagt wierd, herkonren. Von welichen kamen nachkonrcn nicht finden kann. Damit hat dis Ulrich Fuggcrs stanr und nachkvmen sein ent- Lag bei der Kirche, h roeto Klcbsnttelgnsse (jetzt Armenhansgassc), so genannt von der dort angesessenen Familie Klebsattcl. Fcucrsbrunst. 0 Haus mit Hosranm. ^ 4 ^ l schaft erlangt. Und gcbürt sich nnn dise zwen stämen, wcliche ans ainein stamen, nemblichen ans Hans Fnggers ersprnngen, weliche gleichwol ainen vatcr gehabt, aber zmaierlai wappen nnd zaichen gefriert haben, und wollen also mit des cltisten söhn, Andreas Fngger genamck, anfachen und wann derselbige stam ansgefiiert worden, dann auch den andern, so von Jacoben Fnggern Heer gelanget, auch beschreiben und nach lengs an den tag geben. Darzue helf rms got, amen! Der stamen von Andreas Hungern, der sich ain Hugger von dem rech genannt, der volgt hernach. Herr Andreas Fngger, ein ehelicher nnd erstgeborner söhn vorgemelts Hansen Fnggers und ein leiblicher brncdcr Jacoben Fnggers, diser Andreas Fngger der hat sich in Aug- spurg mit ainer erbarm junkfranen, Barbara Stambleriir genannt, Herrn Uclrichen Stamblers ehelichen tochter, anno 1469, auf 23. marty ehelichen verpflichtet und die Hochzeit in der stat Augspurg gehalten. Diser Andreas Fugger der hat sich aber gegen seinem brueder Jacoben Fugger nicht nach dem gebürlichsteu gehalten: dann nachdem es im in seinem handl so glücklich und wvl ergangen, hat er etwas mer dann gegeir got verantwortlich seinen brnedern Jacoben Fngger verachtet. Aber Jacob Fugger der hat soliche schwach und Verachtung, ime von seinem brueder erwisen, in seinem gemüeth vertruckt und sich gar nichts merken lassen nnd alles göttlichen gcwene- deyung mit der zeit erwarten wollen. Diser vorgemelt Andreas Fngger, der sich ein Fugger von dein rech hernach genant, der hat mit seiner ehewirtin in wercnder nnd stehender ehe, frawen Barbara Stamblerin, vier söhn und fünf töchter ehelichen erzeugt, von denen wir hernach schreiben werden und mit dem ersten mit den töchtern anfachen wöllen. Und seind dieselben söhn und töchter also genannt: Jacob, Mathey, Hans und Lucas die Fngger, dann Anna, Barbara, Ursula, Walburgis und Felicitas die Fuggerin. Anna Fugger ward die erstgeborne tochter vorgemelts Herrn Andreas Fuggers und Barbara Stamblerin. Dise wurd durch irc elteru iu das closter Benedicten ordens zu dem Holz') geuauut gethau, darinnen sie als aiu closterfraw gelebt. Sie hat auch ir leben iu diesem ordeu beschlossen und daselbsten begraben worden. Der gott genedig sei! Barbara Fuggeriu ward die ander eheliche tochter vorgemelts Andreas Fuggers und srawen Barbara Stamblerin. Dise ist durch treu Herrn vateru einem habhaften^) kaufinan in Augspurg, Thoman Grander genannt, ehelichen verpflichtet worden, und ward die Hochzeit in der stnt Augspurg aimo 1485"). Weliche dann iu werender ehe eheliche linder mit einander erzeugt haben, wie dann in dem Fuggerischen bluetstamen clar zu sehen ist. Ursula Fuggeriu ward die drit eheliche tochter vorgemelts Andreas Fuggers und srawen Barbara Stamleriu. Dise wurd durch iren vateru aiuem statlichen und habhaften kaufmann in Augspurg, Gassl Hagg genannt, welicher hernach des raths und aiues erbarn raths burgermaister gewesen, zu der ehe versprochen: welche in werender ehe mit einander vil söhn und tochter erzeugt haben. Und seiud alle Haugen und was demselbigeu geschlecht verwaut aus disem ehegemecht kommen und erzeugt worden. Walburgis Fuggeriu ward die viert eheliche tochter vorgemelts Andreas Fuggers und srawen Barbara Stamblerin. Dise wurd durch ire eitern einem vleissigen und haabhaften schreiber in der Herrn Welser schreibstuben in Augspurg, Conrat Schneider genannt, ehelichen vertraut. Dise beede haben in werender ehe keine linder erzeugen mögen. Und als cruamter Conrat Schneider gestorben, da ist dise Walburgis Fuggeriu durch verhilf irer briieder in die versamblung der dritten regl sauet Francisceu ordens geen s. MartiU) iu Augspurg komeu, petzt abgethau, daselbsten sie biß in ir end ein wittib bliben ist und daselbsten verschiden. p Kloster Holzen bei Wcrtingen. wohlhabend. °) Hier liegt ein Jrrthuin des Chronisten oor: Barbara kann als zweite Tochter nicht schon 1485 gcheirathct haben, p Nonnenkloster S. Btartin, in der Reformations- zeit anfgchoben. Felicitas Fuggcrin ward die fünft und lcßt eheliche tochter vorgcmelts Andreas Fuggers und fraiven Barbara Stamlerin. Dise wnrd durch ire eltern und brüeder ainem kaufmaun und bnrger zu Ulm, Georg Roggenburger genannt, ehelichen verheurat, mit welichem fi in steender ehe etliche kinder erzeugt, weliche aber der mehrer theil in gott ver- schiden. Jacob Fngger ward der erste eheliche söhn vorgcmelts Andreas Fnggers und fraiven Barbara Stamblerin. Der hat sich in Angstmrg mit etiler erbarm junkfraiven, Ursula Römin genailiit, des edlen und vcsteu Herrn Sigmillld Römerr eheliche tochter, ehelichen verpflichtet, und ward die Hochzeit in der stat Augspnrg anno 1492. Diser Jacob Fugger der hat anno 1482 iu der stat Wien das erste Fuggerische wappen mit den gülden rcchhunden iu blaber velduug') bei kayser Fridericheir fiir sich und seine brüeder allain ausbracht und erlangt, und hat hiemit Jacob Fugger seines Herrn vatern brüeder und desselbigen söhn verächtlich ausgeschlossen und vergessen. Ob soUches aber aus Verachtung oder Vergessenheit geschehen oder nit, das ist der federn nicht zu befelen. Es hat auch diser Jacob Fugger mit Lucas Fuggcr, seinem bruedern, die 28 tagwerk wismats sambt andern gnetern mer, in dem dorf Grabeii gelegen, sambt dem Jacoben Fuggern, so hernach von der gilgcn genannt worden, so laiig nnzerthailt gewesen, und dieselben miteinander erhalten, bis daß dieselben zuletzt an die Herrn Fugger von der gilgcn gar nigcntumblich kamen seiild. Es ist auch nach absterbens Herrn Jacoben Fnggers seine verlassene wittib in die stat Kaufpeyrn gezogen und da- selbsten ir leben verzört und beschlossen, auch aldort begrabeii worden anno 14 . . Der gott geuedig sei, amen! Diser Herr Jakob Fugger, wie zuvor gemelt, der hat mit seiner ehewirtin frauen Ursula Römin in steender und wereuder ehe zwen söhn und ain tochter ehelichen erzeugt, von denen wir hernach schreiben werden und zu dem erstell mit der tochter anfachen wollen. Und seiild dieselben söhn 9 im blauen Feld. - 7 - und töchter also genannt: Andreas, Sigmund die Fugger uud junkfraw Anna die Fuggerin. Anna Fuggerin ward die erst und letzte eheliche tochter vorgemelts Herrn Jacoben Fuggers und fraweu Ursula Römin. Dise murd durch iren Herrn vatern Herrn Georg Hauser in Angspurg, melicher des closters zu s. Katarina in Augspurg pfleger und ambtrrran zu WerishoferU) gewesen, ehelichen verpflichtet. Dise beden haben kaine linder hinter inen verlassen. Andreas Fugger war der erste ehelich söhn vorgemelts Herrn Jacoben Fuggers und frauen Ursula Römin. Der hat sich zu Regenspurg nidergelassen und daselbsten seinen Handel gestiert. Und er hat sich zu Regenspurg mit aines burgers tochter von Nuermberg, Torathea genannt, Herrn Georgen Koppel zu Nuermberg ehelichen tochter, ehelichen versprochen, weliche dann in werender ehe auch etliche linder erzeugt haben. Sigmund Fngger ward der ander und letzte eheliche son vorgemelts Jacoben Fuggers und frauen Ursula Römin. Der ist durch seinen Herrn vatern mit ainer junkfrawen von den: adl mit namen Elisabeta Blankenfelderin, aus der stat Perliu in der Mark Prandenbnrg erborn, ehelichen vertraut worden; der hat mit seinem handl in dem JochimsthaU) ge- gewonet, auch etliche linder in stehender ehe erzengt. Matheus Fugger was der ander eheliche söhn vorgemelts Andreas Fuggers und frauen Barbara Stamlerin. Der hat sich in Augspurg mit einer erbarm junlfraucn Helena Mnlachin ehelichen verpflicht. Disem Matheus Fugger hat es in seinem handl nicht vast wol gelungen, dann er seinem glauben^ mer darin sein haab und güeter ertragen mecht, auferlegt. Deshalben er zu Venedig und anderswo grossen schaden erleiden miiessen und alldieweil der zuvor ernannt Matheus Fugger zu seinem erlitnen unfal zuletzt, als er geen Mailand geraten und seirr roß gescheiht, irr dem Corner see ertrunken. Doch hat er mit seiner ehewirtin in wehrender ehe (mit) der frauen Helena Mulachin vier linder, nemblichen 2 söhn und 2 töchter, ehelichen erzeugt. Da haberr vil linder ') Wörishofcn bei Buchloc. 2) Joachimsthal in Sachsen. 2) ? - 2« l gegen -sanet Anna kirchen mit 15 kindern gewanet haben. Es ist auch anno 1507 das erste pflaster in der ganzen statt Angspnrg mit kislingstainen zn besetzen van diser behausung angefangen worden. Svnst ist die schreibstuben ans dem staincn gang gewesen, darein man van bccden gemächen geen mecht. Weliche schreibstuben ward van wegen des kastlichen fladern') täfer und gülden leisten in der ganzen statt Angspnrg die gülden schreibstuben genannt. ^imc> 1473, als kapser Fridrich in der stat Angspnrg gewesen und sich zn dem zng geen Trier, herzag Carolen van Burgund seine realien über das land Geldern zn leichen, rüste, da hat diser Herr Uclrich Fugger seine erste kundschaft, Handlung und gewerb mit den österreichischen erpfürstcn angefangen, weliche hernacher imer ge- waxen. Dann er den kapser mit seiden und Wullen gewant auf disen zug versechen, auch am Fuggerisch wappen mit der gilgen von seiner mt. erlangt und ausbracht, wie dann in der Fuggerep in Angspnrg ob dem thor in stain gehauen gesehen wierd; weliches aindlif jar hernach als das wappen der andern Fuggern van dem rech beschechen ist. Dieser Uclrich Fugger der hat sich mit seinem bruedern den kaufmanshandl zn fuern in ein gesällschaft znsanren verpflichtet, und sie haben iren handl mit specerey, seiden und Wullen gewand sambt andern redlichen waren in Jtnlia, Tirol, Nidcrland und sausten allenthalben in den Teutschlands, auch in Hungern und Paln zu treiben und zu werben fnrgenomen. Weliches inen dann vast glücklich abgangen. Gar ein feiner, freundlicher und framer Herr ist diser Herr Uelrich Fugger gewesen, ein dick doschetch weisses har, so ime vast ehrlich angestanden, hat er gehabt. Und als er in ain Haches alter kamen ist, da hat er sich an dem harzstainch schneiden lassen. Und er ist an dem 9. tag nach demselben schneiden in dem 68. jar seines alters verschiden und zu s. Manzen kirchhof, da yetzund die korn- schrant steet, bei seinem vatern Jacoben Fugger begraben worden. Dem gatt genedig sein welle, amen! Diser zuvor gemelt Herr Ulrich Fugger der hat mit seiner eh ewirtin, d er frauen Veronica Lauigerin, in werender ehe 0 twn Ahornholz. 0 buschicht. Stein. — 20 - acht kinder, nemblichen zwen söhn und sechs tochter, ehelichen erzeugt, von welichen wir hernach schreiben werden und unserm gebrauch nach mit den töchtern anfachen wellen. Und seind dieselben kinder also genant: jnnkfraw Anna, Ursula, Veronica, Sibilla, Snsanna und Felicitas Fuggerin, dann Herr Ulrich und Hieronimus die Fugger. Jnnkfraw Anna Fuggerin ward die erste eheliche tochter. Diese ist geborn anno 1481 und ist durch ire eltern in aller christlicher zucht erzogen worden. Und als dise Anna Fuggerin 16 jar ires alters erlangt, da ist si durch iren Herrn vatern zu befürderung des Fuggerischen handls dem edlen und vestcn Herrn Georg Turzo von Wetlachembstorf, kiniglicher mt. zu Hungern camergraf auf den gränizen in dem königreich Hungern, ehelichen vermehlt worden. Und es ward die Hochzeit sambt dem beischlaf anno 1497 in der stat Augspurg ganz köstlich und mit allen freiden gehalten. Das Haus, darinnen er in Augspurg auf dem weinmarkt gewonet, welches da ist das ander Haus an der waag hinaus, hat er von grund auf von neuen erpauet, und hat ime ain erbarer rath ein Wasserrohr in ainem rorcasten darein verehrt. Mit seinem gemahl hat er fünf kinder ehelichen erzeugt. Er ist aber anno 1321 und sie die Anna Fuggerin anno 1533 in gott verschiden, den gott genedig sey! Jnnkfraw Ursula Fuggerin ward die ander eheliche tochter. Dise ist geborn anno 1485, auf 13. aprili und gleicher Massen in dem Hans irer eltern mit allem christlichen wandl erzogen worden. Dise ist durch iren Herrn vatern dem edlen und gestrengen Herrn Philipen von: Stain zu Netingen, ritter, ehelichen verheurat worden, und ward die Hochzeit anno 1563 in der stat Augspurg mit allen costlichen freuden gehalten. Weliche mit einander in werender ehe 6 kinder ehelichen erzeugt haben. So ist Herr Philip vom Stain anno 1569 zu Ulm verschiden und die Fuggerin, sein gemahl, anno 1539, den gott genedig sey! Veronica Fuggerin ward die drit eheliche tochter. Dise ist geborn anno 1487 und gleicher weis in dem Haus ires vaters mit allen chrn erzogen worden. Dise wurd durch iren — 21 — vatern Herrn Balthasar Eniger, geschlechter und burger zu Ulm, ehelichen vertraut, und mard die Hochzeit samt dem beyschlaf anno 1504 in der statt Augspurg mit allen ehrn gehalten; Weliche dann auch linder mit einander erzengt haben. Er ist aber anno 1520 und sein gemahl anno 1521 gestvrbcn, den gott genedig sey! Jnnkfrau Sibilla Fuggerin mard die viert eheliche tvchter. Dise ist geborn anno 1488, auf 22. angnsti und gleicher gestalt in den: Hans irer eitern mit allen tngentlichen ehrn erzogen worden. Gar eine scheue und erbare junksraw ist dise Sibilla Fuggerin gewesen. Dise wnrd in dem 24. jar ires alters den: edlen und vesten Herrn Hans Marx von Aurhofen ehelichen versprochen. Und als anno 1512 sein Hochzeit, einreit und beyschlaf solte gehalten werden, da hat ain crbarer rath gemainer bnrgerschaft aufsagen und verkünden lassen, wer dein Herrn brentigamb und der prant zu ehrn mit seinem Harnisch und gewchr in gueter ordnung uiUer den verordneten haubtleuten ainesi erbarn raths entgegen zieheil wellen, die mögen sich rüsten und ans. dem fronhvf sich ver- samblen. Da kameii bei, 2000 man in liechten Harnisch in dreyen stunden ans dein fronhvf znsamen, lind haben die bnrgermaister, iliit iiainelt Jhronimus Welser und Illerich Artzet, den versambleten biirgern zu hanbtleiiten geordnet Herr Leonhard Jndenman, nüi bayrischer edelman und bestelter haubtiiiaii d»r statt Augspurg, mich zum fendrich Christof Hämerlcin und Niclas von Koburg. Die zugeii viit güeter zngordnung zu dein Wertackerbrnggen thor hinaus ans Onez- brach,') alda sie bey 1'/» stund verharten, bis daß der brentigamb mit seinen gefreunden vom adl bei 160 pferden kommen. Da ward (er) von den Herrn bnrgermaister sambt iren twistenden mit 260 pferden empfangen, den volgents das snes- volk mit einer gncten zugordnnng zu den: Gögginger thor herein, und zogen der prant zu ehrn über den rinter- oder heymarkt für Herr Ulrich Fuggers Haus; da ward denselbigen 6 vaß wein zu vertrinken verehrt, an dem nit ein trepflein uberbliben. ') Nicht zu ermitteln; vielleicht verderbt für Ostcrbach (B.-A. Würtingen). Junkfraw Susan na Fnggerin war die fünft eheliche lochten Die ist geborn anno 1489, auf 26. octvber und ebner Massen in dein Hans irer elterir mit allein vleiß erzogen worden. Und da diese Susanna Fnggerin ires alters 17 jar erlangt, da ist sie anno 1516, auf 9. febrnari dem edlen und nesten Herrn Georgen von Stetten zn Pocksperg ehelichen ver- mechelt worden. Weliche baide ehegeniachl laiige zeit in dem ehelichen stand gelebt haben, aber nicht mer dann ainen söhn, Georg genannt, ehelichen erzengt, welcher sich hernach zn Herrn Bartolomens Welscrs tochter ehelichen verhenrat und auch linder, so noch im leben, mit derselben erzengt. Junkfraw Felicitas Fnggerin ward die sechst und letzte eheliche tochter. Diese ist geborn anno 1495, auf 5. jnni. Weliche dann gleicher gestalt in dem Hans irer eltern mit allem christlichen wand! ist erzogen worden. Dise Felicitas Fnggerin die hat sich anno 1568 in das closter Dominici ordens zu sanct Catarina in Angspurg begeben und daselbsten die profession gethon, und sie ist in gemeltem closter bliben bis anno 1539; da ist sy gestorben und daselbsten begraben worden, der gott genedig sey, amen! Herr Ulrich Fugger ward der erst eheliche söhn. Der ist geborn anno 1496, auf 17. aprili und durch seinen Herrn vatern mit allem vleiß in gueten Urgenten erlernet worden. Diser Ulrich Fngger ist ein feiner, artlicher Herr gewesen, deswegen er von menigelichen lieb und wert ist gehalten worden. Und er hat sich hernach anno 1516 mit ainer erbarn junk- franen Veronica Gassnerin, Herrn Jacob Gassners des raths ainige tochter, in Angspurg ehelichen verpflichtet, mit welicher er in dem ehelichen stand wenig jar gelebt und käme kinder hinterlassen. Er raiste anno 1527 ans 24. may auf Schwatz und ward daselbsten krank und starb; ligt auch daselbsten begraben, dem gott genedig sei, amen! HerrIeroni m n s Fngger ward der ander eheliche son. Der ist geborn anno 1499, ans 12. augnsti, und er ist durch seinen Herrn vatern in allen gneten knnsten erlernet worden. Der hat nach absterben seines Herrn vatern in der behausnng ans dem rinder- oder Heymarkt sein Hans und Hofhaltung - zz - gehabt; daselbsten er die ganze zeit seines lebens in dem ledigen stand unbeheurat hinbracht und verzört. Ein feiner, milter Herr gegen menigelichen, auch ain ehr aller reuter ist diser Jheronimus Fugger gewesen, ein freye tafel ehrlicher gesellen hat er alle tag geHalden, Und ob er schon etwas zu herrlich und freymilt ist gesechen worden, so hat er doch vrdenlich und nicht unlvblich gehaust und dargegen den armen in vil weg alles guets bewisen. Von person war er aines grossen und langen parts, ganz lustig anzusechen; und ob gleichwol kam hochmuet in im gewest, so hat er doch kain Verachtung nicht leiden wellen. Er hat auch mit seinem Herrn vettern, Herrn Raimnndo und Antony der Fngger, so seines Herrn vatern brneders söhn gewesen, dahin consnliert und con- sentiert, daß alle Herrn Fugger, so derselben nachkomen, so lang der ainer im leben sein wurd, durch kayser Carolmn den fünften mit solichen Höchen adelsfreyhaiten, auch Herrschaften und wappen begabt worden, dergleichen von seiner mt. ainigem menschen nnehe') geben und verlachen worden. Und als diser Herr Jheronimus Fugger bei 38 jar seines alters erlangt, da hat er ein ordenlich testament aufgcricht, darinnen er allen seinen gefreunden mit ehrlichen legaten bedacht und die übrig haab dem namen und stamen der Herrn Fugger von der gilgen gar verschafft. In solichem testament (ist) auch ver- sechcn, daß für 2t)000 sl. ein spital aufgericht werden sollt. Also hat hernach ernannter Herr Antonius Fugger ein spital zu WalthauscrU) aufgericht und erbaut, dahin I. gn. discs gescheft auf die armen gewendet, ^nno 1538 da ist er mit großer clag menigelichs armen und reichen verschiden. Da ist aus seinem gescheft alspald 2000 gülden unter die armen ansgethailt worden und in die begrebnus zu sanct Anua kirchcu in Augspnrg in die schöne capellen begraben und besungen worden, dem gott genedig sei, amen! Hiemit so haben wir alle die Herrn und junkfrawen Herrn Ulrichen Fuggers und frauen Veronica Fuggerin, derselben linder, ausgefuert. Dann kain Fugger noch Fuggerin 0 nie. 2) Waltcnhanscn, B.-A. Kulmbach. 