den erblichen Grafenstand des Reiches erhoben nnd ihnen fürihre' Person und ihre Güter die volle Landeshoheit verliehen.Dieses Hauptprivileginm datirt vom 1. März 1530. 1534folgte das weitere Privilegium, Münzen in Gold und Silberausprägen zu dürfen. Die Befreiung von fremder Gerichts-barkeit bestätigte Karl V. 1541 und 1548 verordnete er, daßdie Güter allein auf den Mannesstamm sich vererben sollten.Dieser kaiserlichen Privilegien, sofern sie der Stadt Augsburgnachtheilig, mußten sich Antons und Raimunds Söhne begeben,als sie 1538 in das Patriziat aufgenommen wurden. DreiJahre vorher hatten die Brüder mit dem Rathe der Stadtdas Abkommen getroffen, jährlich 500 fl. als Steuer zu be-zahlen, dafür aber den Steuereid nicht zu leisten.
Wie tief verpflichtet ihnen Karl V. war, können wirdaraus abnehmen, daß Raimund nnd Anton Fugger es waren,voil denen er die Mittel zu seinen Expeditionen gegen Tunisnnd Algier und zur Unterdrückung des schmalkaldischcn Bundeserhielt. Dabei waren sie jedoch viel zu schlaue Geldmänner,als daß sie nicht, wie sie den Kaiser gegeil die rebellischen pro-testantischen Fürsten mit ihrem Gelde stützteil, als sich ihnen einegewinnreiche Ausficht eröffnete, mich den protestantischen Fürsten,vorweg Philipp von Hessen nnd Friedrich von Sachsen, in ihrerAuflehnung gegen das kaiserliche Oberhaupt mit ihrem Geldeunter die Arme griffen.
Wir können uns heutzutage kaum mehr eine richtigeVorstellung voll dem Reichthume nnd dem Handel der Fuggerim sechzehnten Jahrhundert machen. Auch der größte Maß-stab, den wir nach unfern modernen Begriffen zur Vergleichnnganlegen würdeil, würde uns kein zutreffendes Bild ergeben.Die Fugger waren nicht blos die größten Kapitalisten, siegalten mich als die mächtigsten Grundbesitzer des damaligenEuropas. In ihren Händen waren die Bergwerke Tirols,Steiermarks, Kärnthens, Jstriens, Ungarns nnd Spaniens.Welche Schätze mögen sie allein ans dem letztgenannten, da-mals auf der Höhe seiner Blüthe stehenden Lande gezogeilhabeil! Noch heute nennt sich eine Straße Madrids nachihnen, und ein spanisches Volkssprichwort heißt: „rico Lome
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