I l
sich nach Art der Hippiatriker des Alterthums wie nach demVorgang byzantinischer Gelehrten mit Thierzncht und Thier-heilkunde befaßten.
Von den Söhnen Raimunds ward der eine, JohannJakob,') ein noch heute geschätzter Geschichtsschreiber durchsein großes Geschichtswerk über die Fürsten des Hauses Oester-reichs) das leider der Oeffentlichkeit nur durch einen höchstmangelhaften Auszug in Sigismund von Birkens „Spiegelder Ehren des Hauses Oesterreich" (1668) bekannt gewordenist, während der andere, Georg, als einer der vorzüglichstenMathematiker und Astronomen seiner Zeit galt. Ein dritterSohn, Ulrich, war der einzige Fugger, welcher sich offenzum Protestantismus bekannte und deshalb — unter demVorwand, daß er sein Vermögen mit Gelehrten und Künstlernvergeude — von seinen Brüdern unter Cnratel gestellt wurde.Später war er sogar genöthigt, vor den Verfolgungen seinerFamilie Schutz bei dem Kurfürsten Friedrich II!, von der Pfalzzu suchen. Ans seinein Totenbette bestimmte er sein Vermögenzu Unterrichtsstipendien für arme Jünglinge; die kostbare Bib-liothek vermachte er der Universität Heidelberg. Einer seinerNeffen, Philipp Eduard (1546—1618), führte die Jesuitenin seine Vaterstadt ein und wendete ihnen zur Gründung ihresKollegiums bedeutenden Besitz, darunter sogar alte Familien-stiftnngsgelder im Betrage von 36666 sl. zu. Ein späterergleichnamiger Fugger verkaufte die alte werthvolle Familien-bibliothek für 16666 Reichsthaler an Kaiser Ferdinand III.,der sie der Wiener Hofbibliothek einverleiben ließ.
Schon in den letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhundertsmacht sich ein rasches Sinken des altemFlors der Fugger'schenHandlung bemerkbar. Wir dürfen dies freilich nicht einseitig denTrägern des berühmten Namens in die Schuhe schieben. Die Zeitwar eben auch eine andere geworden. Andere Nationen, vorab dieNiederländer und Engländer, waren in der Ausbeutung des
y Seinem Andenken ist das von König Ludwig I. von Bayern er-richtete Standbild in Augsburg gewidmet.
y Vergleiche über dass. Aretin, Beiträge zur Literatur I. und Nankcdeutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation I. S. 316.
— xxiv —