1 , von inen mehr verhanden noch inl leben ist. Nun so wollen wir die andern linder Herrn Jacoben Fuggers und frawen Barbara Bassingerin volgends nach einander beschreiben und dieselben mit irem leben auch hinausfuereu. Herr Audreas Fugger ward der ander eheliche söhn. Der ist geborn anno 1444 und er wurd durch sciuen Herrn vatern in das leger gehen Venedig geschickt; daselbsteil er etlich wenig jar gewesen und an dein sueber ledigs stands gestorben und auch daselbsteu begraben worden, dem gott genedig sei! Herr H ans Fugger ward der drit ehelichessohu. Der ist geborn anno 1445; welicher dann gleicher weis durch seinen Herrn vatern in das leger geen Venedig geschickt wurd; der ist gleicher gestalt iu dem 16. jar seines alters anno 1461, auf 29. october aldort niit tod verschiden und daselbsten begraben worden, dem got genedig sei, amen! Herr Marx Fugger ward der viert eheliche son. Der ist geboru anno 1448 und er wurd (von) seinem Herrn vatern auf die studia erwisen und ist letzlich geistlich worden; und er hat zu Rom ein beneficium, nemblich ein tumbherrnpsrient auf das hohe stift zu Augspurg, der ein gras von Wertenberg und Johannes') genannt gewesen sambt dem capitl ein harten widerstand bewisen, dann sie sagten, daß sie von der bäpstlichen heiligkaiten befreyt weren, daß auf disem tnmb- stift zu Augspurg ein doctor und vom adl und gar kain ge- borner Augspurger komeil soll; weliches ein hochverächtliche und vast verdrießliche bnlla den ehrlichen burgerskündern der statt Augspurg gewesen. Jedoch zeucht diser Herr Marx Fugger geen Rom, agiert vor dem bapst und gewint mich etliche urthail; er wurd aber in disem rathshandl, ehe der gar ans- gefuert, krank und ist nicht ohn grossen verdacht durch zue- gebrachts gift gestorbeil und zu Rom begraben worden, dem gott genedig sei, amen! Herr Peter Fugger ward der fünft eheliche söhn. Der ist geborn anno 1450, auf februarii. Diser Peter Fugger der wurd durch seine brueder in das Fuggerische leger gehen 9 Johannes von Werdcnbcrg, Bischof von Augsburg 1469—36. Nuermberg geschickt; daselbsten er etlich wenig jar gewesen. Als. aber anno 1473 ain klainer sterben daselbsten gewesen, da ist diser Peter Fngger anch krank worden und in Herrn Martin Banmbgartners behansnng mit tod verschiden und auswendig, bei s. Sewalts kirchen begraben, anch im ain cpi- tavium, in stain gehauen, zu gneter gedcchtuus anfgericht worden. Und lautet die schrift neben der biltnnß und Fuggerischen wappen von der gilgen also: anno clomini im 1476., anr sontag nach s. Bartolonwus tag starb Peter Fugger von ^lngspurg, der dyn hie begraben ligt, dem got genedig sey, amen! Und nachdem der elter Herr Ulrich Fngger gesechen, der so die franen Veronica Lanigerin.zu ainem gemahl gehabt, daß vier seiner brueder verschiden und er auch ohne posteritet ward und der Fuggerische handl aus der gütlichen genaden so statlich zngenomen und gewachsen, da hat der wol ernannte Herr Ulrich Fngger seinen jüngsten brueder, Jacob Fugger genannt, wclicher zu Herriedcn in dem land zu Franken, dgs unter das bisthnmb Aichstet gehert, ein tinnbherr worden, beruesen, denselben dahin vermögt, daß er sein pfriend resigniert und ausgeben und zu dein Auggerischen kanfhandl ist gebraucht wordeil, wie dann hernach von ime geschriben werden soll. Herr Jacob Fuggcr ward der jüngste söhn, welichen ich mit vleiß vor Georg Fugger, seinen bruedern, der erst hernach volgt, setze. Der ist geborn anno 1459, auf 6. martii und er ist durch seinen Herrn vatern mit seinen preceptores erstlich ans die stndium erlernet und letztlich geistlich und ain tomb- herr durch bäpstliche heiligkait zue Herrieden inl land zu Franken, das unter das pisthnmb Aichstet geheret, worden. Er hat aber disen geistlichen staild unlb bewegnng seiiler brneder, wie dmin zuvor gemelt, widernmhell abgelegt, sein pfriend aufgegeben und zu dem Fuggerischen kaufhandl ist gebraucht worden. Der wurd erstlich von seinen beeden bruedern Ulrich und Georg die Fngger, so noch unter disen siben bruedern im leben gewest, in das Fuggerische leger geen Venedig geschickt, daselbsten er etlich jar gebliben und sich des - 2S - ' ' - - . Handels so wol angenomen, daß er widermnb durch seine bruedcr nach Angspurg ist berufen ivorden und sich daselbsten mit ainer schönen jnnkfrancn, Sibilla Artztin genannt, anno 1498, ans 20. jenner ehelichen vermechlt, meliche ans euwin gar alten geschlecht in der stat Angspurg erborn. Und ward die Hochzeit sambt dem beyschlaf in der statt Angspurg im vor- gemelten jar gehalten. Er hat aber in seinem ehelichen stand, in welichem er 27 jar lang gelebt, kaine kinder erzeugen mögen. Er hat ainen. schwager gehabt, der so seines weibs brueder geweft, Wilhelm Artzt geuaiuit. Dises Wilhelm Artzten gemahl die hat ans ein zeit am wesch angehebt und sie pat iren ehcmirt, er wolle doch dise zeit spacieren ans seine landgpeter reuten also bis daß sie soliche ir wesch verricht hete. Diser Herr Wilhelm Artzet was nicht unbehcnt, ließ seine knecht die roß fertig machen und satln, namb zu sich 2000 cronen und rit spacieren bis nach Venedig, also daß niemand wisst, wo er hinkvmen was. Letzlich crfuer sein gemahl, daß er zu Venedig grossen mueth gehalten; sie schreibt und bat in, daß er widernmb nach Hans kamen solt, die wesch mar geschehen« Da kam er widernmb nach Augsburg, und er hat noch 1000 cronen zu den vorigen 2000 verzert und er lud alle die Herrn Fugger, weliche seine schwager, auf sein ankauft in Angspurg zu gast. Wolt in aber vorthin sein gemahl, wann daß sie ein wesch het, nicht mer aus dem Haus schaffen. Diser vorgemelt Herr Jacob Fugger der hat den Fuggerischen namen an ehrn und gnet vast hoch gebracht, dann er im furgenomen, den vorigen handl mit specerey, seiden und wollen nicht mer zu fuern, sondern begab sich auf perkwerch und wexl, zu welichem die Herrn Turzo, weliche in dem reich Hungern und Poln bep den kinigen in grossem änsechen und den Fuggern mit schwagerschaft verwandt waren, ime treffenliche befürderung bewifen. Den ganzeir kupferkauf in dem alten und neuen Soll sambt der Inniglichen Handlung in der grafschaft Türol hat er all angenomen und mit guetem glik vil jar gar stattlich verricht. In Kärnten hat er ein pleypcrckwerch gebaut und daselbsten ein castell und schloß gepauet, die Fuggerey genannt. Bey dem römischen kayser Maximiliano, auch könig zu Hungern z? und Poln, wie auch mit allen chur- und surften in den teutschen landen ist er von seiner hoflichen art wegen vast geliebt worden und zu grossem anscchen komen. Vil gras- und Herrschaften, schlosser, dörfer und flecken hat er air in und an den Fuggerischen namcn gebracht und auch von neuem aufcrpauen lassen und erweitert. Die Herrschaften sambt dem schloß und dörfer Schmia,') Perlenst und Hennershofenst und andere guetcr dort herumb mer hat er von dem römischen kinig Maximiliano dem Fuggerischen namen einverleibt, und hat es hernach Herr Antony Fugger von grund auferpaut. Dessgleichcn hat diser Herr Jacob Fugger anfenklich die Herrschaft Kirchpergst mit sambt aindlich dörfern und vogteyen und ainem grossen herrlichen jagt von forsten und walden von dem kapser Maximiliano auf in und die Herrn Fugger keuslich gebracht, und hat diser wolernannter Herr Jacob Fugger das schloß daselbsten von neuem erpauen lassen und dem Fuggerischen namen unterworfen. Dergleichen hat diser Herr Jacob Fugger die Herrschaft Viberbachst sambt dem markt und etlichen terfer und flecken, auch schlösser und ander zuegehörungen, der nicht wenig dörfer und flecken seind, weliche der Marschällen von Pappen- haimb gewesen und auf den kaiser Maximiliano komen, von dem Hochgemelten remischen kaiser erkauft und also nicht allein dise gueter auf den Fuggerischen namen gebracht, sonder das schloß daselbst von neuem aufcrpauen lassen. Uber diß alles hat diser wolernannte Herr Jacob Fngger die Herrschaften und statt Weissenhornst sambt Marstetten und Pfaffenhofen auch von dem römischen kapser Maximiliano sambt vilen andern dörfern und zngehörungen shat erj nicht allain ans den Fuggerischen namen löblich gebracht, sondern das schloß daselbsten von grund auf von neuem erpauen lassen. Dessgleichcn hat er in der stat Angspnrg auch gethan. Dieser Herr Jacob Fugger der hat anfenklichen die Fuggerischen Heuser auf dem weinmarkt von seinem schwiger Wilhelm Artztin an sich gebracht und nachmals ein gastgebhaus unten daran darzue erkauft und ganz köstlich von neuem auserpauen lassen, also ') Schinicchcn, B.-A, Lcmdsbcrg. Untcr-Bcrgen cbd. Heinrichs- hofcn cbd. O.-A. Lauphcim. ^ K.zp Wcrtingen. ") B.-A. Jllcrtissen. daß auch der Heuser zwar zu aineiu wordeu. Wie soliche inwendig gezuert, wissen alle, die so darinnen gewest, wie dann vor äugen gesechen wierd. Zu dem hat diser Herr Jacob Fugger erstlich die behausungen und garten vor dem parfuesser thor in Augspurg auf dem graben erkauft und zu ainem lusthaus auferpaueu und vil schöner Wasserwerk darein richten lassen: weliches Haus und lustgarteu hernacher Herr Antonius Fugger nicht allein angenomen, sondern vil mehr Heuser und gärten darzue erkauft und dise darmit gemert rmd erweitert und vast lustig vorr neuem erpauerr lassen, wie dann vor äugen gesechen wierd. Und haben hernach Herr Marx und Hans die Fugger, Herrn Autonp Fuggers söhn, disen garten mit allerlai welschen, spanischen fruchten zieren und pflanzen lasten. Die restliche capellu bei sanct Anna kirchen in Augspnrg hat diser Herr Jacob Fugger sambt dem hochktiustlichen werk der orgl, wie dann vor äugen gesechen wierd und über die 16000 fl. gestanden, von grund auferpaut, auch sein und die Fuggerische begrebuus darein gerichtet. Zu dem hat er auch nach absterben seiner brueder Ulrich, Andreas, Hans, Marx, Peter und Georg der Fugger in Jacober vorstat in Augspurg etliche vil gärten und Heuser erkauft und 110 gemächt darein ganz lustig erbauen (lassen) und die Fuggerep genannt, darinnen allain hausarme leut, so das almuesen nicht nemeu, jerlich ainer umb ain fl. unterhalten werden. Und hat hernach Herr Marx Fugger ein schöne kirchen und capelln dorhiu erpauen lassen, wie dann vor augeu gesechen wierd. Zu dem hat auch diser zeit Herr Jacob Fugger das holz- oder platerhaus auf 18 Personen, halb manu und halb weiber, darein gestiftet zu unterhalten auch in diser Fuggerep verordnet. Diser Herr Jacob Fugger der hat den rath zu Augspurg etliche jar laug mit allen ehrn besessen, und da ime wer gevolgt worden, so were das korn in ewige zeit das schaf in Augspurg über 2 fl. kaufweis nicht kamen, weliches dann ein sehr nutzlichs werk wer gewesen; aber es hat sein gueter rath und vorhaben von wegen etlicher müssgönner seinen vortgang nicht gehaben mügen. Und als diser her Jacob Fugger 66 jar seines alters erlangt, da ist er anno 1525 auf 30. marti in got entschlafen und in - z? - sein Zuvor gemclt new erbaute begrebnus zu s. Anna kircheu iu Augspurg besungen und begraben worden, dem gott ain freliche auferstehung verleichen welle, amen! Herr Georg Fugger ward der sibent und letzte eheliche son. Der ist geborn anno 1453 auf 10. mai und gleicher Massen durch seinen Herrn vatern mit allen gueten künsten und tugenten.erzogen uwrden. lind als diser Herr Georg Fugger 29 jar seines alters erraicht, da hat er sich mit rath seiner brneder mit ainer ehrlichen jnnkfrawen, Regina Jmhof genannt, des edlen und vesten Herrn Peters Jmhofs ehelichen tochter in Augspurg, ehelichen vermechlt, und ward die Hochzeit sambt dem beyschlaf in der statt Augspilrg anno 1488 auf 11. november gehalten. Mit welicher er in werender ehe drey söhn und ain tochter ehelichen erzeugt, aus welichen sich das ganze Fuggcrische geschlecht bis auf dise zeit erstrecken thnet, alldieweil der ganze Fuggerische stamb von der gilgen bis auf diesen stamb was abgestorben. Dann vorgemelter Herr Ulrich Fngger der hat kaine postcritet mer, so was vorgemelter Herr Jacob Fngger der reich ohne leibserben verschiden. Gar ein frvmer uud vlcissiger Herr ward dieser Herr Georg Fngger; in der behausuug auf dem rinder- oder heymarkt gegen sanet Anna kürchen in Augspurg hat er gewonet; weliche behansung er und sein brneder Ulrich Fngger von dem Hans Gwerlin erkauft und von neuem auferpanen lassen, wie dann bei Ulrich Fngger, seinein bruedern, ist gemelt worden. Das schloß und garten, auch Hof zu Göggingen') hat dieser Herr Georg Fugger von den Frieckingers erben an den Fuggerischen namen erkauft, von neuem erpawen und mit scheuen Wasserwerken Ziern lassen. Und als er 53 jar. seines alters erlangt, da ist er anno 1506 mit tod verschiden und zue s. Morizen in Augspurg begraben worden. Aber sein verlassne wittib die ist anno 1526 auf 15. marci auch gestorben und bei ihrem ehewirt besungen und auch begraben worden, den got genedig sey, amen! Dieser Herr Georg Fngger der hat mit seiner ehewirtin franen Regina Jmhof in werender ehe vier kinder, nemblichen 0 sndl. von Augsburg. - zo - drey söhn und ain tochter, wie dann zimor gtnrclt, ehelichen erzerigt: aus welichen sich das ganze Fuggerische geschlecht bis auf dise zeit anno 1399 erstreckt, wie danu gemelt worden, von deu wir hernach schreiben werden und uuserm gebrauch mit der tochter anfachen wellen. Und sein dieselbigeu Herrn und junksraw also genannt: Herr Marx, Raimundo und Autony die Fngger, dann juukfram Regina die Fuggeriu. Diser Fuggerische stamb verstehet sich aber auf die Herrn Fugger von der gilgeu genannt. > Jnnkfraw Regina Fuggeriu ward die erst und letzte eheliche tochter vorgemelts Herrn Georgen Fuggers und frauen Regina Jmhof. Dise wurd durch ire eltern dem edlen und vesten Herrn Hansen Baumbgartner dem jüngern, geschlechter und burger zu Nugspnrg, ehelichen vermechlt, und ward die Hochzeit in der statt Augsxmrg anno 1312 ganz costlich gehalten. Weliche dann in werender ehe vil sön und tochter erzeugt haben, unter welichen sich hernach Herr David, Hans und Georg auf Schwangaw/) Baumgarten, Erbach und Kintzingen haben Herrn") und mit adlsfreyhaiten haben begraben") lassen. Herr Marx Fugger ward der erst eheliche söhn vorgemelt Herrn Georg Fuggers und frawen Regina Jmhof. Der hat sich auf die studin begeben; er ist zuletzt geistlich und hrobst zu sauet Peter in Augspurg worden. An dem bäbstlichen Hof, nemblich bei dem babst Julio dem andern, ward diser Herr Marx Fugger allzeit in grossem ansechen, dann er. seiner geirrten und geschicklichkeit halben wast ist gebraucht worden. Er ist aber zu Rom, nachdem er in ainem kalten, fliessendcn wasser gebadet und in darauf ein hitziges fieber augestossen, mit tod verschiden rmd anno 1511 in der tenschen pfarrkürcheu in der Herrn Fugger begrebuus und capell begraben worden, dem gott genedig sei, amen! Hie ist nun zu merken und wierd angefangen zu beschreiben, wie wir zuvor gemelt, daß der ganz Fuggerische stamben von der gilgen aus disen zwen bruedern, so hernach 9 B.-A. Füssen. -) zum Herrn (Freiherr») ernennen. 9 rsets begnndcn. — z> — volgen, Herr Raimundo und Antoni die Fngger, bis auf dise zeit anno 1600 entsprungen und erstanden, wie dann gehert worden. Und wellen also dise zween brneder in zwai unter- schidliche tail verfassen und ainem yeden brneder insonderhait denselben stamen ordenlich hinaus fneren und beschreiben, auch mit gottes hilf mit dem eltern brneder, Herr Raymundo Fugger, aufachen, und wann derselbige stanrb hinaus gefuert worden, dann den andern stamen, der so von dem Herrn Antoni Fnggern her gelangt, auch an tag geben und beschreiben. Darzu helf uns gott, amen! Der stamen von Herrn Raimundo Huggern volgt hernach. Der wolgeborn Herr Raimundo Fngger, freyherr zu Kirchperg und Wcissenhorn, ward der ander eheliche son vor- gemelts Herrn Georg Fuggers und frauen Regina Jmhof und auch ain leiblicher brneder vorgemelts Herrn Marx Fuggers uud Herrn Antony Fugger, der erst auf die lötzt soll beschriben werden. Diser Herr Raymundo Fugger der ist gcborn anno 1489, auf 24. october, und er ist durch seiuen Herrn vatern nnt seinen preoeptores in Jtalia und Frankreich in allen gneten künsten erzogen und erlernet worden. Und als diser Herr 33 sar alters auf sich hat bekommen, da hat er sich zu der edleu uud tugeutsamen junkfrawen Catarina Turzin, des edlen und vesten Herrn Hans Turzo, freyherrn zu Wetlachembs- torf ehelichen tochter und Herrn Alexius Turzo, kiniglicher statthalter zu Hungern eheleibliche schwester, ehelichen verpflichtet, und ward die Hochzeit anno 1512 in der kinigelichen statt Cracaw mit allen steiden gehalten, und ist volgents die prant mit guetem glick in die statt Augspurg gefuert worden. Diser Herr Raymundo Fngger der ist nach absterben Herrn Ulrich und Georg die Fngger in seines Herrn vatern behausnng auf dem rinder- oder Heymarkt gegen sanct Anna kürchen mit Hans gesessen; als aber Herr Jacob Fngger der reich anno 1525 verschiden, da ist er mit sambt seinem bruedern Antony Fngger in die Fuggerische Heuser auf dem weinmarkt gezogen und daselbsten ire Haus- und Hofhaltungen gehabt. Und nachdem diser Herr Raymundo Fugger als ain kaiserlicher und kinigelicher rath zu dem offermal von vilen hohen Potentaten bitlich angesuecht worden, daß er sich sambt dem Fnggerischen geschlecht von der gilgen adlen lassen solt, so hat ers doch nach langem anhalten auf die letzt bewilligt. Darauf in die kay. mt. Carolus der fünft, dieweil er auch Herr Antonius und Jheronimus die Fngger init gras- und Herrschaften, mit sambt vilen edlsmanssitzen, schlösser, törfer und flecken reichlich versehen gewest, in ansehung ires redlich und freundlichen ge- mueths und tugent sambt allen Herrn Fuggern von der gilgen, so vil dern noch im leben gewesen, auch iren erben und erbs- erben in ewige zeit mit gräflichen, herrlichen und adelstituln, ehrn und wierden, darzue nlit ainem quartierten schild und wappen, als es die Herrn Fugger diser zeit noch sneren, ganz genediglich und miltigelich begabt, gezuert und versechen. Uber soliches haben die kay. mt. den wolernannten Herrn Fuggern so herrliche privile^ia mitgethailt und geben, dergleichen ire mt. selbsten bekennt nnehe kaines zuvor bewilligt habe und zu bewilligen nicht gedenke. Einer schenen langen person, stark von leib und gemueth ist er gewesen, nicht allain ein besonder liebhaber, sonder ein vater und ehr aller warhaften Historien und allen vorgemelter gnetmissen der fachen ein vleissiger Nachfrager und begaber aller gueten kiinsten, besonder der antiquiteten. Was grossen lust zu pauen hat er gehabt vil herrliche törfer, schlösser und flecken hat er dem Fnggerischen namen erkauft und einverleibt. Den herrlichen flecken GlötU) hat er dem Fnggerischen namen und andere gueter, so darzne gehern, erkauft, und hat hernach Herr Antony Fugger ein scheu schloß dorthin erpawen lassen. Desgleichen hat er auch die terfer Winterbackff), Thierlaubingeu") und Gablingench, weliche alle mit alten Herrn- und Pflegheuser erbauet gewesen, dem Fuggerischen namen erkauft. Dergleichen hat er auch das torf Oberdorff), weliches eiuen herrlichen edlmanssitz hat, sambt etlichen törfern, so darzue gehern, erkauft, in weliches U B.-A. Dillingen. B.-A. Dillingcn. Dürrlaniugen, B.-A. Dillingen. y B.-A. Augsburg. p^l. von Kaufbcucru. - zz - - I dorf hernach Herr Antony Fngger gar ein herrlichs schloß von grund auf erpawen lassen. Zu dem hat er auch das dorf Mirkhausenl) dem Fuggerischen uamcu erkauft, und er hat in das torf Mirkhauseu ein gar lustigs schloß allain aus pauenslnst und daß die armen ein ergetzligkait und behels irer uarung haben mögen, von grund auf erpauen lassen. Dergleichen hat er in der statt Augspurg auch gethan: nach absterben Herrn Jacob Fnggers des reichen hat er des Herrn Georg Kinigspergers new gepaute Heuser, ans dem meimnarkt gelegen, nach seinem gefallen gericht und darinnen gewont. Hernach da hat er auch die drey Heuser, in der Cleesattler- gasscn gelegen, weliche vor jarn Ulrich Fugger verprunnen und lange Zeit von den Fuggerischen schlechtlich sind erhalten worden, bis ans die letzt diser Herr Raymnndo Fugger etliche noch mer Heuser, Höf und gärten dorthernmb darzue erkauft und dise darmit erweitert und ganz herrlich und costlich von neuem hat auferpauen lassen, wie dann vor äugen gesehen wierd. Von ganzem gemueth und herzen ist er sanft, milt- nnd gabreich gewest, reiche und wol angelegte almuesen seind gleichsamb angeborn von ime geflossen. Und als er 54 jar seines alters erlangt, da ist er, nachdem im sein ehelicher gemahl die fraw Katarina Turzin zu Vetlahembsdorf anno 1535 auf 15. jenner mit tod verschiden, in dem schloß Mirkhauseu, weliches er zuvor von neuem erpaut, anno 1535 auf 6. december in gott genedigelich entschlafen, volgents in die statt Augspurg gefuert und (in) der Herrn Fugger begrebnus zu sanct Anna kirchen mit grosser clag und leicht armer und reicher in der statt Augspurg und auf dem land mit allen ehrn begraben worden, dem gott ein freliche anferstehung ver- leicheü welle, mnen! Diser vorgemelt Herr Raymrindo Fngger der hat mit seiner ehewirtin der freysrawen Katarina Turzin zu Wet- lahembstorf in werender ehe zechen kinder, nemblichen fünf Herrn und fünf freylein ehelichen erzeugt, von denen wir hernach schreiben werden und unserm gebrauch nach mit den y Mickhhnuscn, B.-A. Augsburg. töchtern anfachen wellen. Und scind dieselben Herrn nnd freylein also genannt: freylein Regina, Sibilla, Veronica, Barbara nnd Ursnla die Fnggerin, dann Herrn Hans Jacob, Christof, Ulrich, Raymundo nnd Georg die Fngger. Ausser disen feind etliche jung gott ergeben worden, von denen zn schreiben ohne noth. Das wolgeborne, geliebte freylein Regina Secundas Fnggerin ward die erst eheliche tochter. Diese ist geborn anno 1519 auf 15. febrnari nnd in dem Haus und Hofhaltung ires vatern init allen tngentlichen ehrn erzogen worden. Und als dis freylein Regina Fnggerin 19 jar ires alters erlangt, da ist si durch ire eltern dem wolgebornen Herrn Herrn Hans Jacoben freyherrn zw Meersperg und Befort ehelichen ver- mehlt worden, und ward die Hochzeit sambt dem beyschlaf in der statt Weissenhorn in dem schloß anno 1538 gehalten; weliche dann in werender ehe Herrn und freylein erzeugt haben. Diese Regina Fnggerin aber ist anno 1559 auf 25. sep- tember gestorben nnd zu Beyrnst in dem closteb begraben worden. Das wohlgeborn freylein Sibilla Fnggerin ward die ander eheliche tochter. Dise ist geborn anno 1522 auf 26. may nnd gleicher Massen in dem Haus und Hofhaltung irer eltern mit allen christlichen ehrn erzogen worden. Und als dise Sibilla Fnggerin 17 jar lang ires alters erraicht, da ist sie durch iren Herrn vatern dem wolgebornen Herrn Herrn Wilhelm von Knurringen, freyherrn zn Seefeld ehelichen vertraut worden, und ward die Hochzeit sambt dem beyschlaf zu Schmia in dem schloß anno 1539 ans 19. december gehalten. Und als dise Sibilla Fnggerin mit disem iren Herrn nit gar 2 jar lang erlebt, da ist ir Herr zu Seefeld anno 1541 mit tod verschiden und daselbsten begraben worden. Hernach da wurd das edl wittibfreylein Sibilla Fnggerin dein wolgebornen Herrn Herrn Wilhelm freyherrn zu Bnechhaimb ehelichen vermechlet, nnd ward die Hochzeit sambt dem beyschlaf in der statt Wien anno 1542 auf 5. november vast zierlich gehalten. Und als sie ') Neuron? — zs — kaum fünf jar mit disem irem andern ehewirth gelebt, da ist anno 1347 auf 20. jeuner auch (diser) mit tod vcrschtden. Und sie hat mit disen iren beeden Herrn kaine linder hinterlassen noch erzeugen mögen. So ist dise Sibilla Fuggerin zu Wieu gestorben anno 1552 auf 5. december uud daselbsten begraben worden. Denen got allen aiu freiliche auferstehung verleichen welle, amen! Das wolgeboru freylein V erv nie a Fuggerin ward die drit eheliche tochter. Diese ist geborn anno 1525 und gleicher gestalt in dem Haus uud Hofhaltung ires vatern mit allen ehren erzogen worden. Und als dis freylein 17 jar lang alters auf sich bekamen, da ist sie durch iren Herrn vatern dem wolgebornen Herrn Herrn Daniel Felix freyherrn zu Spaur uud erbscheuk in der grafschaft Türol ehelichen vermechlt worden, uud ward die Hochzeit sambt dem beyschlaf auf der Herrschast Schmiha in dem schloß anno 1542 auf 5. uovember gehalten. Dise beede ehegemachl haben in werender ehe Herrn und frey- leiu uberkomeu. Es ist aber dise gedachte Verouica Fuggerin zu Praunegk') gestorben anno 1558 auf 9. februari, ligt auch aldort begraben, der gott genedig sey, amen! Das wolgeborne freylein Barbara Fuggerin ist geborn anno 1527 auf 24. juli uud gleichermassen iir dem Haus- uud Hofhaltung ires Herrn vatern mit allen ehrn erzogen worden. Dise ist in dem 30. jar ires alters dem wohlgebornen Herrn Herrn Ferdinando freyherr von Fels ehelichen vermechlt, und ward die Hochzeit sambt dem beyschlaf zu Augspurg auf dem rcichstag anno 1548 auf 8. februari in des cardiuals von Trieut Herberg, weilen er sein cammerling, ganz costlich gehalten: dann chur- und surften darauf gewest. Dise beede haben in werender ehe Herrn und freylein erzeugt. Er ist aber anno 1558 auf 14. februari uud sie anno 1573 gestorben, denen gott beeden genedig sei, amen! Das wolgeborn freylein Ursula Fuggerin ward die fünft und letzte eheliche tochter. Dise ist geborn anno 1530 auf 12. marti uud ebener Massen in dein Haus uud Hofhaltung y Brunock (Tirol). — Zb — ires vatern mit allem christlichen wandt erzogen worden. Und als dis