Geizwänste pflegen, seinen Reichthnm in Kisten verschlossen,sondern Herr, nicht aber Hüter desselben gewesen ist."
Jakob Fugger starb am 30. Januar 1526. „Er warfröhlich von Gemüthsart, gefällig und höflich gegen Jeder-mann; bescheiden und schlicht in seinem Auftreten, sagte er dochauch den Höchstgestellten furchtlos die ungeschminkte Wahrheit,wenn es noth that. Für sich selbst war er ohne viel Bedürf-nisse, dabei aber gastfrei im großen Stile seiner Zeit undseines Standes, ein Geschäftsmann ersten Ranges und nochin seinen letzten Lebenstagen so geschäftseisrig, daß er, als ihmsein Neffe Georg Thurzo rieth, die ungarischen Geschäfte, derenLage gefahrdrohend war, aufzulösen, solchen Kleinmuth weitvon sich wies und erwiderte, er hätte einen ganz anderenSinn, er wolle gewinnen, so lange er könne. Aber bei allenseinen weitansschauenden, über ganz Europa zerstreuten Ge-schäften war er doch von Nervosität soweit entfernt, daß er,wie seine Neffen wiederholt ans seinem eigenen Munde hörten,niemals ,Hinderung des Schlafes hatte, sondern mit dem Hemdealle Sorge und Anfechtung des Handels von sich legte."")
Die höchste Blüthe erlangte das Hans Fngger unter denbeiden Neffen und Erben Jakobs, Raimund und Anton.Die Brüder, in denen nunmehr das gesummte Vermögen desHauses vereinigt war, bewohnten gemeinsam die Fnggerhänserauf dem Weinmarkt. Raimund wird uns geschildert als „eineschöne, lange und fast lustige Person, stark an Leib und Ge-müth, nicht allein ein besonderer Liebhaber, sondern ein Vateraller wahrhaften Historien, ein fleißiger Nachfrager aller gutenKünste, besonders der Antiquitäten. Von ganzein Herzen undGemüth ist er sanft, mild und gebreich gegen männiglichcnund insonderheit gegen alle Armen gewesen." Raimund ist derStammvater der einen nach ihm benannteil Fngger'schcn Linie.Ihm wurde in Gemeinschaft mit seinem Bruder jenes berühmtekaiserliche Privilegium ertheilt, von dem Karl V. selbst sagte,daß kein deutscher Kaiser jemals ein ähnliches ertheilt habenoch erthcilen werde. Durch dasselbe wurden die Brüder in
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