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Chronik der Familie Fugger vom Jahre 1599
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seiner Brüder in rascher Folge gestorben waren, ließ er sichdnrch die Bitten seines ältesten Benders Ulrich bewegen, seinrnhiges Gelchrtenleben zu verlassen nnd wieder zum Geschäftezurückzukehren. Vorerst wandte er sich nach Venedig, um dortin dem großen Kaufhaus der Deutschen (üonclaco clei Ueclesctn)seine Lehrjahre zu bestehen. Venedig war damals und nochlange Zeit danach die hohe Schnle der süddeutschen Kanfleute.Man mußte in Venedig gewesen sein, wenn man daheim etwasgelten wollte. Schon zu Karls des Großen Zeit gelaugten diekostbaren Stoffe des Orients und auch manche des Nordenszu Schiff nach Venedig nnd von dort aus weiter nach demWesten und dem Nordwesten. Uralt ist namentlich der Handels-zug der Augsburgcr Kaufleute nach der Königin der Adria. Dasälteste Stadtrecht von Augsburg, das im Jahre 1104 ediertworden ist, dessen Bestimmungen jedoch sicherlich auf älterenVerhältnissen und Gewohnheiten beruhen, nimmt bereits Notizvon den: zwischen Augsburg und Köln bestehenden Handels-verkehr. Nun läßt sich aber der Beweis leicht führen, daß einsolcher nur auf der Grundlage eines daneben herlaufendenVerkehrs mit Venedig gedacht werden kann. Das große Stadt-recht von 1276 enthält sodann mehrfache direkte Andeutungeneines von alters her zwischen beiden Städten unterhaltenenVerkehrs, lieber Venedig wurden danach nach Deutschlandeingeführt: Oel, Feigen, Pfeffer, seidene Tücher und Decken,Zendale, Baldachine (kostbarer, aus Seide und Goldfadenmoireartig gewobener Stoff aus Baldac-Bagdad,) Glas, dasin Mnrano fabriziert wurde und der Siguoria reiche Ein-künfte zubrachte. Au Natur- und Judustrieerzeugnisscn, welchedie Augsburger dagegen nach Venedig brachten, nennen wirRoh- und Edelmetalle (Eisen, Kupfer, Blei, Zinn, Gold, Silber),Pelze, Leder, Wollenzenge, Leinwand u. A. Augsburger Fa-milien, welche gleichsam traditionell Handelsgeschäfte mitVenedig trieben, waren die Gossenbrod, Winter, Pfister, Lang,Tendrich, Preyschnh, Stammler, Meuting, Snlzer, Nördlinger,Riedler, Jmhof, Hanvlt im 14. und 15. Jahrhundert, im fol-genden namentlich die Fuggcr und Welser. Hier hatten dieletzteren sowie die Baumgarten, Herwart, Rem u. A. noch

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