freylein Ursula Fuggerin 19 fahr ihres alters erlanget hcte, da ist sie dem wolgebornen Herrn Herrn Joachim grasen zu Ortenlmrg ehelichen vermechlt worden, und ward die Hochzeit sambt dem bcyschlaf anno 1349 auf 19. mai zu Mülhausen mit allen herrlichen freuden gehalten. Weliche dann in werender ehe auch Herrn und freylein ehelichen erzeugt haben. Sie ist aber anno 1579 auf 7. septembcr verschiden; der seel got genedig fei, amen! Der wolgeborn Herr Christof Fugger, welchen ich mit vleiß vor andern feinen bruedern setze, weil er unbeheurat ledigs stands verschiden, der ist geborn anno 1520 auf 4. februari, und er ist durch feiucn Herrn vatern mit seinen praeLeptoras mit grossem vleiß erzogen worden und in aller gueten kunst erlernet rrnd unterwisen worden. Und nachdem er von persan seinem vatern Raymundo Fuggern vast enlichen, schon, lang, gerad, gelbs haar und bart, ganz lieblich, artlich und adelichen gewesen, desshalben er von den edlsleuten in Frankreich, Hi- spanien und Jtalin vast geliebt worden. Diser Herr Christof Fugger, nachdem er in der Fuggerischen teilung der ligenten gueter zu Augspnrg kain aigne Fuggerische behausung gehaben mügen, da hat er ime selbsten ain behausung erkauft, ystzt abgebrochen und aber das colegiumb bei sanct Anna kirchen dahin gebaut; daselbsten er die ganze zeit seines lebens in dem ledigen stand sein Haus und Hofhaltung gefuert. Aber in der Fuggerischen tailung der ligenten gneter ans dem land hat er im das herrliche einkommen in Neapolis auserwelt, weliches einkomen von dem kinig aus Hisyania hersleust, so jerlich 12 000 ducaten belauft. Ebenmäßig haben des Herrn Antoni Fnggers erben järlich bei disem einkommen 12000 ducaten. Und als diser Herr Christof Fugger ain hohes alter, auf 59 jar lang komen, da ist er anno 1579 auf 2. aprili in gott verschiden und in sanct yredigercloster zur erden bestattet worden; dem gott genedig sey, amen! Da haben seine erben hernach nach seinem absterben, weliche seines vatern brueders söhn gewesen, ohn alle andere sarnus, haab oder gueter, der dann auch nicht wenig seind gewesen, allein an barem gelt, das von - ?? - 7 glaubwürdigen leuten ist gezält worden, 500000 gülden oder mer gefunden. Der wohlgeborn Herr Ulrich Fngger, welichen ich auch mit vleiß vor andern seinen bruedern setze, so verheurat worden, weil er nnbeheurat gestorben, diser Herr Ulrich Fngger ist geborn anno 1526 ans 20. april und gleicher Massen durch seinen Herrn vatern mit seinen preceptores ans die ckuckia erzogen und underwisen worden. Und als er von dem stndiern gelassen und nach Augspnrg kamen, auch in der Fuggerischen tailung der ligenten gueter in Augspnrg kain aigne Fuggerische behausung gehaben mügen, da hat er im selbsten von sanct Ulrichs kirchen herumb nmb dieselbe refiier drey Heuser an einander gelegen erkauft uud dieselben seinem gefallen nach gerichtet und gepant, wie dann vor äugen gesehen wird. Da- selbsten er sein Haus- und Hofhaltung in dem ledigen stand nnbeheurat gehabt. Aber in der Fuggcrischen tailung der ligenten gueter auf dem land da ist iure zugethailt worden das darf und schloß Meckhausen, Münsters und Langeneist) sambt derselben gueter dort herumb mehr. Diser Herr Ulrich Fugger der hat sich anno 15.. an den churfurstlichen pfalzgrafischen Hof nach Heidlberg begeben, daselbsten er ledigs stands verschieden und aldort begraben worden anno 15.. Dein gott genedig sey, amen! Der wolgeborn Herr Raimundo Fugger, welichen ich auch, weil er unbeheurat gestorben, vor andern seinen bruedern, Herrn Hans Jacob und Georg der Fngger, so beheurat worden, zu dem ersten setze, diser Herr Raimunda Fngger der ist geborn anno 1528 auf 28. october und gleicher weis durch seinen Herrn vatern mit seinen preoeptores in allen gueten künstcn erzogen und erlernet worden. Und nachdem diser Herr Ray- mnndo Fngger gleicher Massen in der Fuggcrischen tailung der ligenten gueter in Augspurg kaine aigne Fuggerische behausung gehaben mügen, da ist im die behausung, Hücker s. Moritzen kürchen gelegen, von dem Georg Rcgl erkauft worden, weliche er mit Georg Kellers behausung erweitert und erkauft, die er 0 B.-A. Augsburg. ") Lnugcuueufuuch, B.-A. Augsburg. - M - nach seinem gefallen gerichtet und erbauet; daselbsten er die ganze zeit seines lebens in dem ledigen stand sein Haus- und Hofhaltung gefnert. Aber in der Fnggerischen tailung der ligenten gueter auf dem land da ist im zuegefallen die gewaltige gras- und Herrschaften Kürchperg samt allen denselbigen ligenten gueter und angehörungen, der nicht wenig derfer und flecken seind. Er ist aber also ledigs stands in dem 41. jar seines alters verschiden anno 1569 auf 6. mar) und in Augs- purg zu sauet predigerkürchen begraben worden, dem gott genedig sei. mneu! Der wolgeborn Herr H ans Fugger der ist geborn anno 1516 auf 23. december und ebener Massen durch seinen Herrn vatern mit seinen preceptores in den Teutschlanden, Jtalia, Hispania, Frankreich und in den Niderlanden so lang gestutirt, daß er zu seinen tentschen noch mcr sprachen als italiänisch, französisch, hispanisch, niderleutisch, lateinisch und kriechisch ergriffen, auch dise wol erlernet und so fertig gered, als ob er ans denselben allen und jedes in souderhait erborn; deßwegen er von meniglichen lieb und angenemb ist gehalten worden. Und nachdem sein geliebter Herr und vater Raymundo Fugger was mit tod verschiden, da ist er an den remischen, auch Hungern und Beheimb kön. mt. hos komen; daselbsten er etliche jar mit grossem lob und ehren gewest. Als aber in dem kinigelichen franenzimmer ein gar scheue, erbare und höfliche junkfraw, weliche von der geburt ein freylcin von Harrach zu Roraw und Ursula genannt gewesen, des edlen und vesten Herrn Leonharden von Harrach, frepherr zu Roraw ehelichen tochter ward, da hat er sich in dem 24. jar seines alters anno 1540 auf den 21. juni ehelichen vermechlt, welche 18 jar alters auf ir hete; und ward die Hochzeit sambt dem beyschlaf zu Roraw in dem schloß mit allen cöstlicheu freiden und schöuhait gehalten. Vil grasen und Herrn von Hof, auch die kinigelichen gesunken selbst haben mit allen freiden dise Hochzeit ersuecht, und hat im namen der kinigelichen mt. derselben obrister hofmaister Herr Wilhelm von Rogendorf die braut gefuert. Aber nach der Hochzeit da ist er mit samt seinem gemacht auf die stat Augspurg verraist mit etlichen vil Herrn — z? — vom adl. Und er hat in der obern behansung auf dem weinmarkt neben der, so mit knpfer gedeckt, hinauf, in welicher fein Herr vater Raymnndo Fugger gewonet, eingezogen, daselbst er so lang gehaust, bis daß die Fuggerifchen ligenden gueter unter die Herrn Fugger feind ausgetailt worden; da ist im an den Fuggerifchen ligenten guetern in Augfpurg zuegethailt nwrden die behansung auf den: rinter- oder Heymarkt, darinnen er lange zeit gewonet und die alten Herrn Fngger Ulrich und Georg erkauft und von neuem erbaut haben. Aber in der Fuggerifchen tailung der ligenden guter auf dem land da ist im zuegefallen der pfantschilling über die grafschaft Pfurtst) auf aincm Höchen felsen gelegen, von neuem erbawt und ungewinn- lich gemacht. Defsgleichen hat er auch die Herrschaften Alt- knrchen, im eussern Elsaß gelegen, vom Haus Esterreich und JssenhaimlU) fambt der vogtey Seeheimb pfantweis erlangt, defsgleichen auch den halben thail der Herrschaft und schloß Plossinstain in Hungern, weliches hernach kinig Ferdinando widernmb gelest. Dergleichen hat er auch das notvefte schloß Hochenkrechench in dem Hengench yfandweis erlangt. Deß- gleichen hat er auch die Herrschaften Bueßnang-Z und Wein- felden, in dem Thnrgaun gelegen, bekomen und letzlich mich den markt und schloß Tanfkirchen'h überkamen und von neuem auferpauen lassen, in dem land zue Bayrn gelegen. Zu welichen herrlichen guetern I. f. d, Herzog Albrecht I. g. ein schöne jagtey von gehiilz und wälden verehrt, der ime dann sonderlich wol gewogen ist gewesen. Und alldieweil laut aller gelierten mainung der wäre adl allain aus gueten kllnsten und tugenten Herfliesset, so niag diser Herr Hans Jacob Fugger mit aller warhait also genannt und gehalten werden: dann menigelichen, der so mit im zu schaffen gehabt, wissentlich und bekannt ist, daß er von herzen srnmb gewesen, auch ein lieb- haber aller gueten künsten. Zu dem mag menigelichen selbsten abnemen und versteen, ans was gemueth und herzen er gewesen. Dieweil diser Herr Hans Jacob Fngger zu allen gueten künsten so begierlich ist gewesen, also daß er denselbigen y Pfirt im Oberclsaß. ?) Jsscnhcim (Elsaß, B. Sulz). ^) Hohcnkrähcn (bad. A. Engen). ^) Hegan. °) Bußnang. ") B.-A. Erding. ^ ry - zu gueter befürderlichcn ehrn ain soliche herrliche und cost- liche bibliotbeLam aufgericht und dergleichen nirgend befunden, mit ainem so Höchen und schweren uncosten zusamengebracht und teglich gemert, auch mit aignen und gelerten dienern ordenlich unterhalten. Dann nicht allain soliche künstliche puecher, weliche zu der teologia, jurie, medicina dienlich, sonder was auch zu aller wahrhaften Philosophen, cronicken, Historien und in allen gueteu kiinsteu rmd siitten, in allem was dem menschen au seel, leib und leben lerhaflig sein mag, darinnen befunden. Dergleichen auch in diser hohen anzal herrlichen puecher werden gesechen ain tapfere, hoche anzal contrafatungen, aus rechter kunst alter romischer cc>n8ules, clictatore8 und haubtleut der Romer, wie auch der italittnischen und deutschen romischer könig und kayser gerissen, gemalt und gegossen. Dergleichen ml kostlicher astrolabion, darinnen des ganzen himels lauf ganz künstlich und artlich gerichtet; dergleichen etliche vil tausent wappen aller geschlechter und potentaten durch ganz Jtalia, Teutschland, Frankreich und anderstwo; deßgleichen eine treffenliche summa vil grosser und clainer stett, schlosser und bevestungen coutrafatisch, weliche in den Teutschlands, Jtalia, Frankreich, Hispauia und gar in denr Jndia gelegen seind. Dise werden alle mit irem gezirk, rvassern, Porten und mörhäfen ganz zu sechen darinnen befunden. In summa dise bibliotheca ist von allen künstlichen und gelerten Herrn als ain lustgarten, darinnen alle gelerten, wer die auch seind, sich erquiken kiuuen. Es hats aber nachmals dise biblioteca Herr Philip Eduardus Fugger in seinen gewalt bekamen, /mno 1342 ist diser vorgemelt Herr Hans Jacob Fugger ainer des raths der zünftlichen regierung in Augspurg ermelet und hernach das einnemerambt bei 4 jarn ist vertraut worden. Als sich aber der Schmalkaldnische krieg anno 1546 erhebt, da ist er mit sambt allen Fuggeru in sein gewarsamb gehen Passaw gewichen. Als aber der kayser Carola der fünft den sig erlangt, da ist er mit grossen ehrn widerumb in die stat komen. Und nachdem die kay. mt. Carolus der fünft anno 1348 aus beweglichen Ursachen das zünftliche regiment in Augsspurg abgethan und den rath aus den alten geschlechtern, wie dann vor jarn auch gebreuchlich gewesen, besetzt, da ist diser Herr Hans Jacob Fugger zu dem ersten Herrn burgermaister von dem kayser ernennt und be- rnefen worden; weliches ehrliche amt er so lang verwaltet, bis er nach wenig jarn in den gehaimen rath komen ist. Es hat auch diser wolernanter Herr Hans Jacob Fugger ainem erbarn rath dahin gerathen und darzue verHolsen, daß die gränzen gcmainer stat Augspurg unten von dem obern Hag, da die Wertach in den Lech fleust, hinaus bis an die Möringer aw'), von der stat Augspurg aus bis au den sluß des Lechs mit bewilligung des Herzogen in Bayrn ist erstreckt worden. Und hat ain erbarer rath in disen gemainen alle tvdschleg und bucswierdig sachen ohn alles vcrhinterung zee strafen, weliches zuvor gar nichts gewesen und vil unainigkait zwischen dem fiirsten von Bayrn und ainem erbarn rath der stat Augspurg geben hat. Und ist soliche gränz mit aichen dicken seilen am Lech auf und aus ausgezaichnet worden. Dise gnetthat ist gleichwol -mit ainem clainen gelt, aber vil mer mit genaden vom Herzog Albrechten in Baprn anno 1559 erlangt und ausbracht worden. Diser Herr Hans Jacob Fugger der hat mit seiner ehewirtin, der freyfrauen Ursula von Harrach zu Nvraw, bei 14 jar lang gelebt; als dise aber anno 1554 krank worden, da ist sie auf 19. september mit tod verschiden und zu sauet predigercloster in die kürchen, daselbsten er ein scheue capellen für sich, sein gemachl und erben hat erpanen lassen, besungen und begraben worden; der gott genedig sei, amen! Diser vorgemelt Herr Hans Jacob Fugger der hat mit seiner ersten ehewirtin, der frcysrawen Ursula von Harrach zu Roram, in werender und steender che zwap sreylein und siben Herrn ehelichen erzeugt, von denen nur hernach schreiben nierden und unseren gebrauch mit den töchter anfachen wellen. Und seind derselben Herrn und freylein also genannt: freylein Leonora Sidonia und Jnstina Benigna die Fuggerin, dann Herne Sigmund Friderich, Carol, Alexander Secundus, Victor Nugnstus, Maximilianns, Severinus und Ferdinantus die tz Mennger Au. Fugger; ausser diseu seiud etliche iu der jugent gott ergeben worden, von denen zu schreiben ohne noth. Das wolgeboru freylein Leonora Sidonia Fuggerin ist geborn anno l541 umb Pfingsten und in dem Haus- und Hofhaltung irer eltern mit allen christlichen tugeuten erzogen wordein Gar eine schene, erbare und höfliche junkfraw ist dis freylein gewesen. Und als sie nun 17 jnr lang ires alters erraicht, da ist sie durch iren Herrn vatern dem wolgebornen Herrn Herrn Sigmuiid von Lamberg, freyherrn zu Ontenegk und Ottenstain ehelichen vermechlt worden, und ward die Hochzeit sambt dem beyschlaf anno 1558 auf 12. decembcr iu der statt Augspurg in beisein etlicher fürsten und sürstin von Bayrn und sonsten vil Herrn vom adl mit allen freuden gehalten; weliche dann in werender ehe hernl und freyleiu erzeugt haben. Das wolgcborn freyleiu Justina Benigna Fuggerin (ist) geborn anno 1550 auf 21. jcnner und gleichermaßen durch ire eltern mit allem vleiß erzogen und in allen gueten tugeuten erlernet und erwisen worden. Und als dis freyleiu Justina Benigna Fuggerin 22 jar ires alters erlangt, da ist sie durch ire eltern anno 1572 dem edlen und gestrengen Herrn Herrn Fridrich von Hollnegk, einem reichen steurischen edlenmann ehelichen verpflichtet worden, und ward die Hochzeit iu der statt Augspurg in vorgemeltem jar gehalten; weliche dann in werender und steendcr ehe auch Herrn und freylein erzeugt haben. Der wolgcborn Sigmund Fridrich Fugger ist geboru anno 1542 auf 24. september und er wurd durch seinen Herrn vater mit seinen preoeptores nicht allain ans die studia erwisen, sondern auch die sprachen, als italiäuisch, französisch und hispanisch zu erforschen. Diser Herr Sigmund Fridrich Fugger der ist hernach von dein pabst Paulo dein vierten mit der thumbprobstey zu Bamberg begabt worden. Weil im aber alda zu sein nicht vermaint, hat er dise umb aiu Pension mit vorbehält des regres Herrn Veiten von WUrzburg uberschafft; und er hat hernacher gewonet zu Rom. Er ist auch thumbherr zu Salzburg und thombdechant zu Passaw gewesen. > - 4Z - /mno 1596st auf . . da seind I. g. bischof zu Regenspurg ernennt und beruefen worden. Der wolgeborn Herr Carl Fngger ist geborn anno 1543 auf 11. dccember und er ist durch feinen Herrn vatern mit seinen yreceptore8 in den Teutschlands, Jtalia, Frankreich und Hispania in allen gneten knnsten erzogen worden und letztlich an den Hof Philipi könig ans Hispania (kennen). Und als er Jrer mt. etlich jar nicht allain trabantenhaubtman, sondern auch hispanischer obrister Mundschenk worden, da ist er gegen röm. kay. mt. schatzmaister ainigen söhn in soliche feindschaft erwachsen, daß ainer ans den andern ans dem leben nachgegangen. Ans ainem abcnt spat, als er allain von Hof geraten, da hat sein gegenthail an ainem gelegenen ort selb driter wol vorwart und verstehen auf dieselben gewart und un- versechner fachen die angriffen nnd auch von im erstochen worden. Die andern zwen diener, da sie iren Herrn todt gestehen, seind darvon gelaufen. Also hat sich diser Herr Carol Fugger in ein freinng begeben. Da aber Jrer röm. kay. mt. gehöret, wie die fachen ergangen seirrd, hat er im kain andere straf auferlegt dann daß si sich ein weil von dem Hof begeben sollen. Indem ist aber der niderlendisch krieg angangen, da ist er anno 1573 ain obrister nber ein regiment tentscher knecht in I. mt. dienst worden; er aber in den Nüderlanden anno 1580 ans 11. april gestorben; dem gott genedig sei, amen! Der wolgeborn Herr Alexander Secundns Fugger ist geborn 1546 ans 13. april und gleicherweis durch seinen vatern mit seinen preceptores auf die stntia erlernet nnd auch letztlich geistlich nnd von dem pabst Paulo dem vierten die thumbprobstey zn Meinz in dem thombstift und darzue st. Victor erlangt. Dise in den: thnmbstift hat er wie sein brneder pfalzgraf Reicharten verlassen. Er ist auch thnmbherr zu Freysingen. Er hat anvo 1563 die thumbprobstey sauet Victor behalten, bei Meinz gelegen und die thumbprobstey in dem stift etlicher Ursachen von im umb ain Pension gelassen. ') Wnhltug: 2. Juli 1598. 44 — Er hat aber auch die welsch, französisch, lateinisch, griechisch und hebreische sprach sehr wal geknnt. Der wolgeborn Herr Victor Augnstus Fngger ist geborn anno 1547 auf 19, juni und gleicher Massen durch seinen Herrn vatern mit seinen preceptores ans die stutia er- wisen und letzlich auch geistlich und thnmbherr zr: Passaw, auch thnmbherr und thumbprobst zu Regenspurg. Er hat anno 1572 in Esterreich gar ein reiche pfarr, Kürchperg genannt, überkamen von dem stifl zu Passaw, und er residiert allda. Der wolgeborn Herr Maximilian Fngger ist geborn anno 1550 auf 21, jenner. Welicher dann gleicher weis durch seinen Herrn vatern mit seinen precaptorea nicht allein auf die stutia, sondern auch die sprachen, italiänisch, französisch, zu lernen ist erwisen worden. Er ist aber anno 1566 in den tentschen orden und comenterei zu Sterzing in Tirol erlangt. Der wolgeborn Herr Severinns Fngger ist geborn anno 1551, ans 29, marti. Welicher dann durch seinen Herrn vatern mit seinen praeceptores nicht allain stntierns halben in Frankreich und Jtalia, sondern auch die sprachen zn lernen ist gesant worden. Er ist anno 1560 des Herzogen in Bayrn Herzog Albrecht nicht allein Mundschenk, sondern auch camerer worden. Diser Herr Severin Fngger der hat sich hernach anno 15 . . ans.. mit der wolgebornen gräfin Chatarina zn HelfeN- stein ehelichen vermechlt. Der wolgeborn Herr Fertinantns Fngger ist geborn anno 1552 aus 10. juni. Der ist nach absterben seiner fraw mnetter in dem vierten jar seines alters in Jtalia bep dem grasen von Lattran erzogen, und da er nach langen jarn widerumb in Teutschland komen, da hat er kain tentsch mer gekiint. Und nach demselben zu den jungen surften in Bayrn, Wilhelm und Ferdinando gethan. T^nno 1565 ist er gen Florenz an den Hof kommen und mit ainem roten kreuz von gemeltem Herzogen von Florenz, so I, f. d. aldort aufgericht, begabt worden und in s, Stefans orden genommen. Er ist aber zn Arlechen in Lützlburg gestorben anno 1580 ans 2. novembris. Also haben wir all die Herrn und srewlein oftgemelts Herrn Hans Jacoben Fnggers, weliche er mit seiner ersten ehewirtin, der freyfraucn Ursula von Harrach zu Roraw ehelichen erzeugt, ganz und gar erreicht und nur wellen anyetzo volgcuts beschreiben, wie es oftgemeltem Herrn Hans Jacoben Fngger bis in seinen tod hinein ergangen ist, und dann dise linien beschlossen. Diser zuvor oft wolgcmelt Herr Hans Jacob Fugger, nachdem er nun in seinem wittibstand bei 6 jarn gelebt, da hat er sich zu dem andern mal verheurat mit ainer erbarm, scheuen, vernünftigen und freundlichen jnnkfranen von gnetem alten adl, Sidonia Welzerin von Kollaris genannt, weliche in dem franenzimer bei der fürstin von Bayrn, die von geburt des römischeil kaisers Ferdinanto tochter ward, ili solldern grossen bevelch lieb und airgenenrb und vertraut ist gewesen, anno 1559 ans 4. marti ehelichen vermechlt. Und seind discnr Herrn Hails Jacob Fngger die fnrstin von Bayrn sambt derselben gemachl und fraw muetter auf die Hochzeit zu ehrn erschinen. Mit welicher er ein tochter, Adlberta Fuggerin ge- nallllt, ehelichen erzeugt, auf welichem tauf der durchlelichtig und hochgeborn fürst und Herr Herr Albrecht pfalzgraf bei Rein, Herzog in obern iurd nideril Bayrn personlich erschinen und gfatter worden. Und wie dann zuvor gemelt, (hat) diser wolgemclt Herr Halls Jacob Fngger grosse lieb zu allerlai künstcn gehabt nild nicht allain denselben ein liebhaber, wo sie dern bekomen, iil seinen dienst anfgenomen luid verrer auf hohe schuel gesandt und mit seinen uncosten unterhalten, so ist er auch mit den fürnembsten pvtentaten bekmiilt gewest; wann von denen orten was fürgangen ist, ein foliches vor andern znekomen; derowegen er yederzeit mit gueten, vertigen schreiben: ist versehen gewest; wo er dern ein erfaren, kain cvsten gespart, bis er in bekomen, und dise alsdann in Jtalia oder anderer ort gefallt. Die haben sich alsdann, wie billich, etliche jar verschreiben mnessen. Dergestalt haben I. g. mit den kämerling auch mitgefahrn, dailil er der jederzeit etliche vom adl und andere gnete lent gehabt. Die haben in solicher sorgen, daß er auch darinnen ist bernembt worden. Dann nicht allain etliche sürsten und Herrn, sondern auch der römische kinig Ferdinanto, auch der grosmechtig kayser Caroli der fünft Herrn doctor Selben bekennen, rvelichen die Herrn Fugger verlegt und I, mb vicecanzler worden, und Herr doctor Donner, des jetzigen regierenden remischen kayser Ruedolpherr precepter. Als nun, wie leichtlich zu erwegen, arrf soliches alles ein grosser uncosten gangen und über das bei seinem anderer gemacht noch nein lebendige kinder erzeugt, ain grosse mächtige summa gelt auf interesse muessen auftremeu, dieweil er das seirrig bei dem künig aus Hisparria uicht erlangen rnirgerr, ist er verursacht worden, sich mit Haus vou Augspnrg irr das fürsteu- thurrrb Baprrr auf sein schloß nnd markt, Taufkurchen genannt, zn begeben, anno 1563. Und darmit er seine schulden desto baß niechte abrichten, hat er all seine Herrschaften von Händen geben und im allain das vorgerrreU schloß nnd markt, anch die ungehörige gueter bevorbehalten. Und damit er sich mit so vil kindern desto baß mechte hinbringen, hat er sich in des durchlenchtigen, Hochgeborneri surften und Herrn Herzog Albrechten dienst irr Barzrn begeben und nicht allain des gehobnen rath, sondern auch obrister camerer worden. Dieweil Ire f. g. irr derselberr zeit urnb etliche Ursachen das regimeut haberr geändert anno 1572, derowegen hat er sich mit seinem ganzen Hauswesen in die statt München begeben, zu dem darin Ire f. grr. demselben eirr herrliche behausung geschenkt, /rnno 1573, auf 19. aprili da ist im die ander gemachl, die edlfran Sidorria Welzerin von Kaltaus von diser welt auch verschiden rrrrd geen Arrgsprrrg gefriert in sanct predigercloster zu seinem ersten gemacht begraben worden. Und als diser Herr Hans Jacob Fugger 59 jar seines alters erraicht und mit vilen hvchen wichtigen gescheften beladerr, auch in seiner selbstaignen fachen nicht wenig bekummernuß gehabt — und sonderlichen hat er ain grosse rechtshandlnng mit seinen Herrn vettern zu Speur an dem eamergericht Harrgen gehabt von wegen etlicher yrriger puncten irr der alten Herrn Fugger tailung furgarrgen -— da ist er anno 1575 auf 11. juli in gott entschlafen rrrrd zu Minichen irr sanct Peters kürchen besungen und nach Vollendung des gottsdierrsts irr einem zinnen sarch vorr 16 Personen bis unter das stattthor getragen, alda ein wagen mit ainer clagdecken rrrrd Fuggerischen wappen und etlichen reit- — 47 — pferden bis in die statt Angfpnrg in das predigercloster bei seinen paiden gemahln volgents ist zur erden bestattigt worden; und alles auf des durchleichtigsten Herzogen in Bayerns costen und darlegnng. Dem gott genedig fei, amen! Diser zuvor gar oft geinelt Herr Hans Jacob Fngger der hat mit seiner andern ehewirtin, der edlen fr. Sidonia Welzeriir von Kollaus in werender ehe noch neun linder, uemblich drey freylein und sechs Herrn, ehelichen erzeuget, von denen wir hernach schreiben werden und nnserm gebrauch mit den töchtern anfachen wellen. Und feind dieselben Herrn und freylein also genannt: Herr Alexius, Joachimo, Albertum, Constantinus, Troianus und Mathias die Fugger, dann freylein Adlberta, Armillia und Constantia die Fuggerin. In summa difer Herr Hans Jacob Fugger der hat mit disen paiden seinen ehewirtin 18 lebendige Herrn und freylein erzengt. Das wolgeborn freylein Adlberta ist geborn anno 1561 auf 16. december; dise ist anno 15 . . auf . . . dem wolgebornen Herrn Christof frcyherrn zu Wolschsperg .ehelichen vertraut worden. Das wolgeborne freylein Armilia Fuggerin ist geborn anno 1564 auf 3. november; dise ist dem wolgebornen Herrn Herrn Alexander freyherrn zu Sprinzenstain anno 15 . . auf . . . ehelichen verpflichtet worden. Das wolgeborn freylein Constantia Fuggerin ist geborn anno 1568 auf 11. juli; dise ist dem wolgebornen Herrn Herrn Carol freyherrn zu Wolsperg anno 15 .. auf. . . ehelichen vertraut worden. Der wolgeborn Herr Alexius Fugger ist geborn anno 1562 auf 15. jenner; der hat sich anno 1593 auf 29. september verhenrat mit dem wolgebornen freylein Anna freyin zu Gumpenberg, und ward die Hochzeit in vorgemeltem jar zu Cron- spnrg in dem schloß gehalten. Der wolgeborn Herr Joachim Fugger ist geborn anno 1563 auf 2. december. Diser Herr Joachim Fugger der hat sich anno 1596 auf 15. october verhenrat mit der wolgebornen gräfin Maria Magdalena zu Helsenstain und freyin zu Gundl- fingen, und ward die Hochzeit zn Wiesscnstaig') in dem schloß in vorgemcltem jar gehalten. Der wolgeborn Herr Albertus Fugger ist gebvrn anno 1365 ans 3. november. Der wolgeborn Herr Constantinns Fugger ist geborn anno 1569 ans 14. jauuari. Der wolgeborn Herr Troiana Fngger ist geborn anno 1571 ans 17. sebrnari und er hat sich anno 1596 ans 8. sep- tember verheurat mit dem wolgebornen freylein Regina von Freyberg, Nichsteten, Brauen und Emaschweiler, des edlen und gestrengen Herrn Hans Geargen von Freybnrg, kay. mt. rath, ehelichen tochter, ehelichen vermehlet und die Hochzeit zn Aichstetten-) im vorgemelten jar gehalten. Der wolgeborn Herr Math eus Fngger ist geborn anno 1572 auf 25. sebrnari. Also haben wir alle die Herrn und freylein oftgcmelts Herrn Hans Jacoben Fnggers, die er mit seiner andern che- wirtin, der edlen stauen Sidonia Wclzerin von Kollans genannt erzeugt, auch ganz und gar verricht, und wir wollen also mit disem stam und linien entlich hiemit und auch Hans Jacoben Fnggers Handlung geschlossen haben. Und gebärt sich anyetzo mit dem letzten son Herrn Raymundo Fnggers und der freyfranen Catarina Tnrzin zn Wetlahembstorf fort- znfarn, Georg Fngger genannt, und dann dise linien be- schliessen. .Der wolgeborn Herr Georg Fngger, freyhcrr zn Kirch- yerg und Weisseuhorn ward der letzte eheliche son vorgemelts Herrn Naimnndo Fnggers und der stauen Catarina Tnrzin zn Wetlahembstorf und auch ein leiblicher brncder zuvor ge- melter Herrn Christof, Ulrichen, Raimundo und Hans Jacob der Fngger. Der ist geborn anno 1517 auf 25. augnsti und gleicher weis durch seinen Herrn vatern mit seinen procopioros in allen gueten knnsten erlernet und erzogen worden. Und als diser Herr Georg Fugger seine 24 jar alters erreicht, da hat er sich durch Herrn Anthoni Fnggers, als diser zeit der eltist ') O.-A. Geislingen. -) Achstcttcn, O.-A. Wiblingen. — 49 — 4 j u unter den Fuggern von der gilgen, mit der edlen, schönen und tngentsamcn jnnkfrauen Ursula von Liechteichtain, Herrn Wilhelm von Licchtenstain ehelichen tochter, ehelichen ver- mehlet, und ward die Hochzeit sambt dem beyschlaf anno 1542 auf 28. november in der statt Trient mit allen freuden und kostlichkaiten gehalten; mit wclicher der wvlernennt Herr Georg Fugger in die statt Angspnrg ganz glücklich ankamen. In der Fuggerischen tailung der ligenten gneter in Angspnrg da seind I. gn. zuegethailt worden die Heuser, Höf und gärten obenauf in der Cleesattlergassen gelegen, weliche sein Herr vater Naynnmdo Fngger als ein alte Fnggerische behansung von neuem auf hat erpant und erweitert, daselbsten er sein Haus und Hofhaltung gehabt; zu wclichen Heusern I. gn. dorthernmb noch mer Heuser, Höf und gärten erkauft und dieselben darmit gemert, wie daim vor angcn gesechen wird. Und seind I. gn. dieselbige behansung sambt der Herrschaft, schloß und statt Weissenhorn mit sambt allen denselbigen zuc- und ungehörigen in der Fuggerischen tailung der ligenten gneter in Angspnrg und ans dem land zu seinem thail worden. Und als diser Herr Georg Fugger hernach zu der Herrschaft, schloß und statt Weissenhorn den nützlichen edlmanssitz, schloß und darf Tey- sachausen') von den Ungeltern sambt andern guetern mer erkauft, und als diser Herr Georg Fugger 52 jar seines alters erlangt, da ist er anno 1569 auf 25. augusti mit tod ver- schiden, dem gott genedig sey, amen! Diser Zuvor gemelt Herr Georg Fugger der hat mit seiner ehewirtin, der freyfranen Ursula von Liechtenstain in wcrender und stehender ehe 14 Herrn und freylein ehelichen erzeugt. Unter welichen Julia Octavien in dem andern jar und Julius Maximilians Fngger in dem 13. jar seines alters, auch Albrecht in dem 8. jar und Herr Hans Georg Fngger in denr 19. jar in Spania mit tod verschiden, wie auch freylein Maria Melchdit und Maria Secnnda dergleichen in der jugent gestorben, den gott genedig sey! Aber die übrigen Herrn und freylein, so im leben etliche jar gebliben, von denen wollen 9 Deiscnhnusen, B.-A. Kmmbach. wir hernach schreiben nnd nnserm gebrauch mit den töchtern anfachen wollen. Und seind dieselbigen Herrn nnd freylein also genannt, wie hernach gehert wird, als: Herr Philiph Eduartus, Octaviano Secnndus, Nnthonio nnd Raymundo die Fngger, dann freylein Sidonia Jsabela, Anna Jacobina und Ursula die Fuggerin. Und wir wollen also mit der eltisten tochter nnd freylein derselbigen anfachen nnd mit gottes hilf dise Herrn nnd freylein beschreiben. Das wolgeborn freylcin Sidonia Jsabela Fuggerin ist geborn anno 1543 auf 28. november nnd in dem Haus nnd Hofhaltung ires vatern mit allen ehrn erzogen worden. Und als dis freylein 23 jar ires alters erlangt, da ist si durch iren Herrn vatern dem wolgebornen Herrn Herrn Hans Fuellinger, freyherrn ehelichen vermechlt worden anno 1566 auf 5. marty. Das wolgeborn freylein Anna Jacobina Fuggerin ist geborn anno 1547 auf 27. febrnari nnd gleicher Massen durch ire eltern in den: Hans nnd Hofhaltung irer eltern und dienerin zu allein christlichen wandl nnd ehrn erzogen worden. Und als dise Anna Jacobina Fuggerin ein wenig zu iren jarn kamen, da ist fy durch ir fraw muetter durch den jesnitcr Peter Camisfins in das clofter zu saut Catharina in Angspnrg kamen und mit irem Unwillen darein gethon worden. Darnmb sie so hart bekninert und dahin bedacht gewest, wie sie wider- umb heraus kamen mög. Und ist heraus komen mit hilf au ainem morgens anno 1582 auf 4. october. Sie hat aber uebeu ire kutten in irem gezell ans den tisch gcschriben nrit diseu warten also lautend: „gott allain die ehr. in dise kutten komb ich nicht mer." Und sie ist aus der statt Augspurg nach Haidlberg komen zu irem Herrn vettern Ulrich Fngger genannt, welicher ires vatern brueder gewesen; der hat sie aldorten dem wolgebornen Herrn Herrn Hans grasen zu Ortenburg ehelichen vermechlt. Sie hat aber in disem ehelichen stand nicht lang gelebt und sie ist anno 1587 auf 8. februari in gott ver- schiden und daselbsten begraben worden: der gott ein sreliche auferstehnng verleichen well, amen! Das wolgeborne freylein Ursula Fuggerin, freyin zu Kirchperg und Weissenhorn ist geborn anno 1562 auf 16. april, — 51 - 4« und sie wurd durch ire brueder in dem 23. jar ires alters dein wolgeborneri Herrn Herrn Hans Caspar freyherrn zn Trenzin und Egkhaw ehelichen vermechlt, und ward die hoch- zeit sambt dem beyschlaf in der stat Angspurg anno 1585 auf 3. may gehalteu. Der wolgebaru Herr Philiph Eduartus Ftigger, freyherr zu Kirchperg uud Weissenhoru ist gedorn anno 1546 auf 16. sebruari, uud er ist durch seinen Herrn vatern mit seinen preceptores in den Teutschlanden, Jtalia, Frankreich und Hispania in allen gucten kjinsten erlernet und erwisen worden. Der hat sich in dem 27. jar seines alters mit der uwlgelwrnen freylein Ataria Magdalena freyin zu Küuigsegg und Anlentorf ehelichen verpflichtet, und was die Hochzeit in der statt Angspnrg anno 1573 auf 21. april mit alleu freuden und ehrlichem wollust gehalten. Disem Herr Philiph Eduartus Fugger seind an der Fuggerischen thailung der ligenten gueter in Augsspnrg zne- gethailt worden die herrliche und costliche Heuser obenauf in der cleesattlergassen gelegen; zn welichen herrlichen Heuser I. gn. dortherumb noch etlich mer vil Heuser, Höf und gärten erkauft, weliche zum thails der Herrn Fngger diener und auch etlich auf den zins ausgelichen seind. Daselbsten.I. gn. auch ir Hans- und Hofhaltung gestiert. Dergleichen seind I. gn. an den ligenten gueter aus dem land zucgefallen in solicher Fuggerischen tailung zu verneinen die Herr- und grafschaften, statt und schloß Weissenhoru sambt Marstetten, Pfaffenhoven, Klainküssentorf und dem nutzlichen edlmanssitz Teichsachhausen sambt andern gnetern mer, so dazu gehereu, der danu uicht weuig dörfer uud flecken seind. Und als discr Herr mit diser irem gemachl zuvorgemelt bei 24 jarn lang gelebt, da ist dise anno 1597 in gott verschiden und in die herrliche und costliche eapellen zn sanct Ulrich st in Augspura, welche I. gn. siir sich, ir gemachl und erben haben von neuem erpanen lassen, besungen und begraben worden, der seel gott genedig sei! Diser Herr Philiph Eduartus Fugger der hat in werender und stehender ehe mit seiner ehewirtin, der freyfrauen Maria y S. Bartholomäus-Kapelle, erbaut 1596. Stetten I. S. 871. Magdalena zu Kinigscgg und Anlentorf, 6 linder, neinblichen drei) Herrn und drey freylein ehelichen erzeugt, von denen wir hernach schreiben werden und unserem gebrauch mit den töch- tern anfachen wollen. Und seiud derselben Herrn und freylein also genannt: her Carol, Fridrich und Hang die Fngger, dann freylein Barbara, Anna Sophia und Jnstina die Fuggerin; ausser discn seind etliche in der jngent got ergeben ivorden, von denen zu schreiben ohne noth. Das wolgeborn freylein Barbara Fuggerin ist geborn anno 1577 ans 7. november iiiid in dem Hans und Hofhaltung ihrer cltern mit allen tngentlichen ehrn erzogen worden. Und als dis freylein 17 jar lang ires alters crraicht, da ist sie durch iren Herrn vatern dem wolgebornen Herrn Herrn Philiph Fugger, sreyherrn zu Kirchperg und Weissenhorn, ehelichen vertratst worden, und ward die Hochzeit sambt denr beyschlnf in der statt Angspurg anno 1594 auf 21. november ganz lieblich gehalten. Das wohlgeborn freistem Anna Sophia Fuggerin ist geborn anno 1585 ans 26. may. Das wolgeborn freylein Justina Fuggerin ist geborn anno 1588 ans 22. januari. Der wolgeborn Herr Carol Fngger ist geborn anno t581 ans 12. september. Der wohlgeborn Herr Fridrich Fngger ist geborn anno 1586 auf 17, augnsti. Der wolgeborn Herr Hang Fngger ist geborn anno 1589 ans 8. november. Also haben wir alle die Herrn und freistem, die so von Herrn Philiph Eduartus Fuggern und von der freyfrauen Maria Magdalena zu Kinigsegg und Anlentorf, seiner ehewirtin, hergelangt, ganz und gar verrichtet und wir wellen anyetzo mit den andern Herrn und söhn Herr Hans Fnggcrs und der freyfrauen Ursula von Liechtenstain weiter fortschreiben. Der wolgeborn Herr Octavian Secnndns Fngger ist geborn anno 1549 auf 17, januari und gleicher weis durch ') vertraut. s - sa - seinen Herrn vatern mit seinen preoeptoros in den Tcntsch- landen, Jtalia, Frankreich nnd Hispania in allen gneten künsten, sitten nnd tugenten iilld geperteil ganz ehrlich erlernt nnd er- wisen morden. Und nachdem diser Herr Octavian Sekundus Fugger 30 jar lang alters auf sich bekomen het, da haben sich I. gn. mit dem mohlgebornen freylein Maria Jacobina Fuggerin, des wolgeborncn Herrn Hans Fnggers ehelichter tochter, ehelichen verpflicht, und ward die Hochzeit in der stat Augspnrg anno 1579 ans 23. november. Es ward auch auf dise zeit die ander tochter vorgemelts Herrn Hansen Fnggers, Anna Maria Fuggerin genannt, dein wolgeborncn Herrn Herrn Philiph von Rechperg ehelichen vertraut. Und ward der einrit loblicher gestellt bestell mit vilen grasen, freyherrn und ander Herrn vom adl, wie auch die ehrlichen geschlechter von beeden Herrnstuben der statt Augspnrg ganz adelich geziert, der merer thail in gülden ketten und grossen silbernen dolchen. Und es wareil im einritt beederseits auf die 700 pferd beisamcn, niid wilrdeil soliche vier hochzeitliche täg yedcs tags mif die 200 tisch mit allem voll gespeist. Es wind auch der tanz gehalten auf dem tanzhaus in Augspnrg in beysein viler grasen, freyherrn und anderer Herrn vom adl und einem stat- lichen franenzimer von gräfin, freyfrauen nnd ander franen von dem adl, wie auch der adelichen burgerschast der statt Augspnrg gehalten. Das tanzhaus geziert mit tapezereien und schwarzeil sameten Himmel, ganz herrlich zu sechen. Alda wurde mit vilen scheuen spilleuten künstlich aufgemacht zu tanz und zu tisch. Diser Herr Octavian Secnndus Fngger, nachdem er in der Fuggerischen Willing der ligenten gneter kain aigne Fuggerische behaiisnng gehaben iniigen, da hat er im selbsteil ein herrliche nnd costliche behausnng auf dem weinmarkt, oben an der Herrn Fugger Heuser gelegen, von Herrn Hans Paulus Hörwart, gehaimcr rath der statt Augspnrg, untb 22 000 fl. nberknuft und hinten daran noch mer behausnng erkauft, den seinen darmit ainen durchgang gegen sanct Chatareni closter gemacht uild dieselbeil nach I. gn. willeil nnd gefallen richten und pauen lasseil, wie dann vor äugen gesechen wird. Da- sclbstcn I. gn. ir Hans und Hofhaltung füren. Aber in der - 54 - Fuggerischen tailuug der ligentm gueter auf dem laud da seind I. Herrlichkeit zuerthailt worden die gwaltige gras- und herschafteir Kiirchpcrg mitsambl allen dcnselbigen znc- und ungehörigen gueter, der dann nicht wenig derfer, Höf, flecken und andern gueter seind. Zu welichen guetern hernach I. gn. von aiuem edlman, der Rott genannt, Arschenhausen mitsambl allen denselbigen zuezehörigeu guetern, der auch nicht wenig, umb 26000 fl, aberkauft und bezalt. Diser her Octavian Secundus Fugger der ist bald aiuer des raths in feinem ehestand der statt Augspurg worden, dann am pauherr, dann ainer des gehaimen raths und hernach annc> 1596 auf 3. augusty gar ein obrifter stattpfleger, welches ehrliche und hechste ambt I. herrl., als ich dis schreib anno 1599, noch verwalten und versechen. Gott well in mit seinem heiligen geist regiereu und fucren, auf daß alle gucte policei in diser stat erhnlteir wcrd! lind nachdem I. gn. mit diser ircr ehc- wirthiu 9 jar lang gelebt, da ist dise in ainer kiudbctt in gott entschlafen und zu saut Ulrichs kürchen in Augspurg in I. gn. herrliche capell und Fuggerische begrebnus zur erden besungen und begraben worden, der gott gnedig sey, amen! Diser Herr Octavian Secundus Fugger, freyherr zu Kirch- perg und Wcisscuhorn, der hat in werender und steender che mit seiner geliebten ehewirtiu Maria Jacobina Fnggerin, freyiu zu Kirchperg und Weissenhorn, fiinf kiuder, nemblich drey Herrn und zwai freylein ehelichen erzeugt, von denen wir hernach schreiben werden und unserm gebrauch mit den töchteru anfachen wöllen. Und dieselben Herrn und freylcin also genannt : Herr Christof, Franz und Ferdinanto die Fugger, dann sreylein Maria und Elisabeta die Fuggerin. Ausser disen seind etliche jung gott ergeben worden, von denen zu schreiben ohne noth. Das wolgeborn freylein Maria Fnggerin ist geborn anno 1583 auf 14. marty. Das wolgeborn freylein Elisabeta Fnggerin ist geborn anno 1584 auf 12. april. Der wolgeborn Herr Christof Fugger ist geborn anno 1582 auf 16. marty. Der wolgeborn Herr Franz Fnggcr ist geborn anno 1585 auf 11. augnsti. Der wolgeborn Herr Ferdinantns Fnggcr ist geborn anno 1587 ans 6. mar). Also haben wir alle die Herrn und freylein, dise so von Herrn Octavian Secundus Fugger und von seiner chewirtin, der freyfrauen Maria Jacobina Fnggerin heergelangt, ganz und gar verricht, und gebürt sich nun, mit den andern lindern vorgemelts Herrn Georg Fuggers und der freyfrauen Ursula von Lichtenstain weiter fortzufaren; der noch zwen Herrn seind, nemblichen Herr Antoni und Herr Raymundo di: Fngger. Der wolgeborn Herr Antony Fngger ist geborn anno 1552 ans 10. augnsty und gleicher gestalt durch seinen Herrn vatern mit seinen preoeptores in Jtalia, Teutschland, Frankreich und auch in den Niderlanden in allen gueten künsten und tugenten erzogeir worden. Und als diser Herr Antony Fngger 26 jar seines alters erlangt, da haben sich I. gn. mit der wolgebornen gräfin Barbara zu Helfenstain ehelichen verpflichtet anno 1578 auf 4. sebruari. In der Fuggerischen tailnng der ligenten gneter ans dem land und zue Angspurg ist diser Herr Antony Fngger umb ain hoche summa bares gelt von derselbigen crbschaften von seinen brnedern abgelest worden. Und als hernach seine Herrn vettern, Christof der erst, Ulrich der ander und Raymundo Fngger der drit, ledigs stands unbeheurat mit tod vcrschiden, weliche seines vatern bruedcr gewest, über das ain hoche mächtige summa gelts Ihme) erblichen zuegcfallen, dessen er sich vielleicht übernommen. Demnach sich aber ans ein zeit ain hocher Unwillen zwischen disem Herrn Antony Fngger und anderseits gegen seinen Herrn vettern zuegetragen,') da hat diser Herr Antoni Fnggcr in dem zorn zuegefarn und sein bnrgerrecht der statt Angspurg aufgeben und er hat im selbsten ein Herrschaften, dorf und schloß des namens OnhoferU) von Herrn Gabriel 0 Er weigerte die Anerkennung der Zuständigkeit des Ruths in der Erb- unscinundcrsetznug mit seinen Brüdern, wnrde deshalb gefangen gesetzt, aber nach bcschworucr Urfehde wieder freigelassen (1ö7g). Stetten, Gesch. d. St. Augsburg I. 628. y Hainhofen, B.-A. Augsburg. - Sb - Rechlinger in Augspurg erkauft umb 31009 sl. Gleicher gestalt hat er auch von dcur brobst zuur chrcuz iir Augspurg Aichstett^) uut etlichen zuc- und augehörungeu umb 28999 sl. dergleichen erkauft rnid sich zu woncn dorthin nach Onhofen begeben. Es haben auch I. gn. dis Onhofen und schloß der- niassen befestigen und pauen lassen, tveliche Herrschaften und gneter ein hohe summa 79999 sl. gesteeu und costen ihnen, wie dann vor äugen gestehen wird. Demnach aber vorgemelter Unwillen etliche zeit zwischen disem Herrn Antony Fugger und seinen Herrn vettern gestanden, da haben sich anderseits ehrliche Personen in svlichen haß und neid gegen einander zu vertragen gelegt und solichen Unwillen dahin gehandlt, daß diser becderseits ist verglichen und aufgehaben worden. Da hat sich hernach diser Herr Antoni Fugger widerumbeu uach Augspurg begebeu uud hat bei heiligem chreuzerthurn, bep der Krottnau genannt, drey herrliche Heuser an einander gelegen von reichen burgern in Augspurg aberkauft und nach I. gn. gefallen dise richten und pauen lassen; welichc gehens auf die 49 999 sl. wert gestanden haben, wie dann vor äugen gesehen wird. Dergleichen haben auch I. gn. I. f. d. erzherzog Ferdinanden zu Unsprugg, ans ewige zeit nicht abzukundcn, auf interesse 89999 sl. bar gelihen un.d fürgestreckt. Wie auch so hat sich diser Herr Antoni Fugger mit ainer spanischen armada auch umb ain hohe stnna gelds eingelassen, an welichem dann auch Nicht vil widerumb bekamen worden. Dis und anders hat den gueten Herrn dahin getrungcn, daß er sich von Augspurg hinwieder weck begebeu muessen, uud er hat sich auf seiner Herrschaften zu Ohnhofen in dein schloß aufgehalten. Als aber diser Herr Antonius Fugger anno 1596 auf 15. marty im ain rais auf die statt Dillingen, seine lechcn bei dem bischof von Augspurg zu empfachen, fiirgcuomeu uud zu mittag in ainem closter bey dem abt eingekcrt — des namens des elosters ist FullabackF) — und als eben I. gn. hinwiderumb weiter iren fürgenomcn weeg auf Dillingen auf den abent untb 4 uhr nenieir wellen, da ist er bei vorgemeltem closter durch den 2) Aystetten, B.-A. Augsburg. ") Beucd.-KIostcr Fultenbuch, B.-A. Dilliugeu. — s? — landvogt Dietrich von Hurnc zit Rüngersperg aus bevelch kay. niay. und auch mit wissen aiues ersamcu raths der statt Augspurg gefeuktich angegriffen worden/) darbei der statvogt Mathias Dollmann von Augspurg mit etlichen soldaten Zu fueß und etlichen statsöldnern zu roß nicht weit gehalten. Da ist diser Herr Antoni Fngger dttrch disen vorgemelten land- vogten Dietrich von Hurne dem vorgemelten Angspurgischen stattvogt gelifert und beantwort. Der hat in alsbald ans ainem wagen mit seinen beistcndcn nach Augspurg belait und gefnert, daselbsten er ans das rathaus der statt Augspurg in ein sondere stnbcn und gemach gefenklich ist behalten worden; und wurd teglich mit 6 soldaten bcwart und bewacht. Jedoch haben I. gn. eine linde und gräfliche gefenknus, man geet täglich bei ime ab und zuc und wurd von der Herrnstuben mit gueter speis und trank versechen, da er dann, als ich dis schrib, anno 1599 ans 29. november noch ist/) Gott woll in tresten und gedult verleichen! Der wolgcborn Herr Naymundo Fngger ist geborn anno 1553 auf 13. decembcr und ebener Massen durch seinen Herrn vatern mit seinen preceptorcs in den teutschen landen, Jtalia und Frankreich in allen gueten knnsten, sitten und tugcnten erlernet worden. Da haben sich I. gn. hernach anno 15.. an I. f. d. erzherzogs Ferdinands zu Esterreich Hof nach Jnsprugg begeben, aldorten I. gn. I. d. nicht allain Mundschenk, sondern auch camerer worden, lind nachdem daselbsten an dem fürstlichen Hof gar ein schene jnnkfraw gewest, da haben sich I. gn. mit demselben edlen tugentsamen freylein Juliana von Haidorf zu Polten und Ursanna, die ist geborn avvo 1559 auf 16. juli zu Roferreitch bey Trient gelegen, des edlen und gestrengen Herrn Christof Fridrichen zu Haidorf, Poll und Ursanna, haubtmann auf dein Novis und Sulz, eheliche tochter, ehelichen verhenrat, und ward die Hochzeit sambt dem bey- schlaf anno 1583 zu Annsprugkh mit aller schöuheit uud freudcn gehalten. Diser Herr Raymnndo Fugger dem seind in der 9 Anton Fuggcr war in Concurs gerathcn nnd linttc sich heimlich aus Angsbnrg entfernt. Stetten l. 765 u. 71t. -) Er kam erst 1601 aus der Haft. Stetten I. 757 n. 760. 9 Newcrcdo. Fuggcrischen tailung der ligeuden gueter in Angspurg zuc- gethailt wurden die Heuser oben ans sanct Ulrichs kürchen herumb gelegen, und seind I. g. dieselbigen Heuser sambt den Herrschaften, statt und schloß Branteuburg bei UUn gelegen zu seinem thail worden; wcliche Herrschaft nicht wenig in sich begreift und halten. Diser zuvorgemelt Herr Naymundv Fngger der hat mit seiner ehewirtin, der edlen frauen Jnliana zn Haydorf, Poll und Ursanna in wer- und steender ehe mer nicht dann ain tvchter, Anna Catharina Fuggerin genannt, ehelichen erzeugt, von der wir hernach schreiben werden. Das wolgeborn freylein Anna Catarinn Fuggerin, freyin zu Kirchperg und Weisseuhorn, ward die erst und letzt eheliche tochtcr vorgemelts Herrn Raymnndo Fuggcrs nnd der frcyfrauen Juliann zu Haidvrf; dise ist geboril anno 1584 ans 20. uovember. Also haben wir gott lob den ganzen Fuggerischen stamen, der sich durch Herrn RarMuudo Fugger und der freyfrauen Catarina Turziu zu Wetlahembstorf Heer gelangt und ir cnt- schaft erlangt hat, ganz und gar verricht, und gebiirt sich anyetzo, als wie wir zuvor gemelt haben, den andern Fuggerischen stamen, der sich von Herrn Antony Fnggern und francn Anna Rcchlingcrin heerstreckt, auch anszufneren, der dann ein leiblicher brueder dis Naymllndo Fuggcrs gewest. Der staineir von Herrn Antoni fnggern volgt hernach. Der wolgeborn her Autoni Fugger, freyhcrr zu Kürch- perg lUld Weisseuhorn ward der drit und letzte eheliche sou vorgemelts Herrn Georg Fuggers und fraueu Regina Jmhof. Der ist geborn anno 1493 ans 10. juni mrd gleicherweis durch seinen Herrn vatern mit seinen preceptore8 in den Teutsch- landen, Jtalia und Frankreich in allen gueten tugentlichen ehrn und kiinsten erzogen worden. Diser Herr Antoni Fugger der ist ein leiblicher brueder voroftgemelts Herrn Naimundo Fuggers geweseil lind er wurd durch den Herrn Jacob Fugger ^ s? - dem reichen, der so ein Arztin zu ainem gemahl gehakt, seines vleiß halben so vast geliebt, also daß er in seinem testament verstehen, daß er der obrist in dem Fuggerischen handl sein solt. Nachdem aber Herr Jacob Fugger gestorben anno 1525, da ist er von Venedig in die statt Augspnrg komeN und ein Zeitlang neben Herrn Rapmundo Fuggern, seinem bruedern, den handl gefuert in Herrn Jacob Fnggers untere behausung. Dise, so mit knpfer gedeckt, ans dein weinmarkt hat er hcuslich gewonet und als er selbsten mit aincr ehrlichen bnrgerstochter in Augspnrg, Anna Nechlingerin genannt, des edlen und vesten Herrn Hans Rechlingers, gcschlechters und burgers zu Augs- purg, ehelichen tochter gewesen, ehelichen verpflichtet, weliche ein überaus scheue junkfraw war. Und ward die Hochzeit sambt dem beyschlaf in der statt Augspurg anno 1527 ans 5, sebruari mit einer scheuen langwerenden kostligkaiten, dergleichen zuvor von kainem in Augspnrg nicht gehalten worden und auch noch nicht geschechen wierd, gehalten. Es were wol ain ziinbliches libell davon zu schreiben. Gar ein fromer und bürgerlicher Herr ist diser Herr Antony Fugger gewesen, der den armen von herzen lieb gehabt, auch mcnigelichs guets bewisen. Dannocht hat er mit sambt seinem bruedern Herrn Raymundi Fugger vast vil gefahr von der zunftlichen regierung erleuden muessen, das er alles nicht allain gedultet, sondern von herzen vergessen und fallen hat lassen. In der zunftlichen regierung wurd er ainer des grossen raths, und er hct die ansschreibnng der geistlichen anno 1537 gern verhintert, dann er gab für, daß der kapser hierüber hart erzürnen und soliches an gemainer statt Augspurg, seinem Vaterland, nicht nngerochen lassen wurd. So ward er auch der röm. kay. und kinigl. mt. rath; aber in ersez- und aufrichtung des kay. regiments, als die znnftcn aus beweglichen Ursachen wurden abgethan und die regierung auf die alten geschlechter (wie vor alters auch gewesen) anno 1548 gesezt und vervrtnet wurd, da ist diser Herr Antonius Fugger zue der Herrn gehaimen rath ainen erwelt worden, welichen er biß in das viert jar mit allen ehrn besessen. Als sich aber anno 1546 der Schmalkaldnische krieg wider den kayser anfachen, da haben die Herrn Fugger laut irer Pflicht zu disem - bv - krieg nicht helfen wellen noch bewilligen kunnen. Derhalben seind sie an ir gcwarsamb van diser statt gezogen. Wie sich aber der krieg ans mangl des gelts enden nnd der kayser allain die victorien erlangte da ward mit Höchen stechen nnd biten aines erbarm raths diser Herr Antonias Fngger gebeten, daß er sich ainer Unterhandlung gegen dem kayser (doch aus ime selbsten) unterfangen soltc: weliches I. g. mit sollichen treuen verrichtet, daß ohn vergiessnng der zäher') davon nicht zu schreiben ist. Dann er dem kayser zue fueß gefallen und S. mt. auf seinen kniien mit aufgchabnen henden und zacheren-) angen umb gottes nnd seiner barmherzigkait willen für Angs- pnrg, sein vatcrland, gebeten, weliches der kayser hat nullen in raub stecken, daß S. mt. dasselbig widerumb zu genaden well aufnemen. Und er hat in solicher bittung den kayser dermassen zu barmherzigkeit bewegt, daß S. mt. dem rath ver- zigen und an der straf 50 VW sl. hat fallen lassen. Er hat auch nicht allain neben den gesanten des raths zu Tonan- werth vor dem kayser den fueßfahl gethan, sondern als kam gelt in gcmaiuer statt verhandelt und ein rath eine hohe suma, tausentst gülden schuldig war, da hat er aincm rath aus 4 jar lang, ohne allen interesse wider zu bezalen, 800V0 sl. fürgestreckt und erleyt. Desshalben ein erbarer rath gemeltem Herrn Antvui Fugger zu ehrir und guetcr langwiriger ge- dechtnus mit erzelung aller seiner wvlthaten in aines erbarm raths yuech einschreiben lassen und den Herrn Fugger Wasserrohr in ire Heuser verehret hatU) Und riachdem ain erbarer rath aus vileu beweglichen Ursachen nnd insonderheit daß die alten geschlechter von 53 biß ans 8 geschlechter abgestorben, als aber anno 1538 dieselben alten geschlechter in der statt Augsyurg widerumb zu ersezen, da wurd dis Fuggerische geschlecht von der gilgen zu disem ehrlichen stand von ainem erbarn rath auch beruefen uud also neben andern hohe ge- schlcchter erhechet/') Daun die Herrn Fugger über die IVO jar der geschlechter sich mit denselben befreundt und der herrn- ') Zähren. jh^änenden. roste 80000. Y d. h. der Rath hat in die Fuggcrischen Häuser Wasscrröhrcli aus dem städtischen Wasserwerk leiten lassen. Stetten I. 885. - iy Stetten 1. 351—53. stuben der statt Angspnrg sechig') gewest. Den gewaltigen römischen fayser Carottnn den fiinftcn hat diser oftgemelt Herr Antoni Fngger in sein behausung anfgenomen, darinnen der kapser lenger dann jar und tag sein kapserlich palatinm gehalten^ Seinen frepen znegang hat er jederzeit zn dem kapscr gehabt und I. ntt. oft ain hohe suma gelt aufbracht und fur- gcstrcckt. In summa! er ist, wie ich im ansang gcmclt, ein fromer bürgerlicher Herr, der gemainen stat in lieb und laid fast wol angestanden und ein besonder ehr des ganzen Vaterlands gewesen. Mit was adls-, Herrn- und gräflichen titulen, ehrn und wierdcn, auch mit ainem quartierten schult und Helm I. kays. mt. disc Herrn Fngger versechen und begäbet, das ist bei Herrn Napmundo Fuggern nach lcngs gemelt worden, lind es haben die Herrn Fugger von der gilgen dises knappen, wie dann hierunten gestehen wird, bisher mit allen ehrn gestiert. lind seind der Herr Fugger von der gilgen, als ich dis schrib anno 1599 auf 5. juui, manspersonen bei 49, jung und alte Herrn. Vorgemelter Herr Antonius Fugger der hat die ganze zeit seines lebens die Fnggerischen Handlung und gneter vast hochgeacht und bercichet und zusamen bracht. Das schloß zu Oberntorf, wcliches Herr Raymnndo Fugger, sein brucder, dem Fnggerischen namen erkauft, hat er von grund auf von neuem erpauen lassen und was") erweitert; den herrlichen markt, schloß und vil derfer, so darzuc gehern, hat er dem Fuggerischen namen erkauft, auch im sein begrebnus vast herrlich in die Pfarrkirchen hat richten und pauen lassen. Desgleichen hat er auch den markt und schloß Brandenburg sambt vilen zue- gehörigen dörfer, Hof und flecken, wie auch Walteuhausenst) dahin diser Antonius Fugger auf gescheft') Herr Napmundo Fugger ein zimblichs reiches spital den armen Fnggerischen leuten auf dem laud nufgericht und im uameu aller Herrn Fugger mit seinein einkomen desjenigen dvrfs versechen. Und nach disem hat er auch die schönen dörfer und flecken, nemblich st fähig. st etwas. st seil, gekauft (1541). Waltenhauscn, B.-A. Krnnibach. Verkäuferin war Margaretha von Wernau, der Verkaufspreis 18VM fl, Stetten 1. 3KV. st Lctztwilligc Anordnung. — 02 — l Herbertshofen,') Veprn, Klainkiessendorf,") Edlrieth, Weibbach und Ainada und andere gerechtigkaiten, der eben nicht wenig seind.ch Disen markt, schlösser, derfer und flecken alle hat diser molernnnnte Herr Antonius Fngger dein Fnggerischen geschlecht und geblnet einverleibt und nnterwirflich gemacht. Nach disem hat er auch die kaiserliche und des heiligen römischen reichs pfleg der statt Tonanwerth ans ewige zeit und so lang als ain weltlicher Fugger in dem leben sein wnrd, an den Fnggerischen namen und geblnet gebracht.') Und alldieweil dise kapserliche und des heiligen römischen reichs pfleg der statt Tonanwerth einer zimblichen grafschaft mecht verglichen werden, so hat er doch dieselben mit sehr vilcn dörfern, waplern, einoden, schweyen/') vischwassern, auch mit ganz herrlichen wälden, forsten und jagten treffenlich gemert und gebessert, weliche er von den pfalzgrafen, edlleuten, reichen bürgern und von andern darzne erkauft und bezalt. In der statt Tonanwerth hat er mit bewilligung des raths etliche Häuser und gärten erkauft, das alte psleghans abgebrochen und ein vil schöners psleghans daselbsten anferpanen lassen und mit vil scheuen gärten erweitert und gezieret, lind haben alle chnrfnrsten sambt dein römischen kapser Carola dem fünften, auch der römische kinig Ferdinandus im dise Fuggerische brieflichen Urkunden confirmirt und bewilligt. Uber dis alles so hat mich diser wolernannte Herr Antonius Fugger für sich und seine söhn von Herrn Walther van Hnrmbhaimb vier scheue und anscchentliche Herrschaften nmb ain Hache snma gelts, 27öUU<> sl., erkauft, und scind die stett und schlösser derselben also genannt: Ahlfingen,") Stettcnfcls/) Turtenstain, Kürch- hambch und Egieshausen, weliche treffenlich vil derfer, weiler, flecken, Höf und weinbcrg sambt andern gneter und gerechtigkaiten in sich begriffen, weliche alle dem Fnggerischen namen gehorsamb und einverleibt sein. Dergleichen haben I. gn. auch das herrliche gnet Kettershausen") nnt sambt allen zuegehörigen B.-A. Wertingcn. Klcinkisscndorf, B.-A. Gnnzburg. seil, erworben. ") dem Roth zn Donauwörth um KZ00 sl. Stetten I. 341. b) Schwaigen, Viehhöfen. O.-A. Aalen. O.-A. Besigheim. Kirch- Heim, O.-A. Besigheim. B.-A. Jllcrtisscn. — c.z — derfer und gneter vvn dem bischof und eapitl zu Angspurg nmb 22000 fl. in seinen gewalt gebracht und bezalt. Uber dis alles und letztlich da hat diser Herr Antonius Fugger mit sambt seiuem bruedern Raymnndo Fugger mlf den ungarischen und behaimischen grunzen zum treffenliche schöne Herrschaften, Pi- berspurg.J meliche 5 ungerischc meil rinter Prespnrg gelegen, darnach Plossinstain, weliches könig Ferdinanto von inen gc- leset, nmb ain hoche snma gelt erkauft. Und geHeren zu dem notvcsten") schloß Bibcrspurg, weliches dem wietenten gmalt Attila widerstanden, dise nachvolgende flecken, inarkt und derfer: Schambstorf irnd Dicrnbach, zwcn herrliche markt, welichc vor jarn stett gewesen, auch Bondcnwurz, Atellwuetz, Zwentschin, Langendorf, Helmosch, Wießmecht, Bomeritz ttnd Wernerstorf, alle grosse und herrliche derfer. Und hat vor- gemelter Herr Antonius Fugger das vorgcmelte schloß Vibers- pnrg nicht allain auf ainen ballctench felscn erpanct und dcr- massen mit pastepen und aller notturft so wol befestiget, daß es aincin gewalt null widerstehen mag. Dergleichen hat er in der statt Angspurg auch gethan: ein weite und scheue be- hansnng sambt dem hos, das ein gastgebhaus nnrs, weliches hinter seiner behansung gelegen und der Beuscher Hof genannt war, hat er vvn Hans Hensen erkauft und der seinen zue- gcsvllt, da die schreibstnben und kaiserlich palatium stect, auch gemech und stallungen darein panen lassen, wie dann vor äugen gesechen wierd. Dergleichen hat er auch beim Gögginger thor in Angspurg dem Jacob Stängl sein Haus und weiten Hof sambt etlichen vil mer Heuser dorten herumb und von andern erkauft. Dergleichen hat er auch dem Christof Rechliuger sein behansung in Angspurg, oben an der andern Herrn Fuggers Heuser gelegen auf dein weinmarkt, erkaust und der seinen zuegesölt und von grund ans von neuem erpauen lassen, weliche Herr Philiph Fngger der zeit bewonet. I>i suma: wer kau ire Heuser, so sie in der statt Angspurg, auch in iren legerstettench in Jtalia, Hispania und in den Niderlanden und svnsten in andern orten der Herrn Fugger, der nicht wenig ') Bibersburg, Comitat Unter-Ncutra. ") stark befestigt. 0 unklar. 0 Niederlassungen. — br — « Heuser, Höf und gärten seind, alle schier wissen? Vast grosse und reiche almnesen hat er, diser Herr Antonius Fngger, ganz miltigelichen ausgethailt und ist sonsten den armen fast dienlichen gewest, und wiewol er für sich selbsten kaines stolzes noch Hoffart geachtet, sonder demselben von herzen seind gewesen und darmit sein gerechtigkaiten erhalten. In dem markt zu Babenhausen hat der wolernannt Herr Antonius Fngger für sich, sein gemachl und erben in der pfarrkürchen gar eine schöne herrliche begrebnus aufgerichtet, darein erstlich sein geliebte gemachl, als dise anno 1346 verschieden, ist begraben worden. Und als diser Herr Nntoni Fngger ohnegevärlich bei 12 jarn in seinem wittibstand gelebt und von gott 67 jar seines alters erlangt, da hat er das zeitliche mit dein einigen leben verwexslet und ist anno 1366 ans 14. september in gott verschiden und durch vil vom adl und sonsten mit 126 pferden geen Babenhausen belaitet und gefnert worden, auch daselbsten vast ehrlich besungen und begraben morden.') Dem gott ein sreliche auferstehnng vergleichen well, amen! Diser zuvor gemelt Herr Antonius Fngger der hat mit seiner ehewirtin, Anna Rechlingerin genannt, in wercnder ehe zeheii Herrn und freylein ehelichen erzeugt, nemblichen vier Herrn und sechs freylein, von denen wir hernach schreiben werden. Und seind dieselbigen Herrn und frcylein also genannt: Herr Marens, Hans, Jacob und Jheronimus die Fngger, dann frcylein Anna, Cntarina, Regina, Susannn, Maria und Veronica die Fnggerin. Ausser diesen seind etliche in der jugeiit gott ergeben worden, von denen zu schreiben ohne noth. Das wolgeborn freylein Anna Fnggerin ist geborn anno 1536 ans 9. februari und in dem Haus ires vatern mit allen christlichen Urgenten erzogen worden. Und als dises freylein 19 jar ires alters erraicht, da ist sie durch iren vatern dein edlen und gestrengen Herrn Hansen von Rechberg, von dem heiligen grab ritter, ehelichen versprochen worden. Es hat aber der unzeitigc tod dise sporwalia zertrennet, dann die y Stetten I. 593. edl Anna Fnggerin zwischen dem versprechen nnd Hochzeit krank nwrdcn nnd mit grosser clag und laid irer eltern imd des breitigambs anno 1549 in got verschiden, geen Babenhausen gefuert nnd daselbsten begraben worden. Der gott genedig sey! Das wolgeborn freylein Catarinn Fnggerin ist geborn anno 1532 auf 6. november und gleicher Massen in dem Haus und Hofhaltung ires Herrn vatern mit allem christlichen wandl ganz tugentlich erzogen worden. Und als sie 19 jar ires alters erraicht, da ist sie durch iren Herrn vatern gar einem schonen und artlichen grasen, gras Jacob von Montfort zne Prcgniez genannt, ehelichen vertraut worden. Und ward die Hochzeit sambt dem beyschlaf in der statt Angspurg anno 1553 auf 9. febrnari gehalten. Dife baide haben in stehender ehe grasen und gräfin ehelichen erzeugt. Das wolgeborn freylein Regina Fnggerin ist geborn anno 1537 auf 31. marty nnd gleicher gcstalt in dem Hans nnd Hofhaltung ires Herrn vatern mit allen höflichen tngenten erlernet worden. Und als dis freylein Regina Fnggerin 18 jar ires alters erraicht, da ist sie durch iren Herrn vatern dein wolgebornen Herrn Herrn Wolf Dietrich grasen zu Hardegk ehelichen vermechlt worden. Und ward die Hochzeit in der statt Angspurg anno 1555 ans 5. augusty mit allen ehrlichen wollusten gehalten. Dise bayde ehegemahl haben in mehr- und steender ehe grasen nnd gräfin ehelichen erzengt. Das wolgeborn freylein Su sa nn a Fnggerin ist geborn anno 1539 auf 28. febrnari und gleichermassen in dem Halls ires Herrn vatern mit allen christlichen ehrn erzogen worden. Und als dis freylein Snsanna Fnggerin 16 jar ires alters erlangt, da ist sie durch iren Herrn vatern Herrn Balthanser Trantsamb frcyherrn zu Schrofenstain, rö. kay. mt. Mundschenk, ehelichen vermechlet worden, und ward die Hochzeit sambt dem beyschlaf in der statt Angspurg anno 1555 auf 5. angusti mit allen ehrn und frenden gehalten. Dise beede ehegemachl haben in werender ehe Herrn nnd freylein ehelichen erzeugt. Das wolgeborn freylein Maria Fnggerin ist geborn anno 1543 auf 27. november. 'Dise Maria Fnggerin ist durch ire brueder dem wolgebornen Herrn Herrn Michael — bb — Eizing, freyhcrrn, ehelichen vermcchlt worden anno 1566 ans 21. october. Das wolgelwrn freylein Veronica Fuggerin ist gclwrn anno 1545 auf 21. april. Dise ist durch ire brneder dein wolgeboren Herrn Herrn Hans Gaudenz freyherrn zu Spanr ehelichen vermcchlt worden anno 1566 auf 21. october. Der wolgelwrn Herr Jheronimns Fugger, welichen ich mit vleiß vor andern seinen brnedern (ob er schon der jüngste) beschreibe, der ist geborn anno 1533 auf 13. nvvembcr und er ist durch seinen Herrn vatern mit seinen preceptores in den Tentschlanden, Jtalia, Frankreich und Hispania in allen gneten kiinsten erzogen worden. Und als anno 1573 auf 15. september sein brneder Marx Fugger nach Wien raisen wellen und im gedachter sein brneder Jheronimns Fngger das glait biß geen Oberndorf in das schloß geben und sie die letzte nacht zimblichen mit einander getrunken, da hat in der gwalt') getroffen, alda er auch in dem 40. jar seines alters mit tvd verschiden und geen Babenhausen gestiert und daselbsten begraben worden. Dem gott genedig sei, amen! Der wolgelwrn Herr Marx Fugger ist geborn anno 1529 ans 14. fcbrnari und durch seinen Herrn vatern mit seinen preceptore8 in den Tentschlanden, Jtalia, Frankreich und Hispania in allen gneten kiinsten und tngenten erwisen und erlernet worden. Und als diser Herr Marx Fugger 27 jar seines alters erlangt, da hat er sich mit rath seines Herrn vatern mit der wolgebornen gräfin Sibilla zu Eberstain in den heiligen ehestand eingelassen und ward die Hochzeit sambt beyschlaf in der statt Augspurg anno 1557 auf 2. marty mit costlichen ehrn und freuden gehalten. Diser Herr Marx Fugger der ist in seinem ehestand bald ainer des raths der statt Augspurg worden, dann ainer des gehaimen raths und hernach anno 1576 auf 3. angnsti obrister stattpfleger, weliches ehrliche ambt I. g. bey 8 jarn und den rat bei 20 jarn mit allen ehrn besessen und verwaltet haben. Es haben aber I. g. in ihrem stattpslegerambt beineben seinem mitgehilfen Herrn y Schlagfluß. --- b? — 5» '' ' ^ ^— Aiitony Christof Rechlinger, eben da anno 1582 der new calender ans die ban dlirch die bäbstlich Heiligkeit Gregory des 13. komcn, vast vil gefar muessen erleiden ulid anssteeli, wie dann dismals grosse entperiuig nnd widerwartigkait nliter den gelerten, den evangelischen nnd bäbstlichen knrchen, wie anch llnter der ganzen bnrgerschaft allerseits in der ganzeil statt Angspnrg ist entstanden. Gar etil frommer, bnrgerlicher Herr ist diser Herr Marens Fugger gewesen, sailft mit worteil llild reden, anch schlecht nnd gerecht in seinen claidnngen ist er gewesen, das ime dann vast ehrlich ist angestanden. Die knrchen und capellen') hat er in Angspnrg in die Fnggerey erpawen lassen nnd sonsten der armen vast dienstlich gewesen llild alle stiftnngen der alten Herrn Fngger, der spital nnd ailderstwo deli armen Fliggerischen lenten vleissig iinterhaltcn lassen, nnt ireil eillkomen helfeil meren nnd pessern. In der Fliggerischen taillillg der ligenden gueter iil Augsplirg da seind I. g. ziiegefallen die herrlicheil nnd costlichen hellser in Augsburg ans dem weinmarkt, dise neben dein, so mit kupfer gedeckt ist, hinauf gelegen. Und seind I. g. dieselbigen Heuser sambt allen denjenigen lnsthensern, Höf nnd gärten, vor dem Barfnesscr thurn aiif dem graben gelegeil, zu sainem thail worden; darzne I. g. iloch Nler gärten, Höf und Heuser erkauft, dise damit gemert nnd erweitert, auch mit schönen Wasserwerken ulid allerlai welschen fruchten zieren lasseil, wie dann vor angen gesechen wierd. Daselbsteil I. g. in dem Hans auf dem weinmarkt ir Haus nnd Hofhaltung gefriert. Dergleichen seind I. g. iil der Fnggerischen Willing der ligenten gneter zuegethailt worden — weliche tailnng von disen drey bniedern Marx, Hans nnd Jacob die Fngger anno 1575 auf 6. jannari ist fnrgangen — die Herrschaften, markt nnd schloß Biberpach mitsambt allen denselbigen zlie- riild angehörigen dörfer iiild flecken, der llicht wenig seind; wie auch die schönen derfer Gablungen,-) Ehingens) TrelisshaimbH und das pfleghaus Tonauwerth mit gar sehr vilen derferil, fleckeil, Höf, forsten, jagten und ivalden und andere gneter, fischwassern nnd ge- y S. Bturcus (1580). Stetten I. 870. zzAugsburg. -) B.-A. Wertiugcu. y Druisheiui, B.-A. Wcrtiugcu. - l>8 — rechtigkaitcn mer, der auch nit wenig seiud. Dise yetzlbenannte gueter mügeu wvl aiuer grafschaften verglichen werden. Desgleichen ist im zuegefallen das darf und schloß Oberndorf mit etlichen schlossern und dersern, so darzne geHeren, wie auch Elgaw.ch Lanterpronnen.ch Tutenstain, Achlfingen mit sambt etlichen vil törfer, flecken, schlösset.-, Höf, Weinberg und andere gnetcr mer, der nicht wenig. So ist I. g. zuegethailt worden das lnsthaus, schloß und garten und ander zncgehörnngen mer zu Göggingen, wie auch der halbe thail der Herrschaften Viberspnrg in Ungern gelegen, wie dann dise gneter bei Herrn Antoni Fnggern, seinem Herrn vatern, seind gemelt worden. Diser Herr Marens Fngger der hat die ganze zeit seines lebens seine Herrschaften und gueter vleissig zusamen gehalten, dieselbigen gemert, bereicht und vast hoch gebracht. Das herrliche gnet Hierblingench und Defferdingench mit sambt allem demselbigen einkomen hat er von doctor Peitinger in Augs- purg umb 15 000 fl. aberkanft. Dergleichen hat er auch von Herrn Carol Wolf Rechlinger von Augspurg das darf und schloß Norndorf') und Plankenfeld mitsambt vilen zne- und angehernngen nmb 31000 fl. aberkanft. Dergleichen hat er auch von Herrn Hans Bumel in Angsspurg das schone dorf und schloß mit allen demselbigen zuesteenden, Mentingen") genannt, nmb 26000 fl. dergleichen aberkauft und bezalt. Dergleichen er auch den herrlichen edlmannssitz Elbach genannt von dem Marschall von Pappenhaimb mitsambt vilen zne- stenden auch aberkanft. Dergleichen hat er in der stat Angs- purg auch gethan: die behausnng auf dem weinmarkt bei dem siglhans hat er von Herrn bnrgermaistern Ott Langer erkauft, in welcher I. g. söhn Georg Fugger gewont (jetzt abgebrochen und durch seinen söhn Herr Albrecht Fugger new gebaut). In der kürchcn zw sanct Ulrich in Angspurg da haben I. g gar ein scheue capelnch und begrebnus für sich und irc erben von neuem fundiert und erpauen lassen, darin erstlich sein 0 Ellgau, B.-A. Douaiuvörth. ') Lautcrprumi, B.-A. Wertiugcu. °) B.-A. Augsburg. Täfertingen, B.-A. Augsburg. 0 Nordcudorf, B.-A. Donauwörth. Medingen, B.-A. Wertiugcu. Wcldcu, B.-A. Wcrtiugcu. die St. Audrcas-Kapcllc (1580). Stetten I. 870. s — 0? — gemachl die gräsin Sibilla zu Eberstain ist begraben worden, als I. g, 32 jar mit derselben gelebt; anno 1589 auf 7. sep- tember ist sie verschiden. Und als diser Herr Marx Fugger in ein hohes alter kommen, da hat er sich von dem rath und stntpflegeramt abgenommen und zu ruhe begeben wellen; darinnen I. g. dan nicht lang gelebt. Und als I. g. 8 jar in irem wittiberstand gewest, da hat in erstlich ein wenig der gewalt troffen und ist hernach anno 1597 gar in gott entschlafen und mit ainer grossen leucht in vorbemelte begrebnns bei seinem gemachl besungen und begraben worden. Dem gott genedig sei, amen! Seine genaden haben die Fnggerische Handlung und gneter mit iren brnedern Herrn Johann und Jacob die Fngger vleissig helfen zusammen halten. Die gewaltige grafschaft Möringcnst hat er mit scnnbt seinem brnedern Hansen Fugger von dem hochgebornen fiirsten Herzog Albrcchten in Bayrn yfandsweis an sich gebracht. Diser zuvor gemelt Herr Marx Fngger freyherr zu Kirch- perg und Weissenhvrn, des raths und stattpfleger der statt Angspurg, der hat in werender ehe mit seiner ehewirtin, der gräfin Sibilla gräfin zu Eberstain, acht Herrn und freylein, nemblichen vier Herrn und vier sreylein, ehelichen erzeugt, von den wir hernach schreiben werden. Und seind derselbigen Herrn und freylein also genannt! Herr Georg, Anthony Philliph und Albrecht die Fngger, dann freylein Johanna, Maria, Anna Sibila und Elisabeth die Fuggerin, und wir wollen also unserm gebrauch mit den töchtern anfachen. Ausser disen seind etliche in der jugent gvt ergeben worden, von denen zu schreiben ohne noth. Das wvlgeborn freylein Johanna Fuggerin freyilt zu Kürchyerg und Weissenhorn ward die erst eheliche tvchter vor- gemelts Herrn Marx Fnggers und der gräfin Sibilla gräfin zu Eberstain. Dise ist geborn anno 1558 auf 24. april und ist in dem Hans und Hofhaltung ircs Herrn vatern mit allen christlichen und höflichen ordenlichen Urgenten, zier und er ') Mcring, B.-A. Fricdbcrg. Für ein Darlehen von 04 NW fl. (157L). Die Pfandschast wurde später wieder eingelöst. Stetten I. M4. erzogen worden. Und als dis freylein Johanna Fuggerin 18 jar lang ires alters erraicht, da ist sie durch iren Herrn vatern dem wolgebornen Herrn Herrn Hans Carol grasen zu Wolkenstain ehelichen vermechlt und verpflicht worden, und ward die Hochzeit in der statt Augspurg auf 6. may mit allen ehrlichen freiden gehalten. Das wolgeborne freyelein Maria Fuggerin ward die ander eheliche tochter vorgemelts Herrn Marx Fnggers und der gräfin Sibilla zu Eberstain. Dise ist geborn anno 1561 rmd gleicher Massen in dem Hans und Hofhaltung ires Herrn vatern mit allen ehrn erwisen und erzogen worden. Und als dis sreylein 22 jar alters auf sich bekhomen, da ist sie dnrch iren Herrn vatern ainem ungerischen freyherrn in Ungern des namens Niclas Palffj freyherrn zu Ondeckh zu Illingen genannt (ehelichen vermechlt worden), und ward die Hochzeit und beyschlaf in der stat Augspurg anno 1583 ans 4. juni mit allen ehrn und herrlichkhaiten gehalten. Und hat sich hernach diser Herr Niclas Palffj mit disem seinem gemachl auf seine Herrschaften in Ungern begeben. Nach absterben seines Herrn schwechern Marx ist disem Herrn Niclaß Palffj die Herrschaften Püberspurg der Herrn Fugger auf guete vergleichnng eingeranmbt und zuegestelt worden, und seind dise gueter, stett und derfer bei dem Herrn Anthoni Fngger gemelt worden, als sich dann auch diser zeit gemelter Herr Pälffy schreibt und nennt sich einen Herrn diser gneter und Herrschaften. Das wolgeborn sreylein Anna Sibilla Fuggerin ward die zweit eheliche tochter vorgemelts Herrn Marx Fnggers und der gräfin Sibilla gräfin zu Eberstain. Dise ist geborn anno 1563 und gleicher gestalt in dein Hans und Hofhaltung ires Herrn vatern. mit allen christlichen wandl und leben erzogen worden. Und als diß freylein Anna Sibilla Fuggerin 17 jarc lang ires alters erlangt, da ist sie durch iren Herrn vatern dem wolgebornen Herrn Herrn Wolf Conraten grasen zu Schwarzenburg ehelichen vermechlt worden, und ward die Hochzeit sambt dem beyschlaf in der statt Augspurg ganz herrlich und costlich gehalten anno 1587 ans 9. februari. Hernach da ist diser Herr mit diser seiner ehewirtin auf ihre Herrschaften verrätst und ist ime von seinem Herrn schwechern ohne alle andere varnuß .... sl. heiratgnet alsobald gegeben nnd gerichtet worden. Das wolgeborne freylein Elisabetha Fuggerin ward die viert und letzt eheliche tochter vorgemelts Herrn Marx Fuggers. Dise ist geborn anno 1570 und gleicherweis in dem Haus und Hofhaltung irer eitern mit allen höflichen und adelichen tugenten erzogen worden. Und als diß freylein auch zu iren maunbarn jarn khomeu war, da ist sie durch ireu Herrn, vatern dem wolgebornen Herrn Herrn gras Wilhelm von Oellingen ehelichen vertraut und verpflicht worden, und ward die Hochzeit, einrit und beyschlaf in der statt Augspurg anno 1589 auf 2. october gnuz costlich und herrlich gehalten. Vil grasen, freyherrn und andere Herrn vom adl haben mit allen ehru dise Hochzeit ersuechet. Dise vorgemeltc Elisabetha Fuggerin aber die ist anno 1590 in ainer khindlbeth ver- schiden, der got genedig sei, amen! Ire gn. aber die seind anno 1598 ain vbrister über ein regiment teutscher khnecht wider den erbfeind in Ungern worden. Ire gn. haben auch grasen und gräfin mit disem irem ehegemachl erzeugt. Der wolgeboril Herr Georg Fugger ward der erste eheliche svu vorgemelts Herrn Marx Fuggers und der gräfin Sibila gräfin zu Eberstain. Der ist geborn anno 1560 auf 11. juli und er ist durch scineu Herrn vatern mit seinen pre- ceptores in den Tentschlanden, Jtalia, Frankhreich und Hispania nicht stntierens halben, sonder die sprachen zu lernen erwisen und in allen gneten künsten erzogen worden. Und nachdem diser Herr Georg Fugger lauge jar iu den. wclscheu lauden gewest, da haben sich Ire gn. mit ainer welschen gräfin des namens ein freylein Helena von Madrutsch ehelichen ver- mechlt uud verpflichtet, und ward die Hochzeit sambt den: beyschlaf in der stadt Trient anno 1583 auf 13. februari mit allen christlichen wollust gehalten. Und ist hernach diser Herr Georg Fugger mit derselben gemachl glückhlich und wol auf die statt Augspurg khomeu uud iu der behausung oben auf dem weinmarkt bei dem sigelhaus (weliche behausung sein Herr vater von Herrn burgcrmaistern Ott Lauigcr erkauft, yetzt - ?z - durch, seinen Herrn brnedern Albrechten Fngger neu gebaut) eingezogen, dasclbsten Ire gn, ir Hofhaltung gefuert. Diser Herr Georg Fugger der ist bald in seinem ehestand aincr des raths der statt Angspnrg worden. Und er hat sich mit der archemisterey') etwas eingelassen, aber jedoch bald davon gestanden. Und er hat sich hernach von der statt Angspnrg nmb wegen etlicher Ursachen wider hinweck begeben, hausent und wonent der zeit zu Trient. Nach absterben Jrer gn. geliebten Herrn und vatern anno 1598 da seind Jrer gn. an der Fuggerischen tailnng der ligenden gneter in Angspnrg zn- erthailt worden die bchausung oben ans dem weinmarkt, an der andern Herrn Fngger henser gelegen, nnd bewonens Jrer gn. diener nnd Hausvogt Hans Reissner genannt. Aber in der Fnggerischen tailnng der ligenden gneter auf dem land da haben dise vier brneder, Herr Georg, Anthoni, Philiph nnd Albrecht, weliche gneter ziun thails bei irem herrir vaterir seind gemelt worden, derselben Hintersassen und nnterthanen inen zrlglcich unzerthailt nntcinander hnldigen und schwören lassen. Und haben über das vorgemelt (die) vier brneder zu iren herrlichen ererbten gnetern nach ires Herrn vatern absterben dem jnnckherrn von Welda ire schone Herrschaften nnd landgneter markt rrnd schlvß Welda") genannt mit sambt allen denselbigen angeherigen derfern, flecken, gehülz, forsten, jagten nnd wälden nnd andere gneter mer, so darzire gehern, nmb ein hvche suma gelts, 140000 sl., aberkanft, weliche herrliche gneter vil nmb ain merers wert gescheht wordeil. Der wvlgebvrn Herr Antoni Fngger ward der ander eheliche söhn vorgemelts herrir Marx Fnggers ruid der gräfin Sibilla gräfin zu Eberstain. Der ist gebvrn anno 1563 ans 1. april und gleicher Massen durch seinen herrir vatern mit seinen preceptore8 in Teutschland, Jtalia, Frankreich und Hispania nicht allaiir stntirens halben, sonder aiich die sprachen zu lernen ist erzogen worden. Diser vorgemelt Herr Antoni Fngger der ist in allen frembden landen vast durch nnd durch iir der welt in seinem ledigen stand uinbgeraist nnd sich viler 0 Alchipmc. -) Weldc», B.-A. Wcrtinge». - - i landen ganz wol ersechen, anch sogar in Africa geraten. Er ist auch ein ritter des heiligen grabs geschlagen worden und er hat sich auch in Ungern wider den erbfeind oftmals gebraucht und sich in aller manhait sechen lassen und auch in alleil ritterlichen spielen so oft vil hoch und dapfer geyebt, ein ehr und zuer aller renter ist erkennt worden. Und als Ire gn. hernach Jrer f. d. erzherzog Ferdinanden zu Oesterreich nicht allain mnntschenk, sondern anch camerer gewesen, und als diser Herr Antonius Fugger 26 jar seines alters erraicht, da haben sich Ire gn. anno 1591 ans 28. februari mit der wolgcbornen grttfin Barbara gräfin zue Montsurt ehelichcil vermechlt und verpflichtet, mid ward der einrit, Hochzeit und bepschlaf in der stat Augspurg ganz herrlich und costlich gehalten. Vil grasen, frercherrn und andere Herrn vom adl haben zu ehrn die Hochzeit ersuecht, uud seiu dise zweil hochzeitliche tag yedes tags auf die 120 tisch mit allem speist worden. Es wurden auch dise zweu hochzeitliche tag zu Augspurg auf vffuem weinmarkt ringlrennen gehalten. Alda hat man vil seltzamen aufzüg gesechen, unter andernr auch aiu Veuusperg; ward wunderbarlich zuegerichtet, und andere vil werkliche possen und schnagken getriben wurd, davoil wol ein ganz libell zu schreiben wer, wie dann dise Historien seind öffentlich im trnck ansgangen, wie dann hernach soll vermelt werden. Diser Herr Antonius Fugger der hat im sclbsteu iu Augspurg eiu herrliche und costliche be- hausung, auf dem Hasnerberg gelegen, von den Bumblischen aldorten aberkauft uud dieselbigeu uach irem gefallen pauen und richten lassen, daselbsten Ire gn. ir Hans und Hofhaltung, als ich dis anno 1599 schrib, fueren. Nach absterben Jrer gn. geliebten Herrn uud vatern anno 1597 da haben dise vier brueder, Herr Georg, Antoni, Filiph und Albrecht die Fugger, denselbigen ire ererbte landgerichtsgueter, weliche zum thails bei irem Herrn vatern gemelt worden, dieselben Hintersassen und unterthanen inen zuegleich unzerthailt, weliche gucter nicht'wenig seind, mit einander haben huldigen und schweren lassen. Und haben die vorgemelte vier brueder zu iren herrlichen ererbten landguetern nach ires Herrn vatern tod den - 74 - junkhern von Welda, Carol und Michael genannt, ire schenc Herrschaften und landgueter, schloß und markt Welda genannt, mit samt allen denselbigen angeherigen dcrfer, slecken, Hof, gehülz, forsten, jagten und mälder und andere gneter mer so darzue geHeren, mnb ein hoche suma geltz, nmb 140000 fl,, aberkanft, meliche Herrschaften und gneter vil nnib ain nicrers wert geschehet worden. Der wolgeborn Herr Philiph Fugger ward der drit eheliche söhn vorgemelts Herrn Marx Fuggers uud der gräfin Sibilla gräfin zu Eberstaiu. Der ist geborn anno 1567 ailf 1. aprili und durch seinen Herrn vatern vor andern seinen bruedern mit seinen preceptore8 in den Teutschlanden, Jtalia, Frankreich und Hispania nicht allain auf die sprachen zu lernen, sondern auch auf die stutia ist erlernet uud auch letstlich uud mit ainem cardinalhuet von bäbstlicher heilig- kaiten babst Gregori dem 13. des namens ist versechen und begabt worden. Er hat aber disen geistlichen stand nmb etlicher Ursachen hinwidernmben abgelegt, und dieweil Ire gn. ain vleissiger Herr zu dem Fuggerischen handl, da haben sich Ire gn. anno 1594 aus 11. november mit dem wol- gebornen freulein Barbara Fuggerin, freyin zu Kürchperg und Weissenhorn, des wolgebornen Herrn Herrn Philiph Eduartns Fuggers ehelichen tochter, ehelichen verpflichtet, uud ward der einrit, Hochzeit und beyschlaf in der statt Augspurg in vorgemeltem jar mit allen ehrlichen und cost- lichen wollnst, ehr, zuer und freuden gehalten. Mit welicher I. gn. bishero einen söhn, MarquartFugger genannt, erzeugt. Der ist geborn anno 1595 auf 5. november. Nach absterben I. gn. geliebten Herrn und vatern anno 1597 da ist disem Herrn Philiph Fngger an der Fnggerischen tailung der ligcnten gneter in Augspurg zuegethailt morden sundj die herrliche und costliche behansung auf dem weinmarkt neben der behausung, so mit kupfer gedeckt ist, hinauf gelegen. Und ist I. gn. die- sclbige behausung sambt allen herrlichen lnstcn von Höf und gärten vorm barfuesser thor auf den: graben gelegen zu seinem thail worden, wie dann vor äugen gesechen wierd. Daselbsten I. gn. ir Haus uud hofhaltuug fueren. Aber in der Fugger- ^ ?s - ischen tailnng der ligeudeu gueter auf dem land, weliche gueter zum thails bei irem herru vater seiud gemelt mordeu, da haben dise vier brueder, Herr Geörg, Antoni, Philiph und Albrecht die Fugger, denselbigen Hintersassen und unterthanen inen Zugleich unzerthailt mit ainander huldigen und schweren lassen, und haben über das dise vier brueder nach ires Herrn vatern tod den junkern von Welda, Carol und Michael genannt, ire schöne Herrschaften und landgneter, schloß nnd markt Welda mit sambt allen denselbigen zue- und ungehörigen derser und flecken, Höf, gehülz, forsten, jagten und wäldern und andern gueter mer, so darzue gehern, umb 140000 sl. gelts aberkanft. Der wolgeborn Herr Alb recht Fuggcr ward der viert und letzte eheliche son vorgemelts Herrn. Marx Fuggers uud der gräfiu Sibilla gräfiu zu Ebcrstain. Der ist geborn anoo 1574 auf 10. jauuari und gleicher weis durch seinen Herrn vatern mit seinen preLLptoras in den Teutschlanden, Jtalia, Frankreich und Hispania in allen gueten künsten erlernet und envisen worden, lind als diser Herr Albrecht Fugger 23 jar seines alters erlangt, da hat er sich selbsten aancz 1597 auf 9. mai mit dein wolgcbornen freylein Veronica Fuggerin, freyin zu Kürchperg uud Weisseuhorn, des wvlgebornen Herrn Herrn Jacob Fuggers ehelichen tochter, ehelichen verpflichtet, weliche seines Herrn vatern brueder tochter, uud ward die Hochzeit in der statt Augspnrg, jedoch was still und eingezogen als sonsten andere der Herrn Fugger Hochzeiten (aus ursacheu Jrcr gn. geliebter Herr vater iu grosser schwachhait, auch seiu Herr schwccher in hochem alter gestanden, wie sie dann in ainem jar aufeinander mit tod verschiden) gehalten. Nach absterben Jrer gn. Herrn vaters da seind Jrer gn. in der Fuggerischen thailung der ligenten gueter in Augspnrg zuegethailt worden dise behausuug oben auf dem weiumarkt gegen dem siglhaus über gelegen, iveliche behausuug Herr Geörg Fugger zuvor bewont. Und ob dis schon ein. schene und herrliche behausung gewest, so hat er doch dise in grnnd abprechen lassen und noch ein gressere nnd weitere behansnng daran hinauf, so lange jar ein gastgebhaus gewest und Haus Gangerem gehert hat, von dem - 7b - Esias Mayr, gastgeb, oder von desselbigen creckitores aberkaust. An disen beeden Heusern hinauf da ist noch ein be- hausnng gestanden, so ainem kürschner, Hans Khollen genannt, gehert hat. Disem Hans Khollen hat vorgemelter Herr Nlbrecht Fugger ein andere weite behansung, denn Gögginger thor gelegen (yetzt neu gebaut), daran getanschet und noch 300 sl. bar gelt darzue aufgeben, und seind also vorgemelte Heuser alle zugleich in grnnd abgebrochen worden, weliches eben ain iiberaus scheue herrliche weite hofratnng ist. Auf das aber diser Herr Albrecht Fugger auch eine ewige Fuggerische ge- dechtnus hinter ime verlassen, so werden dise geHeus vou dem grund auf von neuem erpant, dergleichen zuvor in ganz Augspnrg kam soliche behansung nuehe erpant worden und auch noch nicht geschechen mierd. Wie dise inwendig gezuert, wissen alle die, so darinnen gewest, wie dann vor äugen ge- sechen wierd. Zu dem aufrichtwein in diser behausung geschechen da haben sich über die 220 Personen befunden, so an diser behausung gearbeit haben. Man schätzt Iren gm, daß diser paw in die 120000 sl. gestehen mecht. Aber in der Fuggerischen tailung der ligenden gneter ans dem land, weliche gueter zum thails bei irem Herrn vatern seind gemelt worden, da haben diese vier brueder, Herr Geörg, Anthoni, Philiph und Albrccht die Fugger, derselben Hintersassen und unterthancn, der dann nicht wenig seind, inen zugleich unzerthailt huldigen und schweren lassen, und haben über das dise vorgemelte vier brueder uach ires Herrn vatern absterben den jnnkern von Welda, Carol und Michael genannt, ire schöne Herrschaften und landgueter, markt und schloß Wellda mit sambt allen den- selbigen zue- und angehörungen, dörfer und flecken, Höf, gehülz, forsten, jagten und wälden und andern gneter mer, so darzne geHeren, umb ain hoche suma gelt, 140000 sl., aberkauft, weliche herrliche gueter vil umb ain mereres wert gescheht worden. Ire gm haben bishero einen söhn, Marx Philiph Fugger genannt, ehelichen erzengt. Der ist geborn anno 1398. Und seind Ire gm, als ich dis schrieb anno 1599, über das jar in Spania, umb wegen gegen Jrer kön. mt. an iren schulden - 77 - aldorten am hoche suma gelt zu erheben. Man sagt, das Jr k. mt. den Herrn Fuggern in die 10 nüllion gelt zu thueu schuldig seiud. Also haben nur alle die Herrn und freylein, dise so von vorgemeltcm Herrn Marx Fnggern und von seiner ehemirtin, der grnfin Sibilla gräfin zu Eberstain, Heer gelangt, ganz und gar verricht und wir wellen anyetzo mit den andern lindern zuvor oftgemelts Herrn Anthony Fuggers uud der frauen Auna Rechliugerin, der noch zwen Herrn, nemblich Herr Hans und Jacob die Fngger, fortfarn zu beschreibeu, und wann dise beede mitsambt iren lindern ausgefuert, dauu ganz uud gar beschlicsseu. Der wolgeborn Herr H anns Fngger ward der drit eheliche söhn vorgemclts Herrn Anthony Fuggers uud fraueu Auna Rechliugerin. Der ist geborn anno 1331 auf 4. sevtember und ebncrmnssen durch seinen Herrn vatern mit seinen pro- cepto, es in den Tentschlanden, Jtalia, Frankreich und Hifpanien in allen gneten künsten und höflichen tugenten ist erzogen worden. Und als diser Herr Hans Fngger 20 jar seines alters erlaugt, da haben sich Ire gn. mit ainer schönen und höflichen junkfraucn, Elisabeth Nothaftin genannt, welichc ans aineni gar alten geschlccht und von guetem adl in Bayern erborn und die schönest junlfrau in des Herzog in Bayrn frauen- zimmcr gcwest, in den heiligen ehestand eingelassen, uud ward die Hochzeit sambt dem beyschlaf in der stat München au dem fürstlichen hos mit allen ehrn gehalten anno 1360 auf 27. may. Disem Herrn Hans Fngger ist nach absterben Jrer gu. geliebten Herrn und vatern in der Fuggerischen thailnng der lügenden gueter in Augsyurg zuegethailt worden die bhausnng auf dem weinmarkt, dise so mit kuyfer gedeckt. Wie dise herrliche und costliche behansung inwendig geziert, wissen alle die, so darinnen gewest: zu welichem hernach anno 1393 Ire gn. noch ein behansung daran hinab gegen der apoteggen erkauft uud der seinen zugcsölt, wie dann vor äugen gesechen wierd. Aber in der Fuggerischen thailnng der ligenten gueter auf dem land, weliche thailuug anno 1573 auf 6. januari unter disen drey bruedern Marcus, Hans und Jacob der Herrn Fuggern ist fürgegangen, da ist Iren gn. worden die gewaltige gras- nnd Herrschaften Kürchheimb, Epißhausen, Stettcufels mit vil sehr treffenlichen derfer, Höf, gehiilz, forsten nnd jagten, anch weinberg, der dann nicht wenig seind. Dergleichen ist im anch zncgefallen das dvrf nnd schloß Mieck- hansen fambt Münster, Langeneis noch fambt andern guetern mer, so darzue geHeren, zn welichen guetern hernach Ire gn. ain gehiilz, der Schellenberg genannt, erkauft und den seinigcn gnctern aldorteu zuegesölt. Dergleichen ist ime zn- gethailt morden die dörfer Wntterpach, Dirlabingen, Hafenhofen fambt andern gueter nnd terfcr mer, so darzue geHeren. Dergleichen ist ime worden das herrliche gnct Glctt fambt dem schloß und etlichen vil derfcrn, flecken und andere gueter mer, so darzue gehereu, der dann eben nicht wenig sein. Dergleichen ist ime auch zuegefallen die Herrschaft Schmia, Pergen nnd Hainershofen fambt allen denselbigen zue- und angehangen dörfern, schlösfer, flecken und andere gueter mer, so darzue geHeren, der dann nicht wenig. Dergleichen seind Iren gn. zuegefallen der halbtail der Herrschaften und gueter Büberf- purg in Ungern gelegen, weliche gueter bei Herrn Nntoni Fuggers seinem vatcru seind gemelt worden. Diser Herr Hans Fugger, ob er schon die scheuen fraucn lieb genomen, so ist er yedoch in der Fuggerischen spanischen Handlung so hoch angeblich, ratschlegig, fürsichtig und so geschwind gewesen, dergleichen diser zeit von kainem Fugger nit gehert worden, und er hat also durch seine kuust und klueghait die Fuggerische und spänigische Handlung mitsambt seinem brnedern Marx Fnggers vast scr treffenlich hoch gebracht und bereichet, also das diser stam wol weil die weit steet beharren und bleiben kann, so gott will. Diser Herr Hans Fugger der hat seine ererbte gueter für sich und seine erben nnd söhn vleissig zusammen gehalten, dise gemert und gc- pessert. Die statt und schloß Müudlhaimb hat er mit aiuem Höchen pfantschilliug unter seinen gewalt gebracht, weliche Herrschaften hernach Jrer gu. söhn Herr Christof Fugger durch seinen heurat der gräsiu zue Schwarzeuburg gar erhcurat und also die Herrschaften unter den Fuggerischen nameu aus seineu söhn gebracht. Dergleichen haben auch Ire gn. die Herrschaft Kürchhannb und das schloß nldorten dermaßen zieren und pauen lassen, also das dis nicht mag beschriben werden. Wer dise Herrschaften gesechcn, der kann davon singen und sagen. Man schätzt die Herrschaften, das sie costen und gesteen thnet über die 200000 fl. Dergleichen haben auch Ire gn. für sich und ire söhn das herrliche guet Reinharthansen') mit vilen znc- und angehörigen derfer und gneter von den Vnmblichcn in Augspurg nmb 24000 fl. abcrkanft und bezalt. Dergleichen hat er auch das scheue guet zum Hart genannt, darauf man roß und vich erziehen kau, mit vilen wälden, gehiilz und forsten, mit grnnd und poden erkauft, so man nmb etlich tansent gülden wert schetzen thnet. Dergleichen hat er auch die schöne grosse und weite behansnng in Zlngspnrg bei sanct Annakürchen, dem eisengütter genannt, haben Ire gn. pfantweis von den Hangischen erlangt. Zimblich vil Heuser in der stat hin und wider hat er kaust, etliche nmb den zins ausgeliehen, etlich bewonen Jrer gn. diener. Und als dieser Herr Hans Fugger in ain hoches alter komen, da hat er für sich und seine erben in der Herrschaft Kürchhannb gar eine herrliche und costlichc begrebnns erpanen lassen, darein erstlich seine ehewirtin, als dise anno 1582 ver- schidcn ist, gefnert und begraben worden, ^mno 1598 ist discr Herr Hans Fugger auch verschiden und in Angstmrg zu sanct Moritzenkürchen besungen und hernach ans einem wagen in ainem zinnen sarch und 6 roß mit clagteckhen und andern 0 wagen und etlichen reitrossen geen Khürchhaimb gefnert, aldorten volgents besungen und zur erden ist bestattigt und bei seinem gemacht ist begraben worden, denen gott bceden genedig sei, amen! Diser zuvor gemelt Herr Hans Fugger der hat in wehr- nnd stehender ehe niit seiner ehewirtin, der edlen frauen Elisabeth Nothaffin, fünf Herrn und freylein ehelichen erzeugt, von denen wir hernach schreiben werden, nnscrm gebrauch mit den töchtern anfachen wellen. Und seind diesclbigen Herrn und ') Reiuhurtshausen, B.-A. Augsburg. ^ «o — in also genannt: Herr Marx, Christof und Jacob die Fugger, dann freylein Maria die Fnggerin. Ausser diesen seind etliche in der jugent gott ergeben worden, von denen zu schreiben ohne noth. Das wolgeborn freylein Mari a Jacobina Fnggerin, freyin zu Kürchperg und Weissenhorn u., ward die erst eheliche tochter vorgemelts Herrn Hans Fuggers und der edlen srauen Elisabeth Nothafftin. Dise ist gcborn anno 1561 ans 3t). april und in dem Hans und Hofhaltung ires Herrn vatern mit allen christlichen ehrn ist erzogen worden. Und als dis freylein Maria Jacobina Fnggerin 17 jar ires alters erlangt, da ist sie durch iren Herrn vatern dem wolgebornen Herrn Herrn Octavian Secundus Fugger ehelichen verpflichtet worden, und ward die Hochzeit sambt dem beyschlas in der statt Angspurg mmo 1579 ans 23. november ganz herlich gehalten, wie dann bei Herrn Octavian Secundus Fugger gesechen wierd. Und als dise Maria Jacobina 9 jar mit irem ehewirth gelebt, da ist sie in ainer khindbeth gott ergeben worden, anno 1588, der gott genedig sey, amen! Das wolgeborn freylein Anna Maria Fnggerin, freyin zu Kürchperg und Weissenhorn, ward die ander und letzte eeliche tochter vorgemelts Herrn Hansen Fuggers und der edlfrauen Elisabeth Notthafftin. Dise ist geborn anno 1562 und gleicher Massen in dem Haus und Hofhaltung ires Herrn vatern mit allein christlichen wandl ist erzogen worden. Und als diß frerstein 16 jar lang ires alters erraicht, da ist sie durch iren Herrn vatern dem wolgebornen Herrn Herrn Wilhelm von Rechberg ehelichen vertraut worden, und ward die Hochzeit sambt dem beyschlas in der statt Augspurg anno 1579 auf 23. november ganz costlich gehalten, wie dann bei Herrn Octavio Secnndns Fngger gesechen wierd. Und als dise Anna Maria Fnggerin mit disem irem ehewirt Herrn Wilhelm von Rechperg 8 jar lang gelebt, da ist er anno 1587 mit tod verschiden und auf seiner Herrschaften zu Collenz begraben worden, dem gott genedig sei amen! Hernach da ist dise Anna Maria Fnggerin zu dem andern mal verheurat und mit dem wolgebornen Herrn Herrn Hans Conrath freyherrn zu Vembl- — 81 — berg vertraut worden, und ward die Hochzeit in der statt Augspurg anno 1588 auf 11. juli mit allen freudeu gehalten. Etliche grafeu, frepherrn und andere Herrn vom adl haben zu ehrn dise Hochzeit ersuecht. Sie ist aber anno 1592 mit tod verschideu. Der wolgeborn Herr Marx Fugger freyherr zu Kirch- perg und Weissenhorn ward der erst eheliche söhn vorgemelts Herrn Hansen Fuggers und der edlen frauen Elisabetha Not- haftim Der ist geborn anno 1564 auf 30. april und er ist durch seinen Herrn vatern mit seinen preceptores in den Teutschlanden, Jtalia, Frankhreich nnd Hispania in allen ehrn, knnsten und tugenten erzogen worden. Als aber diser Herr Marx Fugger 26 jar seines alters erraicht, da ist er mit rath seines Herrn vatern mit der wolgebornen gräfin Anna Maria gräfin zu Hoheuzolleru ehelichen verstehen nnd verpflichtet worden, und ward die Hochzeit sambt dem berstchlaf auf der Herrschaft Schmia in dem schloß gehalten, aldorten I. gn. ber> 9 jarn ir Haus und Hofhaltung gefuert. Aber nach absterben I. gn. geliebten Herrn und vater da ist disem Herrn Marx Fugger in der Fnggerischen thailung der ligenten gueter iil Augspurg zuegetheilt worden die herrliche und costliche be- hausungen auf dem weinmarkt, dise so mit kupfer gedeckt ist. Da hat sich diser Herr Marx Fugger anno 1598 zu wonen dorthin nach Augspurg begeben. Als aber A gn. nicht gar V- jar daselbsten mit seiner ehewirtin gewont, da ist im dise in ainer kindbet anno 1598 aus 5. juui in gott verschideu und,, gehen Kürchhaimb gefuert, aldorten bei iren Herrn schwechern begraben und besungen worden, der seel gott genedig sei, amen ! Hernach da hat sich diser Herr Marx Fugger zum anderumal verheurat mit dem wolgebornen freistem Maria Salomes freyfraw zu Köuigsegk und Aulentorf genannt, und es ward die Hochzeit sambt den: berstchlaf auf der Herrschaft Kürchhaimb in dem schloß gehalten anno 1598 auf 16. november. Es haben I. gn. mit irer ersten ehewirtin mer nicht dann einen söhn Hans Fugger ehelichen erzeugt, der ist geborn anno 15 .. Aber in der Fnggerischen tailung der ligenten gueter ans dem land da seind I. gn. zuegethailt worden die gewaltige graf- - 82 — und Herrschaften Kürchhaimb mitsambt sehr vilen derselbigen zue- und angeherigen terfer und flecken, der eben nicht wenig feind, wie anch ist im zuegethailt worden die Herrschaften Schmia, welche nicht wenig derfer und andere gueter in sich begreifen und halten. Und nachdem I. gn. als ain f. und bayrischer rath, als anno 1598 auf 2. october erzherzog Albertus aus den Niderlanden und sein hofgesiud und frauen- zimer zuvor nrit vilen wägen, manleseln und gueter, darmit seineu hochzeitlichen ehrntag mit des königs aus Hispania tochter zu halten, und I. f. d. den tag hernach mit 38 post- pfärten und vilen fürnemen grasen, freyherrn und andere Herrn vom adl nach Augspurg ankamen, da ist im diser Herr Marx Fugger und andere der Herrn Fugger mer entgegen geraten nnd in sein bhausung eingelaitet und aufgenomen. Da ist I. f. d. von einem erbarm rath der statt Augspurg 5 vaß wein, 12 schaf habern, ain silber und vergült trinkgeschirr, so 2 maß gcfassen, mit 1909 goltgulden darinnen ligeut verehrt. Des andern tags ist er auf der post nach Prag geraist. Der wolgeborn Herr Christof Fugger freyherr zu Kirch- perg und Weissenhoru ward der ander eheliche söhn vorgemelts Herrn Hans Fuggers und der edlen frauen Elisabeth Nothaftin. Der ist geborn anno 1566 und gleicher weis durch seinen Herrn vatern mit seinen preceptores in den Teutschlands, Jtalia, Frankreich nnd Hispania nicht allaiu die stutia, sondern auch die sprachen zu lernen, ist erwisen worden. Und nachdem diser Herr Christof Fugger 25 jar seines alters erraicht, da hat er sich mit der wolgebornen grafin Maria gräfin zu Schwarzeir- burg ehelichen verpflicht, und ward der einrit, Hochzeit und beyschlaf in der stat Augspurg anno 1589 auf 24. april mit aller herrlichen und costlichen wollust gehalten. Diser Herr Christof Fugger der hat im selbsten ein herrliche und costliche behausung in Augspurg, auf dem rinter- oder Heymarkt gelegen, von den Greinerischen aberkanft, weliche behausung vor jarn die alten Herrn Ulrich und Georg die Fugger erkauft und von neuem auferpauen, wie dann vor augeu gescchen wierd, und ein zeit lang aus den hendeu der Fugger komen ward. Daselbsten I. gu. ein Haus- und Hofhaltung haben. Aber nach absterben — 8Z — i," I. gn. geliebten Herrn nnd vatern da ist im an der Fngger- ischen tailung der ligenden gneter in Augspurg zuegetailt die herrlich und weite behausnng bei sanct Anna kürchen in Augsburg gelegen, den eisengatter genannt, Zu welicher behansung I. gn. dort noch mer Heuser erkauft, der seinigen zugesölt und ganz herrlich und costlich von grnnd auf von neuem erpanen lassen, wie dann vor äugen gesechen wird. Aber in der Fnggerischen tailung der ligenten gueter auf dem land da ist I. gn. zuegefallen der hoche und grosse pfantschilling über die gras- nnd Herrschaft, statt und schloß Windhaimb, weliche Herrschaften I. gn. hernach durch iren heurat mit der gräsin von Schwarzenburg ganz und gar erlangt nnd nicht allain dise gras- nnd Herrschaften auf den Fuggerischen namen loblich gebracht, sondern ime auch daselbsten die landschaften huldigen nnd schwören lassen. Und nach(dem) Gn. als ein fürstlicher und bayrischer rath als anno 1599 auf 21. februari (geworden), da ist der durchleichtig hochgeborne fürst und Herr Maximilian, der yetzt regierent Herzog in Bayrn, mit vilen gutschen, reitrossen und auf die 300 yersonen seines hofgefinds sambt dem- selbigen gemahl und ainem (tätlichen frauenzimer geeir Augspurg ans die fasnacht komen. Welichen des negsten tags darnach zu ehrn ein fneßtournier und ringlareirnen ganz stattlich und herrlich in costlicher zier und claidung durch disen Herrn Christof Fngger und andere Herrn der Fugger ist gehalten worden. Alda hat man vil feltzamer aufzug gesechen, sonderlich aber ist darunter ein bayrische paurnhochzeit aufgezogen, welichen man auf offenem weinmarkt essen und drinken aufgetragen, die unter werender malzeit gesungen, hernach getanzet und in die vier mal der baurn art nach mit einander gerauft und mit plofsen wahren zusamengeschlagen, also daß sie ein gueter weil vor dem hörzog ire kurzweil getriben. Weliches alles lustig zu sechen gewesen ist. Der wolgeborn Herr Jacob Fugger freyherr zu Kirchperg und Weissnhorn ward der dritte nnd letzte eheliche son vor- gemelts Herrn Hansen Fuggers und der edlen frauen Elisabetha Notthaftin. Der ist geborn anno 1567 auf 18. october. Diser Herr Jacob Fugger der ist durch seinen Herrn vatern vor andern seinen brnedern mit seinen preceptores in den Tentsch- landen, Jtalia, Frankreich nnd Hispania, nicht allein die sprachen zn lernen, sondern anch ans die stntia erlernet nnd letstlich (durch die) geistlich nnd bäpstliche heiligkait mit der thomb- probstey zn Costnitz versechen nnd begabt worden anno 1596. Also haben mir alle die Herrn nnd freylein, dise so von Herrn Hansen Fnggern nnd von seiner eheivirtin, der edlen frauen Elisabeth Notthaftin, heergclangt, ganz nnd gar verrietst und wellen also den letzten son vorgemelts Herrn Anthoni Fuggers nnd der franen Anna Rechlingerin, Jacob Fngger genannt, vvlgends beschreiben und mit seinen lindern ausfueren nnd dann ganz nnd gar beschliessen und mit gottes hilf zn guetem end bringen. Der wolgeborn Herr Jacob Fngger ward der viert nnd letzte eheliche söhn vorgemelts Herrn Anthoni Fnggers und franen Anna Rechlingerin. Der ist geborn anno 1542 ans 30. marti nnd gleicher weis durch seinen Herrn vatern mit seinen preceptora8 in den Tentschlanden, Jtalia, Frankreich nnd Hispania in allen gueten knnsten erzagen worden. Und als diser Herr Jacob Fngger vor andern seinen brnedern in ein hoches alter, 28 jar lang, kamen, da haben sich Ire gm anno 1570 auf 27. october mit der edlen nnd gestrengen Anna Jlsingin, Herrn Görgen Jlsings zn Tratzperg, ro. kay. mt. gehaimen rath und landvogt in obern nnd untern Schwaben, ehelichen tollster, ehelichen verpflichtet, nnd ward die Hochzeit, einritt nnd beyschlaf in der statt Angspurg mit allen ehrlichen wollnst gehalten. Disem Herrn Jacob Fngger seind an der Fuggerischen thailnng der ligenten gneter in Angspurg in gueter vergleichnng zuegeaignet nnd znegethailt worden die herrlichen Heuser hinter sant Moritzen kürchen, weliche Heuser vor jarn Herrn Raymundo Fnggern dem jnilgern, der so ledigs stands verschiden, seind erkauft worden; zn welichen Heusern Ire gm dort herumb aus allen feiten noch vil mer Heuser, Hof und gärten erkauft, der seinigen znegesvlt nnd ganz herrlich hat erpauen lassen, wie dann vor angen gesechen wierd. Aber in der Fnggerischcn tailung der ligenten gueter ans dem land, weliche thailnng unter disen drey brnedern, Herr Marx, Hans - 85 — und diser Herr Jacob Fugger, anno 1575 auf 6. jauuari ist fürgaugeu, da seiud I. gu. zucgefnlleu der herrliche markt uud schloß Babenhausen uüt sambt allen denselbigen zne- und ungehörigen dörfern, flecken, gehülz, forsten, jagten und wälden und andere gneter, der nicht wenig seind. Dergleichen ist im auch worden das herrliche gnet Kettershansen, Babenhausen, Waldenhansen, Hawnlmech, Ules, Bosin in der Richenan, Rottenbach, Weilbach, Edlrieth, Herbershofen und das lnsthans Pergen, weliche gneter und Herrschaften eben nicht wenig dörfer, schlösser, flecken, Höf und andere gneter mer in sich begreifen und halten, der dann nicht wenig seind. Diser Herr Jacob Fugger der hat die ganze zeit seines lebens seine ererbte gneter für sich und seinen erben vleissig zusammen gehalten und auch dieselbigen trefflich gemehrt und gebessert. Das herrliche gnet und Herrschaften Hamerdingen hat er von den cdlteuthen die Schennckhen genannt mit gar sehr vilen zne- und ungehörigen gneter umb 12000 sl. aberkauft und bezalt. Dergleichen hat er auch das gnet Gottenau mit vilen zuestecnden von Hans Vhelin in Augspnrg umb 17000 sl. auch aberkanft, dergleichen auch Welda bei Wahel gelegen hat er von Herrn Paulus Welser in Angspnrg nmb 11000 sl. auch aberkauft und über dis alles haben I. gn. von Herrn Hans Jacob Rechlinger in Augstmrg seine Herrschaften und gneter Leter genannt mit sambt allen denselbigen zne- und angchörnngen nmb 60000 sl. aberkauft. Dergleichen hat er auch von ainem edlman, Herr Hanns Ilngnad genannt, das herrliche schloß Wellenbnrg genannt mit sambt allen denselbigen zne- und ungehörigen dörfer, gneter, gehülz, forsten, jagten und wälden nmb 60000 sl. aberkanft und bezalt. Was aber sonsten I. gn. weiter für scheue lusthenser in und ausserhalb der statt erkauft, achten wir alle hieher zu beschreiben ohne noth. in summa: man hat I. gn. den Überschlag gemacht, das dieselbigen in wenig jarn über die 300000 sl. gneter erkauft haben. In dem markt zu Babenhausen da haben I. gn. geliebter Herr und vater Herr Antoni Fugger in der pfarrkürchen gar ein herrliche und eostliche begrcbnus crpanen lassen. Und als diser her Jacob Fugger in ein hoches alter, auf 56 jar lang kennen, da ist er anno 1398 auf 7. febrnari in gatt vcrschidcn und zue Augspurg in saut Moritzen kiirchen besungen und volgents ans ainenr wagen in ainem zinncir sarch nnt 6 pfarten und clagdeck und andere wägen und rentrossen geen Babenhausen gestiert, daselbst volgents besungen und begraben worden. Nun ist es ein wnnderbarlich ding, das dise drey Fugger und brneder samt dein könig Philipo aus Hispania vast alle vier in ainem jar mit tod verschiden, denen got gnedig sei, aneeie! Diser vorgemelt Herr Jacob Fngger der hat mit seiner ehewirtin fraiven Anna Jlsingin in wehr- uiid stehender ehe zehen Herrn inid freylein ehelichen erzengt, von denen wir hernach schreiben werden und nnserm gebrauch nach mit den töchtern anfachen wollen. Und seind dieselbigen Herrn und freylein also genannt: Herr Georg, Hans, Jeronimus, Maxi- miliano und Jacob die Fngger, dann freylein Sibilla, Katarina, Vervnica, Negiim iliid Aiina die Fuggerin. Auster diseie seind etliche kinder in der jugent got ergeben worden, von denen zu schreiben ohne noth. Das wolgeborn freylein Sibilla Fuggerin ward die erst eheliche tochter vorgemelts Herrn Jacoben Fuggers und frauen Anna Jlsingin zu Trazperg. Dise ist geborn anno 1372 auf 4. october und durch ire eltern in derselbigen Hans- und Hofhaltimg ganz tngentlich erzogen worden. Und als dis freylein Sibilla Fuggerin 13 jar ires alters erraicht, da ist dise durch iren vatern dem wolgeborneir Herrn Herne Hans grasen zu Montfort zu Pregnitz genannt ehelichen vertraut worden, und es ward die Hochzeit, einrit und beyschlaf in der statt Augspurg mit allen costlichen ehrn und frenden gehalten anno 1387 ans 3. october, und ist hernach dis freylein durch iren Herrn vatern von diser stat ans seine Herrschaften abgefuert, mit heuratguet darmit gegeben worden. Das wolgeborn freylein Chatarina Fuggerin ward die ander eheliche tochter vorgemelts Herrn Jacoben Fuggers und sranen Anna Jlsingin. Dise ist geborn anno 1373 ans 9. october und gleicher weis in dein Haus- und Hofhaltung irer eltern mit allen christlichem wand! erzogen worden. Und als dis freylein Chatarina Fuggerin 16 jar lang ires alters - 87 — I I erlangt, da ist sie durch treu Herrn vatern dem wolgebornen Herrn Ladislaus freyherrn zu Töringen und Seefeld ehelichen vertraut und verpflicht worden, und ward die Hochzeit, einrit und beyschlaf in der statt Augspurg anno 1390 auf 26, october mit allen costlichen ehrn und freuden gehalten; weliche dann in werender ehe Herrn und frcylein erzeugen. Das wolgeborn freylein Veronica Fuggerin ward die drit eheliche tochter vorgcmelts Herrn Jacoben Fuggers und frauen Anna Jlsingin zu Tratzberg. Dise ist gelwrn anno 1578 auf 9. augusty und gleicher Massen in dem Haus- und Hoshaltung irer eltern mit allem christlichen und höflichen tugenten ist erzogen worden. Und als dis freylein Veronica Fuggerin 19 jar lang ires alters erraicht, da ist sie durch iren Herrn vatern dem wolgebornen Herrn Herrn Albrecht Fuggern ehelichen vertraut worden, und ward die Hochzeit und beyschlaf in der statt Augspurg anno 1597 auf 9. may, wie dann bei Herrn Albrecht Fuggern gefechen werd. Das wolgeborn freylein Regina Fuggerin ward die viert eheliche tochter vorgemelts Herrn Jacob Fuggers und der frauen Anna Jlsingin. Dise ist geborn anno 1581 auf 11. may und gleicher Massen in dem Haus- und Hofhaltung irer eltern mit allem christlichen eifer und wandl ist erzogen worden. Dis freylein Regina Fuggerin die ist in dem 15. jar durch ire eltern in das königeliche closter zu Hall im Jnthal gcthan worden, anno 1596. Das wolgeborn freylein Anna Fuggerin ward die fünft und letzte eheliche tochter vorgemelts Herrn Jacob Fuggers und der frauen Anna Jlsingin. Dise ist geborn anno 1582 auf 25. april. Der wolgeborn Herr Geörg Fugger ward der erst eheliche söhn vorgemelts Herrn Jacob Fnggers und der frauen Allna Jlsingin. Der ist geborn anno 1577 ans 2. september und durch feinen Herrn vatern mit feinen preoeptores in den Teutschlands, Jtalia, Frankreich und Hispania nicht allein auf die stlltia, sondern auch die sprachen zu lernen ist erwisen und in allen gueten künsteil ist erlernet worden. Diser Herr Geörg Flügger der ist also ledigs stands von ro. kay. mt. - 88 — Rnedolfi dem andern anno 1597 landvogt zn Ravenspurg, anch landvogt zu obern und untern Schwaben erwelet und bestetiget worden, und feint I. gm, als ich dis schrib anno 1599, noch ledigs stands und unverheurat. Der wolgeborn Herr Hans Fugger ward der ander eheliche son vorgenrelts Herrn Jacob Fuggers und der fronen Anna Jlfingin. Der ist geborn anno 1583 auf 23. mar). Der wolgeborn Herr Jheronimns Fugger ward der drit eheliche fon vorgenrelts Herrn Jacob Fnggers und der fronen Anna Jlfingin. Der ist geborn anno 1584 auf 17. juli. Der wolgeborn Herr Maximilian Fugger ward der viert eheliche sou vorgenrelts Herrn Jacob Fuggers und der frauen Anna Jlfingin. Der ist geborn anno 1587 auf 9. februari. Der wolgeborn Herr Jacob Fugger ward der fünft, jüngst und letzte eheliche son vorgenrelts Herrn Jacob Fnggers und der frauen Anna Jlfingin. Der ist geborn anno 1588 auf 31. januari. Also haben wir alle die Herrn und freylein, dise so von Herrn Jacoben Fugger uud von feiner ehewirtin der frauen Anna Jlsingirr heergelangent, ganz und gar erreicht und wir wollen also mit diesem ganzen Fuggerischen ftamen und leben der Herrn Fugger vou der gilgen entlich beschlossen haben. - 8? - Bei läge. Ms Ser Sdronik lies Siemens Sencier. (Chroniken der schwäbischen Städte Bd. IV. S. 165—171). Herr Jacob Fugger ist im octobcr au aiuem fieber krauck morden, daran er inr uachvolgeudeu jar 1526 am 30. tag sammim am morgen vor tags in der 4. stuudt in ainem gntten alter mit hocher vernnfft cristenlich verscheiden ist und geredt hat, bis im die seel ist ausgangem Er ist ain herliche, lange, rane'), hipsche, lustige, freliche person gemessen und (hat) sich gegen reichen und armen freundlich mit frelichem gemüt erzeigt, mit aller demietigkait. Er ist gewessen fraindlichs Ansprechens on allen pracht, eerenreich und milt mit gastnngen und vil milter gegen hausarmen und andern armen. Er ist hoches Verstands und vernnfft gewessen und mit gntten sitten und gebert, auch allen tngetten geziert und (hat) all ander darmit nbertroffen. Fremkait, erberkait, trau und glaub und krechtig- kait sind in seinem hertzen zu Haus gewessen. Sein und seines bruders lind namen sind in allen kingreich und landen, auch in der haidenschafft bekandt gewessen, kaiser, kinig, fürsten und Herrn haben zu im ire botschafft geschickt, der bapst hat in als sein liben sun griest und umfangen, die cardinäl sind gegen inr auffgestanden: er ist ain zier gewessen des gantzen tcutscherr lands, besnnder der stat Augspnrg. Sein handthierung ist nrit grosem lob gangen auf die 4 ort der gautzen welt. Ju haben alle handthierer gelobt, ain erleuchten mann geucnt, und die Haiden sich ab inr verwundert, desgleichen kam alter vor im geboren hat in diser welt. Vor seinem tvd ist um vesperzeit am cristag zu Augspnrg aiu 0 hübsch. vorgeends zaichen ob unser liebe frauen kirchen erschincu, ain schwartzer regenbog, den meuigklich gesechcn hat. Mit Herr Jacob Fugger hat kinig Ferdinandus in seiner krauckhait ain solichs mitlaiden gehept, als er allen seinen 12 erblanden, fürstenthnmen nnd herschafften gepotten und verschriben het, (daß) sie all dnrch ir botschafft zu Angspurg solten erscheinen, daselben wolt er mit inen ain gemeinen landstag halten am ersten clecembris, und mit seiner landschafft, auch seinem hofsgsünd, mit ml grauen, freien, Herrn, ritter und knecht, auch prelaten, dem cardinal von Saltzbnrg mn 19. tag cleLembris engegen ridt zu der Lechprngk, und am nnderherein reitten, Herr Jacob Fnggers Haus zunachet, verschuff sein mt. allen trumether rmd baugenschlager, daß sie still schnngen, aus mitleiden, dann er Helte vernomen in tödlich kranck zu sein, im kain beschwernus noch beleidnng brechte, und aufs stillost mit allem seinem volck fiirzogen. Disen allerreichosten lmrger nnd seine brüdersnn hat kaiser Maximilian mit vil frcihaiten begaubt nnd ziert und auch zu grauen gemacht, sie auch zu seinem haimlichen rat anffgenomen, erivelt und gemacht. Er ist ainer soliche grase reichtung gewesen (nnd itz seine bruderssün noch me), daß er durch sein hilf gemacht hat, daß (er) kaiser Maximilian, dem kinig von llnger und andern kinig, surften und Herrn, die nit haben gelt gehept, zu der besoldung des kricgsvolcks, gelt fürgesetzt und geliehen hat, und (sie) dadurch ire feind bestritten und überwunden, ir landt nnd leut zu frid haben pracht. Durch sein hilf ist auch kinig Carel von Hpspania zu ainem ro. kinig erwelt worden. Ain grasen tail seines guts hat er mit willen, rat, hilf und gnnst seiner brüdersün in ewigen prauch hansarmer leut (gegeben), auch tiiglichs allenmusen verschafft nnd verordnet, welches seine briiderssün täglich meren. ^nno clcnnini 1519 hat er für hansarm leut fast lange hänser gepauen, gut und wirig, nach allem vortail, mit hundert und vier fenrstäten, und anainander, durch mittelgassen in 5 tail getailt. Die sol man hansarmen lentten leichen, die nit nach den allenmusen gandt, ain jar mn 2 sl. - 91 - I Er hat gebauen 2 Häuser für die armen, kranckeu menschen an den frantzosen; den gibt man essen und trinckcn um gottes- willen, auch alle ertznei, und was sie nottnrftig sind, aufs das allerböst, und (hat) inen mägt und knecht gedingt, inen zu dienen, wischen und weschen und täglich ir betgwandt (zu) erneueren, also mit hochem vleiß, als ob sie die Fngger selbs iveren, kain kost noch mie darin gespart, auch inen am be- snndern doctor der ertznei, auch aineir wnndartzat bestelt, die miessen sie alle tag 2 mall besichtigen, verbinden und in die apoteck schreiben, was aines jedlichen nottnrst eraischt. Das zalen die Herrn Fngger alles; und so offt ain mensch gesund wirdt, schencken sie im gelt darzn, damit sie sich nach der ertznei dasderbaß migen auffenthalten und nit wider umfallen. Zu sant Ainnr hat er die kirchen kostlich geziert und für sich und die seinen da ain herliche grebtnns zngericht, zu sant Ulrich in den abseitten 2 gwelb ans dem grnnd erbauen und mit tafflen aufs die altar geziert. Desgleichen hat er an den kirchen zu sant Jergen, sant Niclaus, sant Katherina, zu sant Ursula und Predigercloster gepauen, auch anserhalb Angspurg vil kirchenpäu gestifft und verpracht und allentalb miltigklich den kirchenornat und kostliche gotszier geben. Auch für sich und die seine (er) kostliche behanssung hat bauen nit allein im zu ainem lust, snnder auch armen leutten zu auffenthaltung und nutz, die daran arwaitten, sich dasderbaß erneren migen. Vil armer junckfrauen hat er ansgestcurt und verheiret; etlich arm knaben hat er lanssen handtwerck lernen, und nach seinem tod hat er armen leutten verschafft auszugeben 14000 sl. Und seinen brüderssünen, Herrn Raimundo, Anthonio und Jeronimo, hat er zu erbe?: verordnet aller seiner tngent, eeren, Hab, reichtnng und gut, welche er fast hat lieb gehept und wie ain vatter sie wol erzochen und zu dem kaiser, kiingen und fiirsteir geschickt, (bei denen sie) mit hocher vernnfft iren bevelch volendt, alle kanffmanshendel anffrecht und glanbhafftig ansgericht. Er hat auch den andern frainden 100000 sl. verschafft. Herr Jacob Fngger hat zu der ee gehapt Sibillam Artzatin. Die hat er also scheu, ecrlich und lieb gehalten, als ob sie ain - 92 - 1 fllrstiu were, und hat kam kind gehept. Er hat ir in seinem testament ain groß gut an gold, silber und klainetterir vermacht, auch ir leben lang die behausnng und gärten, ma sie in dem witwestand beleib, damit sie nach irem tod ire fraind, die Artzat, mit der Fugger gut auch reich mach. Sie hat klain- etter von gold und edlem gestain gehapt, darmit sie ain fürstin hat übertroffen. Svlicher treu und liebe hat sie alle vergessen, und ee der treisgost ist ausgewesen, hat sie haimlich ain alts mendlin, Conradt Rechlinger, mit 8 kinden zu der ee genommen und ist am snmptag invocavlt haimlich allain mit ainer magt ans ires maus seligen, her Jakob Fnggers, Hans gangen in Conradt Rechlingers Hans. Da hat sie aufs denselben tag mit im Hochzeit gehept aufs die lutherische art; doch hat sie irer kostliche klainet hinder ir nit vergessen. Für dise klainet, silbergschir und barschafft alle hat Conradt Rechlinger diser Artzatin und iren erben vermacht für alles, wa sie mit- ainander kain kind überkomen, 180OV fl. Weil Herr Jacob Fugger seligen gelept hat, hat Conradt Rechlinger haimlich nur die Fnggerin gebnllet, dem doch Herr Jacob Fugger über leib und gut vertraut hat, vil sraindschafft bewissen und stets ob seinem tisch gehapt hat zu gast, auch nach abgangs Herr Jacob Fnggers bei ainander ergriffen sind worden. Herr Jacob Fngger ist ain gntter, warer, rechter crist gewessen und ganz wider die Lutherei. Darum ist im wider gewesen, daß er in seiner gräbtnus zu saut Anna bei den Lutherischen begraben sol werden. Darnmb hat er an seine brüderssün begert, wa es sich begeben wurde, daß endtlich die Lutherei bei den carmeliten bleiben wurde, daß sie in an ain ander ort begraben. Das haben sie in vertröst, darmit ist er zufriden gewest und (hat) aufs solichs allem zeitlichem nrlnb geben, sich mit got dem Herrn bekümert, sich mit den hoch- wirdigen sacramenten versechen laussen und (sie) mit groser andacht enpfangen und sein seel bevolchen, mit dem gemüt, geberdt, wort und mercken, auch gedincken zu dem endt seines lebens gericht. Das leiden und sterben nnsers erlesers Jesu Cristi nach der bcschreibung der 4 evangelisten hat er gewelt, daß es stetz vor iin gelesen werde, nnd hat gutten verstairdt gehept bis zu end seines lebens. Ain stundt vor seinem todt hat er ain klains schlänfflein than wie ain todtenschlmfff. Und nm die 3. stnndt nach Mitternacht, als doctor Othmar Nacht- gall mit lantter stün den passion vor im laß, sagt Herr Jacob Fngger, daß man in anff die andere seitten legte; das thet ain magt. Da fieng er von stundenan zu ziechen und verschied mie ain Und aines jars alt ganz rnigklich. In aller seiner kranckhait hat er kam undnltig ivort noch gebcrt nie erzeigt. Weil Herr Jakob Fngger noch gelebt hat, haben im etlich nngerisch Herrn zn Ofen in der stat etliche war genuinen, 600000 sl wert, und an andern orten, wider got, ecr und recht, on alle krechtigkait, aus diser nrsach, daß die ncu- geschlagnc nngerische inintz nit gut was, und zeigten falschlich mit unwarhait aii, daß Herr Jakob Fngger daran schuldig wer; der het inen nit gut gold, silber und kupfer geschickt, darum were die silberii: mintz kain nütz. Das war erlogen; etlich nngerisch Herrn Helten das silber gstollen und anstadt des silbers knpfer eingemist. Darnmb nach Herr Jacob Fnggers todt hat Herr Anthoni Fngger durch sein geschicklichait sovil gehandlet, daß er von dem kinig von Unger in der stat Ofen ain angesetzten rechtag hat erlangt mit grosen kosten, arbeit und mie. Darauf hat er zn ainem beistandt erworben pabst Clemens, den ro. kaiser Carel, kinig Sigmund von Polen, Ferdinand, ertzherzog zn Oesterreich, den schwäbischen bnndt, vil surften, herril und stät, die all ir dapfere botschafft haben geschickt, und (ist) auf dem rechtag zu Ofen erschincn, fürgangen und (hat) von dein kinig von Unger des recht gan zn lau angeriefft und erlangt. Und nach gantzer, warhaffter dar- legung und probierung, anff gnugsam red und widerred sind die Fngger krccht, auffrecht und redlich, frnm und erbar erfunden worden und die widerparthei (als) schelck und diebisch, falscher der nngerischen mintz, das alles mit urtail imd recht durch den nngerischen kinig und seine rät erkündt ist worden. Und aufs solich gesprochen urtail ist den Fuggern ain urtailbrieff geben morden, mit des kinigs von Unger sigel besiglet. In dieser mitle zeit, dieweil das recht zn Ofen gefiert I ist worden, ist Herr Anthoni Fugger zu Wien gemessen aus rat seiner beistendt, damit im zu Ofen von seiner widerparthei kam schmach oder Verletzung seines leibs znstend. Dann da dise nngerischen Herrn fachen das erenstlich sürnemen Herr Anthoni Fuggers und bei inen selbs erlaubten ir schalckhait offenlich an tag pracht sein, setzten sie haimlich seinem leben zu. Alles das, des Herrn Anthoni Fnggers anwald und bei- standt handtloten vor dem rechten, ward täglich aufs der post Herr Anthoni zu wissen than, darauff er auch auf diser Post wider Kescheid und nnderricht gab. Eemals Herr Anthoni Fngger, iin das sein widernmb zu geben, das im uneerlich und straßranberischer gestalt genomen ist worden, und mit urtail und recht zu restituieren zugesprochen und die restitutio»! zuwegen hat pracht, und was nn in dem rechten darüber ist gangen mit der zerung, ist im darüber gangen bis in 200000 fl. Solicher kosten hat in gar nit gednult und (er hat) kam beschwernus darab gehept von der warhait und krechtig- kail wegen, die da offenlich an tag pracht ist worden, (indem) er wie ain frnmer Herr erkündt (morden) und sein widerparthei nnkrecht wie schelck und beswicht. — ? s — Stammtafel ! Die Wgger vom ftek >??«> Brüder Hans (1-1409) Ulrich ux. I Clara Witdopf (1370) ux. II Elisabeth Gfattermami (1382) ux. Kuniguiida Muctsam (1382) Amia 5knndigunda Andreas Jakob Setz Konrad Hans Bartolomäns Andreas ux. Heinrich Meiling ux. Barbara Stambler (23. III. 1469) Anna Barbara ux. Thomas Grandler (1485) Ursula ux. Gassl Hagg Walpurgis Felizitas Jakob ux. Konrad ux Georg ux. Ursula Schneider Noggcnburger Rom (1492) Machet) ux. Helene Mulach Haus I Hefter Ochscnlauer Anua ux. Georg Häuser Andreas ux. Dorothea Koppel Sigmund ux. Elisabeth Blankfeldcr Katharina ux. Sebastian Westcrnacher Sibilla Wilhelm ux. Barbara Wanner Jeronimus ux. Walpurg ErHardt Mathens Wilhelm Jeronimus Konrad Helena Barbara Ulrich Max ux. Christoph ux. Susanne ux. Anna Stern Atoll Meir Hans Konrad II Veronika Sporer (geb. 1439) Lukas ich 1494) ux. I Anna Damingcr ux. II Clara Coichelmann (1488) Gassl (-H1519) Magdalena Ursula Klara Helene ux. Margarethe ux. Thomas ux. Hans ux. Christoph ux. Jobst Kaltenhauser Schenz Krueg Hürnig Zcllcr Andreas ux. Anua Reischl Luckas ux. Justina Riedlcr (1489) Hefter ux. Lukas Sitzingcr Anna ux. Anton Kinigsberger Andreas ux. Kassandra di Arzemanna Gabriel Magdalena ux. Hans Raisncr Felizitas ux. Heinrich Dachs Bartolomäns (-H1537) ux. Anna Gnctthäter (ch1542) Justina ux. Andreas Frey Bartolomäns Lukas Margarethe ux. Wolfgnng Fortner Barbara ux. Michael Mendl Wolfgang Machet) Veronika Ursula ux. Hans ux. Hans Ostermayer Hoffmann Stammtafel II. Die Mger von der Lilie (vi; i?»?) Jakob (23. (ch III. 1473) ux. Barbara Bassinger (13. IV. 1441) Barbara Anna Walburg Ulrich (geb. 27. V. 1445) (geb. 1446) (geb. 27. II. 1448) (geb. 9. X. 1443) (ch 1530) (ch 1485) (ch 1500) (ch 19. IV. 1511) ux. Konrad ux. Hektar ux. Wilhelm ux. Veronika Mcutting (1476) Mulach(5.1.1468) Rom (1469) Lauinger (ch 1490) (ch 1529) (12. Vl. 1479) Andreas Hans Marx Peter (geb.25.X. 1444) (geb. 21. X. 1445) (geb. 16 III. 1448) (geb. II. 1450) (ch 29. X. 1461) (ch 19. IV. 1478) (ch 30. VIII. 1476) Jakob Georg (geb. 6. III. 1459) (geb. 10. V. 1453) (ch30. III. 1525) (ch 14. III. 1506) ux. Sibilla Arzt (20. I. 1498) ux. Regina Jmhof (11. XI. 1488) (ch 15. III. 1526) Anna (geb. 21. XI. 1481) (ch 1535) ux. Georg Turzo v. Wetlachemstorf (1497) (ch 1521) Ursula (geb. 13. IV. 1485) (ch 1539) ux. Philipp vom Stein zu Jettingen (1503) (ch 1509) Veronika (geb. 28. XI. 1487) (ch 1521) ux. Balthasar Eniger (1504) (ch 1520) Sibilla (geb.22. VIII. 1488) ux. Hans Marx von Auerhofen (1512) Susanna (geb. 26. X. 1489) (ch 1543) ux. Georg von Stetten zu Pocksberg (9. II. 1516) Felizitas (geb. 5. VI. 1495) (ch 1539) Ulrich (geb. 17. IV. 1490) (ch 24. V. 1527) ux. Veronika Gaßner (11. IV. 1516) Jeronimns (geb. 12. VIII. 1499) (ch 26. XI. 1538) Raimund (geb. 24. X. 1489) (ch 6. XII. 1535) ux. Katharina Turzo zu Wetlachembstorf (12. I. 1512) (ch 15. I. 1535) Regina (geb. 1494) ux. Hans Baumbgartner (1512) Marx (geb. 1488) (ch 27. X. 1511) Anton (geb. 10. VI. 1493) (ch 14. IX. 1560) ux. Anna Rehlinger (ch1546) (5. II. 1527) Regina Sekundas (geb. 15. II. 1519) (ch 25. IX. 1550) ux. Hans Jakob Freiherr zu Meersperg (17. VII. 1538) Sibilla (geb. 26. V. 1522) (ch 5. XII. 1552) ux. I Wilhelm von Knöringen Frhr. zu Seefeld (19. Xll. 1539) (ch 1541) ux. II Wilhelm Frhr.zuBuechheim (5. XI. 1542) (ch 20 I. 1547) Veronika (geb. 4. III. 1525) (ch 9. II. 1550) ux. Daniel Felix Frhr. zu Spaur (5. XI. 1542) Barbara (geb.24.VII.1527) (ch 12. XII. 1573) ux. Ferdinand Frhr. v. Fels (8. II. 1548) (ch 14. II. 1558) Ursula (geb. 12. III. 1530) (ch 7. IX. 1570) ux. Joachim Graf zuOrtenburg (19. V. 1549) Christoph Ulrich Raimund (geb. 4. 11.1520) (geb. 20. IV. 1526) (geb. 28. X. 1528) (ch 2. IV. 1579) (ch 25. VI. 1534) (ch 6. V. 1569) Hans Jakob (geb.23.XII.151 >) (ch 11. VII. 1575) Georg Jeronimus Marx Hans Jakob Anna Katharina Regina Susanna Maria (geb. 25. VIII. 1517)(gcb. 13.XI.1533)(geb.14.II.1529) (geb. 4. IX. 1531) (geb. 30. III. 1542) (geb. 9. II. 1530) (geb. 6. XI. 1532) (geb. 31. III. 1537) (geb. 28. 11.1539) (geb. 21. XI. 1543) (ch 25. VIII. 1569) (ch. 15. IX. 1573) (ch 18. VI. 1597) (ch 18. IV. 1598) (ch 7. II. 1598) (ch 31. I. 1549) ux. I ux. II Ursula Harrach Sidonia Welzer zu Roraw von Kollaus (21. VI. 1540) (4. III. 1559) (ch 10. IX. 1554) (ch 19. IV. 1573) ux. Ursula von Lichtenstain <28. XI. 1542) Leonora Sidonia Justina Benigna SigmundFriedrich Karl Alexander Sekundus Viktor Augustus Maximilian Severin Ferdinand (geb. 7. XII. 1541) (geb. 21.1. 1559) (geb. 24. IX. 1542) (geb.11. XII. 1543) (geb. 13. IV. 1546) (geb. 19. VI. 1547) (geb. 21.1.1550) (geb. 29.111.1551) (geb. 10. VI. 1552) (ch 14. II. 1576) ux. Friedrich (ch 5. XI. 1600) (ch 11. IV. 1580) (ch 5. II. 1612) (ch 1. V. 1530) (ch 7. X. 1571) (ch 15. II. 1601) (ch 2. XI. 1580) ux. Sigmund von Hollnegk ux. Katharina von Samberg (1572) Gräfin zu Helfen- (12. XII. 1558) stein (1580) Adlberta Constantia Emilia (geb.10.XII.1561) (geb. 3. XI. 1564) (geb.1I.VII.1568) ux. Christoph AlexanderFreiherr (ch 21. III. 1594) zu Sprinzenstein (12. VIII. 1582) (ch 1597) Frhr. zu Wolschperg ux. Carl Frhr. zu Wolfsperg (12. I. 1592) Alexius Joachim Albert Constantius Trojanus Matheus (geb. 15.1.1562) (geb. 2. XII. 1563) (geb. 3. XI. 1565) (geb. 14.1.1569) (geb. 17. II. 1571) (geb. 25. II. 1572) ux. Anna Freiin ux. Maria Magd. (ch 30. VII. 1609) (ch 18. X. 1603) v. Gumpenberg zu Helfenstein ux. Regina (29. IX. 1593) (geb. 1551) von Freyberg (15. X. 1596) (8. IX. 1596) (ux.Sibilla Gräfin zu Eberstein (2. III. 1557) (ch 7. IX. 1589) ux. Elisabeth Nothaft (27. V. 1560) (ch 1582) ux. Anna Jlsing (27. XI. 1570) (ch 25. 11.1535) ux. Dietrich Graf (ch 18. XI 1588) (ch 20. XI. 1533) ux. Jakob Graf zu Hardegk ux. Trautsamb Frhr. Michael Eizing zu Montfort (5. VIII. 1555) zu Schrofenstein (21. X. 1566) (9. II. 1553) (5. VIII. 1555) Veronika (geb. 21. IV. 1545) (ch 26. VII. 1590) ux. Hans Gaudenz Freiherr zu Spaur (21. X. 1566) Sibilla Katharina Veronika Regina Anna Georg Hans Jeronimns Maximilian Jakob (geb.4.X. 1572) (geb. 9.X. 1575) (geb.9 VIII. 1578) (geb. 11.V. 1581)(geb 25.IV.1532) (geb.2. IX. 1577) (geb.23. V. 1533) (geb. 17. VII. 1584) (geb.9.II. 1537) (geb.31.1. >588) ux. Hans ux. Ladislaus ux. Albrecht (ch 1607) Graf zu Montfort Frhr. zuTörringen Fngger (5. X. 1587) (26. X. 1590) (9. V. 1597) Maria Jakobina Anna Maria (geb. 30. IV. 1561) (geb. 5. IV. 1562) (ch 6. VII. 1588) (ch 2. VI. 1592) ux. Oktavian Sekundus Fugger (23. XI. 1579) ux. I. Wilhelm von Rechberg (23. XI. 1579) (ch 26. V. 1587) ux. II. Konrad Frhr. zu Bemblberg (11. VII. 1588) Marx (geb. 30. IV. 1564) (ch 12. II. 1614) ux. I Maria ux. II. Salome Gräfin v. Hohenzollern Freifrau z. Königsegk (1590) (16. XI. 1598) (ch 5. VI. 1598) Chistoph (geb. 21. XI. 1566) (ch 29. XII. 1615) ux. Maria Gräfin zu Schwarzenberg (21. IV. 1589) Jakob (geb. 18. X. 1567) (ch 27. I. 1601) Hans (geb. 19. II. 1591) Julius Oktavian Julius Albrecht Hans Georg Maria Mechdit Maria Sekunda Sidonia Jsabella Anna Jakobina Ursula Philipp Eduard Oktavian Sekundus Anton Raimund (qeb 28 XI 1514) Maximilian (geb.29. VI. 1557) (geb.21.VIll.1566) (geb.17.VIll.1553) (geb. 10.XI. 1555) (geb.28. XI. 1543) (geb.27. II. 1547) (geb. 16. IV. 1562) (geb. 10. II. 1546) (geb. 17. I. 1549) (geb. 10. VIII. 1552) (geb. 13. XII. 1553) (ch 1. IV. 1546) (geb. 7. VII. 1550) (ch 29. III. 1565) (ch 1585) (ch 1569) (ch 1556) (ch 31. VIII. 1601) (ch 8. II. 1537) zch 4. VI. 1602) (ch 14. VIII. 1613) (ch 1. VIII. 1600) ux. Barbara Gräfin (ch 26. II. 1606) (ch 1563) ux. Hans ux. Hans Graf zu ux. Caspar Frhr. ux. Maria Magd. (ux. Maria Jakobina zu Helfenstein ux. Juliana von Fuellinger Ortenburg (1584) zu Trenzin Freiin Fugger (4. II. 1573) Haidorf (5. III. 1566) (3. V. 1585) zu Künigsegg (23. XI. 1579) (ch 1605) (geb. 16. VII. 1559) (ch 29. II. 1588) (21. IV. 1573) (ch 6. VII. 1588) (11. II. 1583) (ch 26. II. 1597) Johanna (geb. 24. IV. 1553) (ch 29. I. 1597) ux. Hans Graf zu Wolkenstein (6. V. 1576) Maria (geb 1561) ux. Niklas Palffy Freiherr zu Ondekh (4. VI. 1533) Anna Sibilla Elisabeth Georg (geb. 10. IV. 1563) (geb. 10. VI. 1570) (geb. 11. VII. 1560) ux. Konrad Graf zu Schwarzenburg (9. II. 1587) (ch 13. III. 1590) ux. W lhelm Graf von Oettingen (2. X. 1589) ux. Helena von Madrutsch (13. II. 1533.) Barbara (geb. 7. XI. 1577) (ch 4. V. 1605) ux. Philipp Fugger (21. XI. 1594) (ch 2. IV. 1601) Anna Sophia (geb. 26. V. 1585) W- Justina Karl Friedrich Haug (geb. 22. I. 1588) (geb. 12. IX. 1531) (geb. 17. VIII. 1586) (geb. 8. XI. 1589) Anton (geb. 1. IV. 1563) (ch 24. VII. 1616) ux. Barbara Gräfin zu Montfurt (28. II. 1591) (ch 27. XI. 1599) Philipp Albrecht (geb. 1. IV. 1567) (geb. 10. I. 1574) (ch 2. IV. 1601) (ch 5. II. 1614) ux. Barbara Fugger ux. Veronika Fugger Anna Katharina (geb. 20. XI. 1584) (21. XI. 1594) Marquart (geb. 5. XI. 1595) (9. V. 1597) Max Philipp (geb. 12. IV. 1598) Maria Elisabeta Christoph Franz Ferdinand (geb. 14. III. 1583) (geb. 12. IV. 1584) (geb. 16. III. 1582) (geb. 11. VIII. 1585) (geb. 6. V. 1587) (ch 9. IX. 1608)